Kassel, 19. August 2003
Weichen für neue psychiatrische Versorgung im Werra-Meißner-Kreis gestellt
LWV, Landkreis und ver.di unterzeichnen gemeinsame Erklärung
Kassel/Eschwege (lwv): Nach intensiven Verhandlungen unterzeichneten heute der Landesdirektor des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV), Lutz Bauer; der Landrat des Landkreises Werra-Meißner, Dieter Brosey, sowie ver.di-Gewerkschaftssekretär Frank Lange eine gemeinsame Erklärung zur Übernahme des LWV-Zentrums für Soziale Psychiatrie (ZSP) Werra-Meißner durch die Kreiskrankenhaus Eschwege GmbH. Damit stellten sie die Weichen für eine Neuorganisation der psychiatrischen Versorgung im Werra-Meißner-Kreis. „Heute haben wir einen wichtigen Schritt getan, um die klinisch-psychiatrische Versorgung im Werra-Meißner-Kreis auf Dauer für die Bürger und Bürgerinnen der Region weiter zu verbessern“, so LWV-Landesdirektor Lutz Bauer anlässlich der Unterzeichnung.
In der gemeinsamen Erklärung sind allgemeine Grundsätze im Interesse der Patientenversorgung und der Arbeitnehmer/innen bei der vorgesehenen Übernahme der Trägerschaft des ZSP festgehalten. Die unterzeichnenden Partner haben sich auf Regeln zum „Übergang der Arbeitsverhältnisse“, „Schutz der Arbeitnehmer/innen“ sowie auf einen Personalüberleitungsvertrag und einen Kooperationsvertrag verständigt. „Wir wollen damit den Übergang so reibungslos wie möglich gestalten“, so Landrat Dieter Brosey.
Mit der gemeinsamen Erklärung verfolgen die drei Institutionen das Ziel, die klinisch-psychiatrische Versorgung im Werra-Meißner-Kreis zu erhalten, zu verbessern und weiterzuentwickeln; Arbeitsplätze langfristig im Kreisgebiet zu sichern und die Rechte und Anwartschaften der vom Übergang betroffenen Arbeitnehmer/innen durch einen Personalüberleitungsvertrag zu wahren.
In dem vom Werra-Meißner-Kreis 1994 verabschiedeten Psychiatrieplan wird die Umwandlung des ZSP Werra-Meißner in eine psychiatrische Abteilung an einem Allgemeinkrankenhaus angestrebt. Die LWV-Verbandsversammlung beschloss im Juni 2002 die Trägerschaft des ZSP Werra-Meißner in Hessisch Lichtenau zum 1. Januar 2004 vom LWV auf die Kreiskrankenhaus Eschwege GmbH übergehen zu lassen. Das ZSP Werra-Meißner stellt derzeit mit seiner Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie die stationäre Versorgung psychisch kranker Menschen im Werra-Meißner-Kreis sicher. Die Klinik verfügt über 72 vollstationäre Betten sowie 15 teilstationäre Plätze in der Tagesklinik am Kreiskrankenhaus in Eschwege. Darüber hinaus gehören zu der Einrichtung eine Institutsambulanz in der Klinik Am Meißner sowie eine Institutsambulanz in Eschwege und eine in Witzenhausen. Zudem bietet das ZSP 50 anerkannte Plätze im Betreuten Wohnen und eine ambulante Ergotherapie. Die Gesamtplanungen des Werra-Meißner-Kreises und des LWV zur Übertragung des psychiatrischen Versorgungsauftrages sehen vor, dass in Eschwege neben der vorhandenen Tagesklinik 43 stationäre Betten in einer psychiatrischen Abteilung geschaffen werden sollen, in Witzenhausen soll neben der Institutsambulanz eine Tagesklinik mit 15 Plätzen entstehen. Damit reduziert sich die Zahl der Plätze im stationären/teilstationären Bereich von 87 auf 73.
Die psychiatrische Abteilung am Kreiskrankenhaus Eschwege soll in einem Neubau untergebracht werden, der im Wesentlichen mit Mitteln aus dem Hessischen Krankenhausbauprogramm des Landes finanziert werden soll. Das Land Hessen hat auch in der 3. Fortschreibung des Hessischen Krankenhausplanes die Zusammenführung von stationärem und tagesklinischem Bereich der Psychiatrie in Eschwege festgeschrieben.








