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| Bild: Blick auf die damalige Landesheilanstalt Hadamar auf dem Mönchberg mit schwarzer Rauchfahne aus dem Schornstein, 1941 (LWV-Archiv, Fotosammlung) - Zoomlink -
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Gedenkstätte Hadamar
Durch die Gedenkstätte Hadamar erinnert der Landeswohlfahrtsverband Hessen an die Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Verbrechen in der damaligen Landesheilanstalt Hadamar in den Jahren 1941 bis 1945.

Im Rahmen der NS-"Euthanasie"-Aktion wurden an diesem Ort ungefähr 15.000 Männer, Frauen und Kinder ermordet, zuerst, 1941, durch Kohlenmonoxidgas und später, 1942 bis 1945, durch Überdosen an Medikamenten und systematische Unterernährung. Neben psychisch kranken und behinderten Menschen fanden hier auch Kinder mit einem jüdischen Elternteil, tuberkulosekranke Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen sowie kranke Wehrmachtsangehörige den Tod.

Die Gedenkstätte besteht aus dem ehemaligen Anstaltsfriedhof mit Massengräbern, aus den noch erhaltenen Kellerräumen mit Resten von Gaskammer, Seziertischen und Krematorium sowie aus einer umfangreichen Ausstellung zur Geschichte der NS-"Euthanasie"-Verbrechen. Besuchergruppen stehen außerdem Seminarräume, ein Filmvorführraum und eine Präsenzbibliothek zur Verfügung. Den Ausstellungskatalog "Verlegt nach Hadamar. Die Geschichte einer NS-'Euthanasie'-Anstalt" (ISBN 3-89203-011-1) können Sie hier zum Preis von 5,00 Euro plus Versandkosten online bestellen.



Betreuung der Besucherinnen und Besucher

Führungen sind nach Voranmeldung während der Öffnungszeiten möglich, bei Bedarf auch an Wochenenden. Die ca. zwei- bis dreistündige Führung beinhaltet in der Regel eine Einführung in das Thema, die Begehung der Ausstellung und der authentischen Kellerräume sowie eine Abschlussdiskussion. Die Gedenkstätte bietet auch Studientage und ein- oder mehrtägige Seminare zu weiterführenden Themen an.

Vor einem Gruppenbesuch mit einer Schulklasse empfiehlt sich eine Vorbereitung mit den "Informations- und Arbeitsmaterialien für den Unterricht zum Thema 'Euthanasie'-Verbrechen im Nationalsozialismus" (ISBN 3-89203-023-5), die Sie hier zum Preis von 5,00 Euro plus Versandkosten online bestellen können. Weitere Veröffentlichungen zur Gedenkstätte Hadamar und zu benachbarten Themen sind über unsere Seite "Publikationen" online bestellbar.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Donnerstag von 9.00 bis 16.00 Uhr (außer an Feiertagen)
Freitag von 9.00 bis 13.00 Uhr (außer an Feiertagen)
| Bild: Hadamar - Reste der Gaskammer aus dem Jahr 1941 (Foto 1991 - LWV-Archiv, Fotosammlung) - Zoomlink -
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jeweils am 1. Sonntag im Monat von 11.00 bis 16.00 Uhr

Post- und Besuchsanschrift

Gedenkstätte Hadamar
Mönchberg 8
D- 65589 Hadamar
Telefon: 0 64 33-9 17-1 72
Telefax: 0 64 33-9 17-1 75
E-Mail: gedenkstaette-hadamar@lwv-hessen.de
Internet: www.gedenkstaette-hadamar.de


Anreise

Mit dem Auto:
Aus Richtung Frankfurt oder Köln auf der A 3 bis zur Ausfahrt "Limburg-Nord", dort auf die B 49 Richtung Gießen, bis zur Abfahrt "Runkel / Dehrn / Ahlbach", Richtung Ahlbach, hinter dem Ort Richtung Hadamar, in Hadamar der Beschilderung "Gedenkstätte Hadamar" folgen. Aus Richtung Gießen auf der B 49 Richtung Limburg bis zum Abzweig der B 54 Richtung Siegen, auf der B 54 bis zur Abfahrt "Hadamar", in Hadamar der Beschilderung "Gedenkstätte Hadamar" folgen.
Mit dem Zug:
Bis zum Bahnhof "Limburg (Lahn)", dort umsteigen in einen Zug zum Bahnhof "Hadamar", von dort 6 Minuten Fußweg zur Gedenkstätte.

Hinweis

In der Etage oberhalb der Gedenkstätte Hadamar befindet sich die "Internationale Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Hadamar" des Internationalen Bundes Behindertenhilfe Hessen. Dort stehen u. a. Übernachtungsgelegenheiten für Besuchsgruppen zur Verfügung.
Adresse:
Internationale Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte
Mönchberg 8
65589 Hadamar
Telefon: 0 64 33 / 93 01 76
Telefax: 0 64 33 / 93 01 77
E-Mail: Jgdbeg-Staette-Hadamar@internationaler-bund.de



Chronologie der Gedenkstätte Hadamar

1953
Im Eingang des Hauptgebäudes der damaligen Landesheilanstalt Hadamar enthüllt der Landesrat und spätere Zweite Landesdirektor des LWV, Dr. Friedrich Stöffler, am 13. März ein Relief zum Gedenken der rund 15.000 Opfer der NS-"Euthanasie"-Morde . Die Gedenktafel gilt als das erste derartige Mahnmal in Deutschland. Mit dieser Enthüllung beginnt in Hadamar das offizielle Gedenken der NS-"Euthanasie"-Opfer.

1964
Der Anstaltsfriedhof, auf dem die 3.000 – 4.000 Opfer aus der zweiten Mordphase (1942–1945) bestattet sind, wird in eine Gedenkstätte mit Mahnmal und symbolischen Grabsteinen umgewandelt. Der Gedenkfriedhof wird vom damaligen Kirchenpräsidenten Martin Niemöller eingeweiht.

1983
Die Räume im Keller der früheren Anstalt, die Teil der Tötungsanlage waren, werden am 23. November für die Öffentlichkeit mit einem Symposium geöffnet. Eine erste Ausstellung dokumentiert die grausamen Taten.

1989
Im Erdgeschoss des ehemaligen Hauptgebäudes des Psychiatrischen Krankenhauses Hadamar werden der Gedenkstätte Hadamar Ausstellungs-, Film- und Seminarräume, Archiv, Bibliothek und Büros zur Verfügung gestellt.

1991
Die neue Dauerausstellung im Erdgeschoss der Gedenkstätte wird eröffnet und löst die bisherige Ausstellung im Keller ab. In den folgenden Jahren wird das pädagogische Angebot ausgebaut. Jährlich besuchen zwischen 10.000 und 20.000 Besucherinnen und Besucher die Gedenkstätte.

2002
Dem LWV-Archiv werden in der Gedenkstätte Hadamar Videobänder mit Interviews überlebender Opfer von NS-Psychiatrie-Verbrechen durch die "Survivours of the Shoah Visual History Foundation" des amerikanischen Regisseurs Steven Spielberg übergeben. Die Videos sind in der Videosammlung des LWV-Archivs zugänglich.

2006
Am 13. Januar, dem 65. Jahrestag der ersten Ermordung in der Hadamarer Gaskammer, wird der Öffentlichkeit eine vollständige "Opferliste" vorgestellt. Diese enthält die Namen und Lebensdaten aller etwa 15.000 in Hadamar ermordeten "Euthanasie"-Opfer (siehe LWV-Pressemitteilung vom 13.01.2006).