Kassel, 18. November 2003
Neuer Forensikstandort muss über geeignete psychiatrische Infrastruktur verfügen – LWV prüft derzeit Bedingungen an mehreren Standorten
Kassel/Riedstadt (lwv): „Der Landeswohlfahrtsverband Hessen prüft derzeit gemeinsam mit dem Hessischen Sozialministerium, den Kommunen wie auch mit den LWV-eigenen Zentren für Soziale Psychiatrie, ob die jeweiligen Standorte für eine Klinik für forensische Psychiatrie in Frage kommen. Unter Anderem auch mit Herrn Bürgermeister Kummer habe ich deshalb zu dieser Frage ein Gespräch über einen möglichen Standort Philippshospital in Riedstadt geführt". Dies sagte heute in Kassel LWV-Landesdirektor Lutz Bauer auf entsprechende Anfragen. Die Gespräche befänden sich jedoch gegenwärtig noch in einem sehr frühen Stadium. Eine Entscheidung über einen Standort Riedstadt oder andere Standorte sei noch nicht getroffen. Vor einer Entscheidung solle mit den Beteiligten vor Ort Einvernehmen hergestellt werden, aus rein fachlichen Gründen bevorzuge er den Aufbau einer neuen forensischen Klinik an einer bestehenden psychiatrischen Einrichtung, sagte der LWV-Chef weiter. Am Ende müsse jedoch eine Entscheidung stehen, die der gesellschaftlichen Verantwortung für die Wiedereingliederung psychisch Kranker Rechnung trage, die vor ihrer gerichtlichen Einweisung in die psychiatrische Klinik eine Straftat begangen hätten, für die sie wegen ihrer Erkrankung keine Verantwortung im Sinne von Schuld träfe.
Bezug nehmend auf gestern erschienene Presseberichte, in denen vor solchen Überlegungen für Riedstadt gewarnt werde, sagte der LWV-Chef: „Eine Klinik für forensische Psychiatrie stellt kein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar, sondern beugt Rückfällen von psychisch kranken Rechtsbrechern vor und verbessert somit nachweislich die Sicherheit der Bevölkerung. Die Rückfallquoten im Maßregelvollzug sind deshalb deutlich niedriger als im Strafvollzug." Die Zahl der in den Maßregelvollzug eingewiesenen Patienten steige seit Jahren an, der LWV sei vom Land Hessen mit Therapie und Sicherung dieses Personenkreises beauftragt und müsse gesellschaftlich verantwortbare Lösungen erarbeiten, um bei wachsenden Patientenzahlen Qualität und Erfolg der Behandlung im Interesse der Sicherheit zu ermöglichen.
Als falsch bezeichnete Bauer in diesem Zusammenhang verbreitete Informationen, nach denen die Stadt Hadamar die Errichtung einer forensischen Klinik im dortigen Zentrum für Soziale Psychiatrie „Am Mönchberg" abgelehnt habe. Richtig sei vielmehr, dass der LWV in Hadamar seit Jahrzehnten erfolgreich suchtkranke Rechtsbrecher behandele und dazu auch immer wieder das Einvernehmen vor Ort anstrebe.








