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Erinnern und Gedenken


Landeswohlfahrtsverband Hessen


Kontaktinformation



Bei Fragen können Sie sich auch wenden an:
Landeswohlfahrtsverband Hessen
Fachbereich Archiv/Gedenkstätten/Historische Sammlungen
Kölnische Straße 30, 34117 Kassel
Telefon:
05 61/10 04 - 2277 Prof. Dr. Christina Vanja oder
05 61/10 04 - 2018 Brigitte Riemenschneider oder
05 61/10 04 - 2606 Anita Winklhöfer
Telefax:
05 61/10 04 - 1277 oder 05 61/10 04 - 1018
E-Mail: kontakt-archiv@lwv-hessen.de
Stand: Dezember 2008






Zum Inhalt



Vorwort
Vorbemerkung
ZSP Rheinblick gemeinnützige GmbH, Eltville
ZSP Rehbergpark gemeinnützige GmbH, Herborn
ZSP Kurhessen gemeinnützige GmbH, Bad Emstal
Klinikum Weilmünster gemeinnützige GmbH
ZSP Haina gemeinnützige GmbH
ZSP Am Mönchberg gemeinnützige GmbH, Hadamar
ZSP Mittlere Lahn gemeinnützige GmbH, Standort Marburg
ZSP Mittlere Lahn gemeinnützige GmbH, Standort Gießen
ZSP Bergstraße gemeinnützige GmbH, Heppenheim
ZSP Philippshospital gemeinnützige GmbH, Riedstadt
ZSP Hochtaunus gemeinnützige GmbH, Friedrichsdorf
SPZ Kalmenhof gemeinnützige GmbH, Idstein
Haupt- und Regionalverwaltung Kassel
Wanderausstellung
Historische Schriftenreihe

Abkürzungen:
ZSP = Zentrum für Soziale Psychiatrie
SPZ = Sozialpädagogisches Zentrum



Vorwort



Seit seiner Gründung im Jahre 1953 nimmt der Landeswohlfahrtsverband Hessen die Aufgabe und Verpflichtung wahr, an die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen in seinen Einrichtungen und Verwaltungen zu erinnern und ihrer zu gedenken. In den letzten Jahrzehnten haben unterschiedliche Formen und Inhalte des Erinnerns und Gedenkens neben der zentralen Gedenkstätte in Hadamar zu unterschiedlichen Denkmalen und Erinnerungsformen in den einzelnen Einrichtungen geführt. Die Schriften des Fachbereichs „Archiv, Gedenkstätten und Historische Sammlungen“, von denen einige im Anhang genannt werden, und die Internetpräsentation des Landeswohlfahrtsverbandes dokumentieren die menschenverachtenden Verbrechen während des so genannten Dritten Reiches umfassend.

Die jetzt wieder aufgelegte und überarbeitete Broschüre Erinnern und Gedenken soll sowohl eine rasche regionale Orientierung gewährleisten als auch als Informationsquelle für alle Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen und die Öffentlichkeit dienen.

Moderne soziale Dienstleistung und demokratisch legitimierte Sozialpolitik dürfen auch diese historischen und zeitgeschichtlichen Aspekte ihrer Aufgaben nicht übersehen. Ohne Rücksicht auf die Vergangenheit fehlt der heutigen Arbeit eine wichtige Dimension der Selbstkritik gerade in der Zusammenarbeit mit behinderten und kranken Menschen. Das gilt vorrangig, wenn Autonomie und Selbstbestimmung gefördert werden sollen.

Kassel, Frühjahr 2008

Dr. Peter Barkey
Beigeordneter LWV Hessen



Vorbemerkung



Der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) übernahm ein schweres historisches Erbe, indem er Einrichtungen übernahm, die an den nationalsozialistischen „Euthanasie"-Verbrechen beteiligt waren. Landesheilanstalten bzw. Landes-Heil- und Pflegeanstalten, wie sie damals bezeichnet wurden, gingen von den beiden hessischen Bezirkskommunalverbänden Kassel und Wiesbaden sowie vom Land Hessen auf den LWV über, ebenso die damalige Heilerziehungsanstalt
Kalmenhof in Idstein sowie weitere Einrichtungen. 1967/68 übernahm
der LWV das Krankenhaus der Stadt Frankfurt a. M. in Köppern.

