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Kassel, 5. September 2003

LWV fördert neue Werkstattplätze in Friedberg


Kassel/Friedberg (lwv): Als einen „wertvollen und notwendigen Beitrag zur Integration seelisch behinderter Menschen im Wetteraukreis" hat heute LWV-Verbandsdirektor Lutz Bauer den vom Diakonischen Werk Wetterau geplanten Neubau einer Werkstatt für seelisch behinderte Menschen in Friedberg gelobt. Bei einem Termin vor Ort übergab der LWV-Chef unter Teilnahme des Kreisbeigeordneten des Wetteraukreises und LWV-Abgeordneten Bardo Bayer einen Bewilligungsbescheid über 754.000 € an Gerhard Wolf, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Wetterau. Das aus der Ausgleichsabgabe stammende Geld stellt der LWV für den Neubau einer Werkstatt zur Verfügung, die über 60 Arbeitsplätze verfügen soll. Die Planungen sehen dort die Einrichtung eines Arbeitstrainingsbereiches, Montagegruppen, Druck-, Kopier- und Postversandservice, einen Hauswirtschaftsservice, Waschsalon und eine Fahrradwerkstatt vor.

Mit der Erweiterung seiner Werkstattkapazitäten durch diesen Neubau reagiert das Diakonische Werk Wetterau auf einen vorhandenen Bedarf: Bisher existiert im Wetteraukreis keine Werkstatt für seelisch behinderte Menschen. Bauer unterstrich bei der Bescheidübergabe die gute Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Wetterau, welches im Kreisgebiet vielfältige dezentrale Angebote für psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen bereithält. Dazu gehören Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen, Betreutes Wohnen, Tagesstätten, Angehörigen- und Betroffenengruppen und Gemeindeclubs. Auch ist das Diakonische Werk Wetterau im Auftrag des LWV-Integrationsamtes Träger des Integrationsfachdienstes zur beruflichen Integration behinderter Menschen. Bauer lobte die intensive fachliche Kooperation zwischen dem LWV und dem Diakonischen Werk, die auch durch eine sehr nahe Unternehmensphilosophie zum Ausdruck komme: Gemeinsam wolle man zur Integration von Menschen mit einer Behinderung in die Gesellschaft beitragen und dabei deren Selbstbestimmung stärken.

Für die Errichtung einer neuen Werkstatt für Menschen mit seelischen Behinderungen will das Diakonische Werk im Industriegebiet West in Friedberg von der Stadt Friedberg ein Grundstück erwerben. Durch die Standortentscheidung wurde bewusst die Nähe zu anderen Industrie- und gewerblichen Betrieben gesucht. Der Investitionsumfang für den Werkstättenneubau beträgt insgesamt voraussichtlich rd. 2,57 Mio. €. An der Finanzierung beteiligt sich neben dem LWV auch das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung und das Hessische Sozialministerium. Die Diakonie komplettiert die Finanzierung mit einem Eigenanteil. Der Finanzierungsanteil des LWV wird zum Teil als Zuschuss und zum Teil als Darlehen gewährt.

„Das heute geförderte Vorhaben ist natürlich nicht das einzige Projekt, welches wir mit Mitteln der Ausgleichsabgabe im Wetterau-Kreis unterstützen" sagte Bauer und wies darauf hin, dass in den letzten 15 Jahren, einschließlich der nun geförderten Maßnahme, mehr als 6,7 Mio. € in Vorhaben in den Wetteraukreis flossen (Gesamtinvestitionssumme rund 36 Mio. €). Mit diesen Mitteln wurden Vorhaben verschiedener Einrichtungsträger gefördert. Aus Mitteln der Ausgleichsabgabe werden Angebote für berufstätige Behinderte gefördert – dazu gehören neben Werkstätten wie die in Friedberg und Wohnstätten für behinderte Menschen, vorrangig die Ausstattung und die Schaffung neuer behindertengerechter Arbeitsplätze in privaten und öffentlichen Unternehmen.