„Bindeglied zwischen Bürgern und Klinik" -
Beirat der Klinik für forensische Psychiatrie in Hadamar konstituiert
Kassel/Hadamar (lwv): In Hadamar hat sich gestern Abend der Beirat für die Forensische Klinik innerhalb des Zentrums für Soziale Psychiatrie Am Mönchberg konstituiert. Die Mitglieder des Beirates, die durch den Träger der Klinik, den LWV Hessen, auf Vorschlag der Stadt Hadamar berufen wurden, kommen überwiegend aus der Bürgerschaft der Kommune und sollen künftig den Betrieb der Klinik begleiten. Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder des Beirates den Hadamarer Bürgermeister Hans Beresko, als Stellvertreter fungiert Dr. Jens Peter Müller aus dem Kreis der Hadamarer Bürger. Der Beirat solle die Funktion eines Bindegliedes zwischen Bevölkerung und Klinik übernehmen, sagte LWV-Landesdirektor Lutz Bauer anlässlich des ersten Zusammentreffens des Gremiums. Er erhoffe sich dabei auch, dass Vorbehalte und Ängste in der Bevölkerung abgebaut werden könnten, denn: „Die forensische Klinik in Hadamar stellt kein Sicherheitsrisiko für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde dar. Durch die therapeutischen Maßnahmen produzieren wir vielmehr Sicherheit für die Kommune und das ganze Land." Auf die anerkannten Ergebnisse und die Qualität der Arbeit in den forensischen Kliniken blicke man mit Stolz zurück. Bauer wies darauf hin, dass im Beirat wichtige örtliche Partner Berücksichtigung gefunden hätten, aber auch ungebundene Bürger/innen seien auf eine Mitarbeit angesprochen worden. „Alle Bürger/innen, die sich für die Mitarbeit im Beirat zur Verfügung gestellt haben, leisten einen wichtigen Beitrag an der unverzichtbaren gesellschaftlichen Aufgabe, suchtkranken Rechtsbrechern den Weg zurück in die Gesellschaft zu ermöglichen. Ihnen sage ich meinen herzlichen Dank."
Im Auftrag des Landes Hessen übernimmt der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) den Maßregelvollzug für psychisch kranke und suchtkranke Rechtsbrecher, die in seinen Kliniken für forensische Psychiatrie behandelt und zugleich gesichert untergebracht werden. Die Therapie hat das Ziel einer Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Für die kommenden Jahre wird ein weiterhin steigender Bedarf an Therapieplätzen prognostiziert, daher müssen hessenweit – wie auch in den anderen Bundesländern – neue Kapazitäten geschaffen werden.
Fachlich ist der LWV auf diese Aufgabe vorbereitet: Seine Gremien haben dazu bereits im August 2001 ein Konzept beschlossen, welches eine Ausweitung der Platzzahlen an vorhandenen Standorten und die Ausweisung neuer Standorte vorsieht.
Mit Forensikbeiräten, die an allen Klinikstandorten aufgebaut werden, soll eine stärkere Einbindung der kommunalen Selbstverwaltung und der örtlichen Bevölkerung ermöglicht werden. Zu den Aufgaben des Beirates gehören:
- Betrieb und Entwicklung der Klinik zu begleiten,
- Beschwerden Hadamarer Bürger über die Klinik und ihre Patienten zu erörtern,
- das Verständnis und die Akzeptanz für Aufgaben des Maßregelvollzugs zu fördern sowie
- Diskussionsforum über den Maßregelvollzug in seinen verschiedenen Dimensionen zu sein.
Die Mitglieder des Beirates können sich über Fragen der inhaltlichen und organisatorischen Durchführung des Maßregelvollzugs, insbesondere über Therapie- und Sicherheitskonzepte von der Leitung der Klinik für forensische Psychiatrie Hadamar unterrichten lassen sowie die Klinik besichtigen. Im Beirat sind sowohl wichtige politische und gesellschaftliche Kräfte als auch ungebundene Bürger/innen vertreten. Der Beirat soll mindestens einmal im Vierteljahr tagen. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Unterrichtung der Öffentlichkeit über seine Arbeit.
Die in der Pressemitteilung aufgelisteten Mitglieder und deren Vertreter des Beirates der Klinik für forensische Psychiatrie Hadamar sind hier wegen der nicht barrierefreien Tabellierung nicht beigefügt. Bei Bedarf stellen wir die Liste gern zur Verfügung.