Die Zahl der Menschen, die in diesen Einrichtungen in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden, kann nur schwer beziffert werden. Von mindestens 20.000 bis 30.000 NS-„Euthanasie"-Opfern muss allerdings für den Bereich des heutigen Bundeslandes Hessen ausgegangen werden.

Alle im Jahr 1953 übernommenen psychiatrischen Einrichtungen sowie der
Kalmenhof waren – wenn auch in unterschiedlicher Intensität - an den nationalsozialistischen „Euthanasie"-Verbrechen beteiligt, und zwar teils als
  • Gasmordanstalt der nationalsozialistischen Krankenmordorganisation
    „T4" (Hadamar)

  • Kindermordanstalten (so genannte „Kinderfachabteilungen") der
    Tarnorganisation „Reichsausschuss" (Eichberg, Kalmenhof)

  • Tötungsanstalten der zweiten Mordphase (Medikamentenmorde)
    1941/42 bis 1945 (Eichberg, Hadamar, Kalmenhof, Köppern,
    wahrscheinlich Weilmünster)

  • Hungeranstalten, in denen Patienten und Patientinnen durch Nahrungsmittelentzug
    ums Leben gebracht wurden (insbesondere
    Weilmünster und Riedstadt, in unterschiedlicher Intensität auch alle
    anderen Anstalten)

  • so genannte „Zwischenanstalten" für Mordopfer auf dem Weg in die
    Tötungsanstalt Hadamar (Eichberg, Weilmünster, Herborn, Kalmenhof)

  • so genannte „Sammelanstalten" für jüdische Psychiatriepatienten, d. h.
    als Zwischenstation auf dem Weg in die Gaskammern in Hadamar und
    Brandenburg (Heppenheim, Gießen)

  • Anstalten, aus denen Patienten in „Euthanasie“-Einrichtungen oder in
    Konzentrationslager verlegt wurden (Eichberg, Weilmünster, Herborn,
    Kalmenhof, Marburg, Merxhausen, Haina, Heppenheim, Gießen, Riedstadt)


Außerdem befand sich in der damaligen Landesarbeitsanstalt Breitenau ein so genanntes „Arbeitserziehungslager" der Gestapo, wo mehrere Tausend ausländische Zwangsarbeiter inhaftiert waren.

Auch andere LWV-Vorgängereinrichtungen waren im Zweiten Weltkrieg unter der NS-Herrschaft in das System der Zwangsarbeit einbezogen. Der LWV hat 2001 beschlossen, mit einem symbolischen Betrag der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" beizutreten und dokumentiert damit seine historische Verantwortung für Einsatz und Inhaftierung von Zwangsarbeitskräften in den Vorgängereinrichtungen.

Die dauerhafte Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen ist dem Landeswohlfahrtsverband Hessen, auch namens seiner Vorgängerverbände und -institutionen, Auftrag und Anliegen zugleich. Bereits in den 1950er Jahren gab es im LWV – wenn auch erst vereinzelt – Ansätze zur Aufklärung über die Verbrechen und zur Erinnerung an die Opfer. Ein Relief erinnert in Hadamar seit
1953 an die dortigen Opfer. Einen wichtigen Schritt bedeutete ebenso die
Gestaltung eines Gedenkfriedhofs in Hadamar im Jahr 1964. Doch erst mit den 1980er Jahren begann eine intensivere Auseinandersetzung mit den Ursachen und Wirkungen der NS-Zeit. Seitdem richtete der LWV nach und nach in seinen Psychiatrischen Krankenhäusern und Sozialpädagogischen Einrichtungen Gedenkstätten, Mahnmale und historische Ausstellungen ein, damit die Verbrechen der Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten und sich Ähnliches nie
wiederholt. In seiner Gedenkstätte Hadamar beteiligt sich der Landeswohlfahrtsverband Hessen durch pädagogische Angebote aktiv an der historischpolitischen Bildung in Hessen. Diese Arbeit wird durch das Land Hessen unterstützt.

Koordiniert und wissenschaftlich betreut wird die Gedenkstättenarbeit durch den Bereich „Archiv/Gedenkstätten/Historische Sammlungen" bei der Haupt- und Regionalverwaltung Kassel des LWV Hessen. Die vorliegende Broschüre soll einen Überblick und eine Orientierung über die bisherigen Gedenkstätten, Ausstellungen und über ausgewählte Publikationen geben.



