DER LWV AUF EINEN BLICK
Kurzinformation 2011
WER WIR SIND
KOMMUNALVERBAND
Der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) wird als landesweiter Kommunalverband getragen von den Landkreisen und kreisfreien Städten. In ihrem Auftrag finanziert er soziale Leistungen für behinderte, psychisch kranke sowie sozial benachteiligte Menschen und unterstützt sie in ihrem Alltag und im Beruf. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LWV in Kassel, Darmstadt und Wiesbaden stellen das sicher.
SOZIALHILFETRÄGER
Eine wachsende Zahl von Menschen mit Behinderung – zurzeit sind es rund 51.700 – haben in Hessen Anspruch auf Unterstützung bei der Alltagsbewältigung. Nach dem Gesetz ist es Aufgabe des LWV, diese Unterstützung zu finanzieren. Dazu gehört zum Beispiel die Eingliederungshilfe. Ziel ist, dass Menschen möglichst selbstständig und selbstbestimmt leben können. Soweit möglich, sollen sie am gesellschaftlichen Leben in ihrer Gemeinde oder ihrem Stadtviertel teilnehmen und einer Beschäftigung nachgehen können. Der LWV setzt sich seit langem dafür ein, dass Menschen mit Behinderung in ihren eigenen vier Wänden Unterstützung erhalten (Betreutes Wohnen). Er finanziert außerdem Leistungen für Menschen, die in Wohnheimen leben, in Tagesstätten betreut werden und/oder in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten.
INTEGRATIONSAMT
Partner für über 90.000 berufstätige behinderte Menschen in Hessen und deren Arbeitgeber ist das Integrationsamt des LWV. Dessen Mitarbeiter/innen beraten Firmen, die Arbeitsplätze so umbauen lassen, dass Menschen trotz Einschränkung dort arbeiten können, und geben finanzielle Hilfen an behinderte Arbeitnehmer sowie deren Arbeitgeber. Hier unterstützt der LWV vorrangig Betriebe des ersten Arbeitsmarktes. Integrationsfachdienste (IFD) begleiten und unterstützen hessenweit im Auftrag des LWV behinderte Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz. Finanziert werden diese Aufgaben über die so genannte Ausgleichsabgabe: Nach dem SGB IX sind Firmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern/innen verpflichtet, mindestens fünf Prozent schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Tun sie das nicht, dann zahlen sie die Ausgleichsabgabe.
SOZIALE ENTSCHÄDIGUNG
Ein eigener Fachbereich betreut die in Hessen lebenden Kriegs-, Wehr- und Zivildienstbeschädigten sowie deren Familienmitglieder und Hinterbliebene. Die Hauptfürsorgestelle des LWV berät diese Menschen und gibt finanzielle Hilfen. Sie ist auch Ansprechpartner für Menschen mit Impfschäden und für Opfer von Gewalttaten, die nach dem Gesetz anerkannt sind.
SCHULTRÄGER
Der LWV ist Träger von 13 überregionalen Förderschulen und fünf Frühförderstellen in Hessen. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche so zu fördern, dass behinderungsbedingte Nachteile so weit wie möglich ausgeglichen werden. In Bad Camberg, Homberg/Efze, Frankfurt und Friedberg werden hörgeschädigte Kinder und Jugendliche unterrichtet, in Homberg/ Efze und Friedberg blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche. Zu den Schulen gehören Internate (außer in Frankfurt) und Frühförderstellen. In Idstein und Wabern gibt es Schulen für Erziehungshilfe und Kranke. Dort werden Schülerinnen und Schüler unterrichtet, die besondere pädagogische Angebote benötigen. An den psychiatrischen Kliniken für Kinder und Jugendliche sind Schulen für Kranke angegliedert, die die jungen Patienten während ihres Klinikaufenthalts besuchen.
ALLEINGESELLSCHAFTER DER VITOS GMBH
Der LWV ist Alleingesellschafter der Vitos GmbH, einer Unternehmensholding, zu der psychiatrische Kliniken für Erwachsene, für Kinder und Jugendliche und zwei Fachkliniken für Neurologie bzw. Orthopädie gehören. Die Holding unterhält außerdem Kliniken für forensische (gerichtliche) Psychiatrie, in denen psychisch kranke oder suchtkranke Rechtsbrecher behandelt werden. Vitos ist der größte Krankenhausträger in Hessen und stellt einen wesentlichen Teil der psychiatrischen Versorgung sicher. Zu Vitos gehören auch Heilpädagogische Einrichtungen für geistig behinderte Menschen, vielfältige Wohn- und Förderangebote (begleitende psychiatrische Dienste) für seelisch behinderte Menschen und zwei Jugendhilfeeinrichtungen.
