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Sperrfrist: 19. Dezember 2003, 10 Uhr
Kassel, 19. Dezember 2003

Mehr Werkstattplätze im Main-Kinzig-Kreis – LWV fördert Bauvorhaben
des Behindertenwerks Main-Kinzig e. V.



Kassel/Bad Soden-Salmünster (lwv): Als „sinnvolles und notwendiges Projekt zur beruflichen Integration seelisch behinderter Menschen im Main-Kinzig-Kreis" hat heute LWV-Landesdirektor Lutz Bauer die vom Behindertenwerk Main-Kinzig e. V. errichtete Werkstatt für seelisch behinderte Menschen in Bad Soden-Salmünster gelobt. Das Behindertenwerk schließe durch das Bauvorhaben eine Versorgungslücke, die insbesondere für den nordöstlichen Teil des Kreisgebietes ausgemacht worden sei. Bei einem Termin vor Ort übergab der LWV-Chef unter Teilnahme des Kreisbeigeordneten und Sozialdezernenten des Main-Kinzig-Kreises, Erich Pipa, einen Bewilligungsbescheid über 383.000 € an Martin Berg, den Geschäftsführer des Behindertenwerks. Das aus der Ausgleichsabgabe stammende Geld stellt der LWV für Erwerb, Umbau und Ausstattung einer neuen Werkstatt in Bad Soden-Salmünster zur Verfü-gung, die nun 30 Arbeitsplätze für Menschen mit einer seelischen Behinderung bereitstellt. Außerdem wird mit den Mitteln die maschinelle Ausstattung der Reha-Werkstätten in Hanau und Gelnhausen ergänzt, die vom gleichen Träger betrieben werden.

Bauer unterstrich bei der Bescheidübergabe die gute Zusammenarbeit mit dem Behindertenwerk Main-Kinzig, welches im Kreisgebiet vielfältige Angebote für Menschen mit Behinderungen in rund 40 Einrichtungen mit rund 600 Mitarbeiter/innen bereithalte. Ein Schwerpunkt bildeten Angebote zum Wohnen und Arbeiten für Menschen mit geistigen und seelischen Behinderungen. Bauer lobte die intensive fachliche Kooperation zwischen dem LWV und dem Behindertenwerk, die auch durch eine sehr ähnliches Selbstverständnis geprägt sei: Gemeinsam gehe man dabei auch neue und innovative Wege, sagte Bauer und verwies auf das Anfang dieses Jahres gestartete Projekt „Wohnen im Verbund“, mit dem die bisher praktizierte Trennung zwischen dem Wohnen im Wohnheim und dem Betreuten Wohnen aufgehoben würde. Das Wohnen im Verbund führe die Durchlässigkeit bei verschiedenen Wohnformen ein, stärke die Selbstbestimmung ihrer Bewohner und erlaube dem Einrichtungsträger flexibleres Handeln.

Für die Errichtung einer neuen Werkstatt für Menschen mit seelischen Behinderungen erwarb das Behindertenwerk in Bad Soden-Salmünster ein früheres Druckereigebäude. Mit Ausnahme des Bürobereiches befinden sich alle Flächen im Erdgeschoss des Gebäudes, sind somit gut zugänglich und als Werkstatt für Menschen mit einer seelischen Behinderung gut geeignet. Dort soll der Produktionszweig "Mailingservice“, also ein Post- und Versanddienst mit allen dazugehörigen Nebenarbeiten, stattfinden. Mit dem Zuschuss kann in Hanau-Großauheim eine Scanneranlage zur Datenarchivierung installiert werden, die bis zu 20 Werkstattplätze bereithält. Am Standort Gelnhausen soll ein Druck- und Kopierservice größeres Gewicht erhalten. Dazu werden dort neue Geräte angeschafft.

Der Investitionsumfang für die Werkstattumbauten beträgt insgesamt voraussichtlich rd. 1,16 Mio. €. An der Finanzierung beteiligt sich neben dem LWV auch das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung und das Hessische Sozialministerium. Das Behindertenwerk Main-Kinzig e. V. komplettiert die Finanzierung mit einem Eigenanteil. Der Finanzierungsanteil des LWV wird zum Teil als Zuschuss und zum Teil als Darlehen gewährt.

„Das heute geförderte Vorhaben ist natürlich nicht das einzige Projekt, welches wir mit Mitteln der Ausgleichsabgabe im Main-Kinzig-Kreis unterstützen" sagte Bauer und wies darauf hin, dass seit 1989, einschließlich der nun geförderten Maßnahme, rund 8 Mio. € in Vorhaben in den Main-Kinzig-Kreis flossen (Gesamtinvestitionssumme rund 30 Mio. €). Mit diesen Mitteln wurden Vorhaben verschiedener Einrichtungsträger gefördert. Aus Mitteln der Ausgleichsabgabe werden Angebote für berufstätige Behinderte gefördert – dazu gehören neben Werkstätten wie der künftigen in Bad Soden-Salmünster und Wohnstätten für behinderte Menschen, vorrangig die Ausstattung und die Schaffung neuer behindertengerechter Arbeitsplätze in privaten und öffentlichen Unternehmen. Weitere Investitionsvorhaben würden voraussichtlich in Kürze in Langenselbold und Hanau gefördert.