Zentrum für Sozaile Psychiatrie GmbH, Eltville - ehemals Landesheilanstalt Eichberg



Die Heil- und Pflegeanstalt Eichberg wurde im Jahr 1849 durch die Herzöge von Nassau gegründet. Sie war in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine der modernsten Einrichtungen für psychisch kranke und behinderte Menschen ihrer Zeit. Im Nationalsozialismus
bildete die Einrichtung eine von neun Zwischenanstalten für die Tötungsanstalt Hadamar. Der ärztliche Direktor Dr. Friedrich Mennecke war seit 1939 zudem als „T4“-Gutachter für die Berliner „Euthanasie“-Zentrale tätig. In der Landesheilanstalt Eichberg befand sich auch eine so genannte „Kinderfachabteilung“. Hier wurden in den Jahren 1941 bis 1945 ca. 430 Kinder und Jugendliche ermordet. Dabei kam es
zu einer engen Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg, wo unter der Leitung von Prof. Dr. Carl Schneider pathologisch-anatomische Studien an den Gehirnen der Ermordeten vorgenommen wurden.

Ausstellung
  • Wissen und irren. Psychiatriegeschichte aus zwei Jahrhunderten – Eberbach und Eichberg.
    Die Ausstellung wurde 1999 aus Anlass des 150. Jubiläums der Einrichtung Eichberg erstellt und dokumentiert ausführlich auch die Zeit des Nationalsozialismus auf dem Eichberg. Die Ausstellung wurde im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten einer breiten Öffentlichkeit im Kloster Eberbach vorgestellt.


Gedenkstätten
  • Gedenkkreuz auf dem Friedhof des ZSP Rheinblick (seit 1985)

  • Gedenktafel und Rosenbeet an der Kapelle auf dem Gelände des
    ZSP Rheinblick (seit 1988)

  • Gedenkstein gegenüber der Kapelle (seit 1993)


Publikation (Auswahl)
  • Christina Vanja/Steffen Haas/Gabriela Deutschle/Wolfgang Eirund/Peter Sandner (Hg.): Wissen und irren. Psychiatriegeschichte aus zwei Jahrhunderten – Eberbach und Eichberg, Kassel 1999 (Historische Schriftenreihe des LWV Hessen,
    Quellen und Studien Band 6)


Weitere Informationen
Zentrum für Soziale Psychiatrie
Rheinblick gGmbH, Eltville
Kloster-Eberbach-Straße 4,
65346 Eltville am Rhein

Telefon: 0 61 23 - 60 20
Telefax: 0 61 23 - 60 22 97

Vorzimmer der Geschäftsleitung:
Telefon: 0 61 23 - 60 22 21

Ansprechpartnerin:
Dipl. Psych. Gabriela Deutschle

Internet: www.zsp-rheinblick.de

E-Mail: info@zsp-rheinblick.de



Zentrum für Soziale Psychiatrie Rehbergpark Herborn gemeinnützige GmbH - ehemals Landesheilanstalt Herborn



Die Landesheilanstalt Herborn wurde aufgrund des steigenden Bedarfs an psychiatrischen Pflegeplätzen im Jahr 1911 durch den preußischen Bezirksverband Wiesbaden eröffnet. Zwischen 1934 und 1939 wurden im Operationsraum der Einrichtung über tausend Zwangssterilisationen bei angeblich erbkranken Menschen durchgeführt. Im Jahr 1940 wurden 38 jüdische Patienten abtransportiert und ermordet. Im Jahr 1941 bildete die Landesheilanstalt Herborn eine von neun Zwischenanstalten für die Tötungsanstalt Hadamar. Über 700 Herborner Stammpatienten wurden ermordet. Die Wehrmacht beschlagnahmte nach dem Ende der „T4“-Aktion die Gebäude und eröffnete ein Lazarett. Nur wenige Patienten verblieben in Herborn als Arbeitskräfte.

Ausstellung
  • Museum des Zentrum für Soziale Psychiatrie Rehbergpark gGmbH, Herborn. Das Museum, das allgemein über die Krankenhausgeschichte informiert, geht auch auf die Geschichte der Landesheilanstalt im Nationalsozialismus ein.