LWV IN ZAHLEN
FINANZRAHMEN
Die Aufgaben des LWV werden in erster Linie von den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten finanziert. Über die sogenannte Verbandsumlage tragen sie die Unterstützungsleistungen für Menschen mit Behinderung. Aus der Verbandsumlage erhält der LWV in diesem Jahr 1,06 Mrd. Euro. Weitere Einnahmen des LWV kommen aus dem Kommunalen Finanzausgleich, der Ausgleichsabgabe hessischer Unternehmen und der Kriegsopferfürsorge. Einen kleinen Teil seiner Ausgaben für die überörtliche Sozialhilfe bekommt der LWV erstattet, etwa von Renten- und Unfallversicherungsträgern, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften. Der Haushalt 2011 hat ein Volumen von 1,57 Mrd. Euro. Der größte Teil (1,28 Mrd. Euro) fließt in die Eingliederungshilfe. Bei stetig wachsenden Fallzahlen nutzt der LWV durch individualisierte Hilfen und eine solide Finanzwirtschaft die sich bietenden Möglichkeiten der Kostendämpfung.
LEISTUNGEN IM RAHMEN DER ÜBERÖRTLICHEN SOZIALHILFE (Kreisdiagramm)
Leistungen in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen: 268.373.000 Euro
Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft: 98.002.000
Hilfen zu selbstbestimmtem Leben in betreuten Wohnmöglichkeiten: 621.497.000 Euro
Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten: 28.675.000 Euro
Blindenhilfe/Blindengeld: 52.986.000
Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung: 60.708.000 Euro
Übrige Bereiche: 21.716.000 Euro
Hilfe zur Pflege: 65.615.000 Euro
Hilfe zu einer angemessenen Schulausbildung/Ausbildung für einen angemessenen Beruf: 67.348.000 Euro
Gesamtausgaben: 1.284.920.000 Euro
MITARBEITER
Zum 31.12.2010 beschäftigte der LWV 1.046 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den drei Verwaltungsstandorten in Kassel, Darmstadt und Wiesbaden. In Förderschulen und -zentren sowie in weiteren Einrichtungen waren 508 Beschäftigte tätig. Die Vitos GmbH beschäftigt rund 8.800 Mitarbeiter.
VERBANDSVERSAMMLUNG
Die Verbandsversammlung ist das oberste beschließende Gremium des LWV Hessen, sie wird auch das „Hessische Sozialparlament“ genannt. Die 75 Abgeordneten der Verbands versammlung werden von den Kreistagen der Landkreise bzw. den Stadtverordnetenversammlungen der kreisfreien Städte gewählt. Eine Wahlperiode dauert fünf Jahre, die 14. Wahlperiode geht in diesem Jahr zu Ende. Zur Vorberatung bildet die Verbandsversammlung wie alle Parlamente Fachausschüsse. Präsident der Verbandsversammlung ist Robert Becker.
VERWALTUNGSAUSSCHUSS
Der Verwaltungsausschuss führt die Geschäfte des LWV. Er ist vergleichbar mit dem Magistrat der Städte und dem Kreisausschuss der Landkreise in Hessen. Ihm gehören zwei hauptamtliche Mitglieder und zehn ehrenamtliche Beigeordnete an. Den Vorsitz führt Landesdirektor Uwe Brückmann, seine Stellvertreterin ist die Erste Beigeordnete Evelin Schönhut-Keil. Dr. Peter Barkey ist der einzige ehrenamtliche Beigeordnete mit eigenem Geschäftsbereich. Hauptamtliche wie ehrenamtliche Mitglieder des Verwaltungsausschusses werden durch die Verbandsversammlung gewählt.
IMPRESSUM
Herausgeber
Landeswohlfahrtsverband Hessen
Öffentlichkeitsarbeit
Ständeplatz 6 - 10, 34117 Kassel
pressestelle@lwv-hessen.de
Tel. 0561 1004-2536
Text, Redaktion
Elke Bockhorst, Jörg Daniel
Gestaltung
Konzeption+Design, Sabine Dilling
Fotos
Lisa Farkas, Rolf K. Wegst, Uwe Zucchi, Kasseler Werkstatt
Druck
Druckerei des LWV Hessen
Stand
April 2011
www.lwv-hessen.de
www.vitos.de