Gedenkstätten
  • Gedenkstein mit Inschrift im Eingangsbereich der Klinik (seit 1989)


Weitere Informationen

Zentrum für Soziale Psychiatrie
Rehbergpark gGmbH, Herborn
Austraße 40, 35745 Herborn

Telefon: 0 27 72 - 50 40
Telefax: 0 27 72 - 50 45 99

Vorzimmer der Geschäftsleitung:
Telefon: 0 27 72 - 50 45 14

Ansprechpartner:
Walter Schöndorf

Internet: www.rehbergpark.com

E-Mail: info@rehbergpark.com



Zentrum für Soziale Psychiatrie Kurhessen gemeinnützige GmbH, Bad Emstal - ehemals Landesheilanstalt Merxhausen



Die Landesheilanstalt Merxhausen wurde im Jahr 1533 von Landgraf Philipp dem Großmütigen von Hessen als eines von vier Hohen Hospitälern gestiftet und diente der Versorgung hilfsbedürftiger Frauen. Im 19. Jahrhundert spezialisierte sich die Einrichtung auf den Bereich der Psychiatrie. Träger der Einrichtung wurde nach 1866 der Bezirksverband Kassel, der die Einrichtung ab 1880 durch Neubauten vergrößerte. Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurde, begründet mit Wirtschaftlichkeitserwägungen, die Zahl der Patientinnen in Merxhausen insbesondere ab 1937 ständig erhöht, so dass die Belegung auf rund 1.200 Pfleglinge anstieg. Überdies mussten bei Kriegsbeginn Patientinnen aus der geräumten Anstalt Merzig im Saarland aufgenommen werden. Dadurch verschlechterten sich die Lebensbedingungen für die Kranken bereits deutlich. Die jüdischen Patientinnen wurden 1940 nach Gießen gebracht und von dort in Tötungsanstalten gefahren. Rund 500 Frauen brachte das Personal 1941 in die Zwischenanstalten Herborn und Eichberg. Von hier wurden sie nach Hadamar transportiert und dort ermordet. Vor allem in den letzten Kriegsjahren sank die Zahl der Patienten in Merxhausen aufgrund der bei schlechter Versorgung zunehmenden Todesfälle auf ca. 345 Patienten.

Ausstellung
  • Ausstellung im Kreuzgang des Klostergebäudes Merxhausen.

  • Ein Ortsmuseum wird zur Zeit eingerichtet.


Gedenkstätten
  • Gedenktafel am Verwaltungsgebäude (seit 1989)

  • Gedenkkreuz auf dem Friedhof (seit 1989)

  • In den Räumen der Außenstelle Guxhagen befindet
    sich seit 1983 die Gedenkstätte Breitenau in
    Trägerschaft des „Vereins zur Förderung der
    Gedenkstätte und des Archivs Breitenau e. V."
    Die Gedenkstätte erinnert an die Geschichte des
    Ortes als „frühes KZ" und als „Arbeitserziehungslager"
    im Nationalsozialismus. Die Gedenkstätte
    wird vom LWV finanziell unterstützt.
    Internet: www.gedenkstaette-breitenau.de


Publikation (Auswahl)
  • Walter Heinemeyer/Tilman Pünder (Hg.): 450 Jahre Psychiatrie in Hessen, Marburg 1983


Weitere Informationen

Zentrum für Soziale Psychiatrie
Kurhessen gGmbH, Bad Emstal
Landgraf-Philipp-Straße 9,
34308 Bad Emstal

Telefon: 0 56 24 - 6 00
Telefax: 0 56 24 - 6 05 16

Vorzimmer der Geschäftsleitung:
Telefon: 0 56 24 - 6 03 10

Ansprechpartner:
Konrad Ochse (Priv.: 0 5624 - 64 92)

Internet: www.zsp-kurhessen.de

E-Mail: info@zsp-kurhessen.de



Klinikum Weilmünster gemeinnützige GmbH - ehemals Landesheilanstalt Weilmünster



Die Landesheilanstalt Weilmünster wurde im Jahr 1897 durch den preußischen Bezirksverband Wiesbaden als „Provinzialirrenanstalt“ gegründet. Bis 1921 diente die Einrichtung der Pflege psychisch kranker und behinderter Menschen insbesondere aus dem Frankfurter Raum. In der Weimarer Republik erfolgte die Umwandlung in ein Volkssanatorium. Im Jahr 1933 wurde die Landesheilanstalt wieder eingerichtet.

Im Jahr 1941 diente die Landesheilanstalt als eine von neun Zwischenanstalten für die Tötungsanstalt Hadamar. In Weilmünster kamen zwischen 1942 und 1945 (zweite „Euthanasie“-Phase) ca. 2.100 Menschen durch so genannte Hungerkuren und Überdosen an Medikamentengaben ums Leben. Ihre Leichen wurden auf dem Anstaltsfriedhof in Massengräber gelegt.

Ausstellung
  • Heilanstalt – Sanatorium – Kliniken. 100 Jahre Krankenhaus Weilmünster 1897 – 1997.
    Die Ausstellung wurde 1997 aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Einrichtung in Weilmünster durch das Archiv des LWV Hessen erstellt und wird jetzt als Dauerausstellung im Sozialzentrum des Klinikums präsentiert.


Gedenkstätten
  • Gedenkfriedhof im Wald oberhalb des Klinikgeländes
    (Gestaltung 2003)

  • Gedenkstein mit Inschrift auf dem Gedenkfriedhof
    (seit 1991)

  • Mahnmal (Steingruppe) auf dem Klinikgelände (seit 1991)


Publikationen (Auswahl)
  • Christina Vanja (Hg.): Heilanstalt – Sanatorium – Kliniken. 100 Jahre Krankenhaus Weilmünster 1897-1997, Kassel 1997 (Historische Schriftenreihe des LWV Hessen, Quellen und Studien Band 4)

  • Faltblatt: 1897 – 1997. 100 Jahre Krankenhaus Weilmünster. Heilanstalt – Sanatorium - Kliniken


Weitere Informationen

Klinikum Weilmünster gGmbH
Weilstraße 10, 35789 Weilmünster

Telefon: 0 64 72 - 60 0
Telefax: 0 64 72 - 60 26 0

Vorzimmer der Geschäftsleitung:
Telefon: 0 64 72 - 60 30 3

Ansprechpartner: Vorzimmer der
Geschäftsleitung 0 64 72 - 60 30 1

Internet: www.klinikum-weilmuenster.de

E-Mail: info@klinikum-weilmuenster.de



Zentrum für Soziale Psychiatrie Haina gemeinnützige GmbH - ehemals Landesheilanstalt Haina



Die Landesheilanstalt Haina wurde im Jahr 1533 von Landgraf Philipp dem Großmütigen von Hessen als eines von vier Hohen Hospitälern gestiftet und diente zunächst der Versorgung hilfsbedürftiger Männer. Seit dem 19. Jahrhundert ist Haina eine psychiatrische Einrichtung. Träger der Einrichtung wurde nach 1866 der Bezirksverband Kassel. In Haina stieg die Patientenzahl während der Jahre 1937 bis 1939 – auch bedingt durch Patientenaufnahmen aus der nach Kriegsbeginn geräumten Anstalt Merzig im Saarland – auf ca. 1.200 Patienten an. Im Jahr 1941 wurden 460 Männer über die Zwischenanstalten Idstein und Weilmünster in die Tötungsanstalt Hadamar verlegt. 17 psychisch kranke Straftäter wurden im Jahr 1944 in das Konzentrationslager Mauthausen bei Linz überführt und kamen dort vermutlich zu Tode. Die Zahl der Todesfälle stieg in Haina bis zum Kriegsende durch Unterversorgung an.

Ausstellung
  • Psychiatriemuseum Haina
    Das im ZSP Haina (Kloster) untergebrachte Psychiatriemuseum Haina, das 1992 durch das Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen eingerichtet wurde, geht auch auf die Zeit des Nationalsozialismus ein.



Gedenkstätten
  • Gedenkstein auf dem Friedhof (seit 1990)

  • Gedenkstein auf dem Gelände des ZSP Haina (Kloster) (seit 1989)


Publikationen (Auswahl)
  • Walter Heinemeyer/Tilman Pünder (Hg.): 450 Jahre Psychiatrie in Hessen, Marburg 1983

  • Arnd Friedrich/Fritz Heinrich/Christina Vanja ( Hg.): Das Hospital am Beginn der Neuzeit. Soziale Reform in Hessen im Spiegel europäischer Kulturgeschichte, Petersberg 2004 ( Historische Schriftenreihe des LWV Hessen, Quellen und Studien Band 11)

  • Faltblatt: Psychiatriemuseum Haina. Historische Einrichtungen des LWV Hessen


Weitere Informationen

Zentrum für Soziale Psychiatrie Haina
gGmbH
35114 Haina

Telefon: 0 64 56 - 91 0
Telefax: 0 64 56 - 91 23 0

Vorzimmer der Geschäftsleitung:
Telefon: 0 64 56 - 91 20 0

Ansprechpartner:
Dr. Horst Hecker
(nur Dienstag, Samstag und Sonntag;
in den Monaten November bis März nur
am 1. Wochenende im Monat)

Internet: www.zsp-haina.de

E-Mail: info@psych-haina.de



Zentrum für Soziale Psychiatrie Am Mönchberg gemeinnützige GmbH, Hadamar - ehemals Landesheilanstalt Hadamar



In Hadamar wurde im Jahr 1883 eine Korrigenden- und Landarmenanstalt durch den preußischen Bezirksverband Wiesbaden gegründet. Zu diesem Zweck wurde auf dem Mönchsberg (ehemals Standort eines Franziskanerklosters) ein Neubau errichtet. Hier wurde im Jahr 1906 die dritte „Bezirks-Irrenanstalt“ im Regierungsbezirk Wiesbaden untergebracht. Nach dem Ersten Weltkrieg kam ein Psychopathinnenheim hinzu. Im Jahr 1940 übergab der Bezirksverband die Landesheilanstalt Hadamar an die „T4“-Zentrale in Berlin. Die Heilanstalt wurde aufgelöst und das Gebäude zur Tötungsanstalt umgebaut (Gaskammer getarnt als Dusche; Verbrennungsöfen). Aus den Zwischenanstalten Eichberg, Herborn, Kalmenhof/Idstein, Scheuern und Weilmünster im heutigen Bundesland Hessen, Weinsberg und Wiesloch im heutigen Bundesland Baden-Württemberg, Galkhausen im heutigen Bundesland Nordrhein- Westfalen und Andernach im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz wurden hier von Januar bis August 1941 über 10.000 Menschen durch Gas ermordet. Nach dem Ende der „T4-Aktion“ kamen in einer zweiten „Euthanasie“-Phase bei erneuter enger Zusammenarbeit zwischen dem Bezirksverband Wiesbaden und der Berliner „T4“- Zentrale über 4.400 Menschen aus dem gesamten damaligen Deutschen Reich durch gezielte Tötungen mit Medikamenten ums Leben. Unter den Opfern befanden sich ab 1943 „halbjüdische“ Fürsorgezöglinge, tuberkulosekranke Zwangsarbeiter/innen und ihre Kinder sowie psychisch kranke SS-Angehörige und Soldaten.

Gedenkstätten
  • Gedenktafel im Eingangsbereich des ehemaligen Hauptgebäudes (seit 1953)

  • Gedenkfriedhof mit Mahnmal und symbolischen Grabsteinen (seit 1964)

  • Gedenkstätte in den Kellerräumen (seit 1983)

  • Gedenkstätte Hadamar auf einer Fläche von 700 Quadratmeter als Zentrum pädagogischer Vermittlungsarbeit und wissenschaftlicher Aufarbeitung in Trägerschaft des LWV (seit 1991)

  • Gedenkglocke des „Bundes der ,Euthanasie‘-Geschädigten und Zwangssterilisierten
    e. V." (seit 1991)

  • Gedenkort für Kinder auf dem Friedhofsgelände (2003)

  • Gedenkort Busgarage (seit 2006)




Zentrum für Soziale Psychiatrie Am Mönchberg gemeinnützige GmbH, Hadamar - ehemals Landesheilanstalt Hadamar



Ausstellung
  • „Verlegt nach Hadamar". Die Geschichte einer NS-„Euthanasie"-Anstalt.
    Die 1991 eröffnete Dauerausstellung wurde auf einer Fläche von ca. 200 Quadratmetern im Erdgeschoss des ehemaligen Hauptgebäudes der Landesheilanstalt Hadamar erstellt. Die Ausstellung korrespondiert mit den historischen Kellerräumen, wo 1941 in einer Gaskammer über 10.000 kranke und behinderte Menschen ermordet wurden.


Drittmittel
  • Die Gedenkstätte Hadamar wird von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und vom Hessischen Kultusministerium (durch Abordnung von Lehrern) unterstützt.


Weitere Informationen

Gedenkstätte Hadamar
Mönchberg 8
65589 Hadamar

Telefon: 0 64 33 – 91 71 72
Telefax: 0 64 33 – 91 71 75

Internet: www.gedenkstaette-hadamar.de

E-Mail: gedenkstaette-hadamar@lwv-hessen.de

Ansprechpartner: PD Dr. Georg Lilienthal

Jugendbegegnungsstätte
  • Seit Frühjahr 2001 besteht in der Etage über der Gedenkstätte Hadamar die „Internationale Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte", die vom „Internationalen Bund" getragen wird. Dort können Schulklassen und andere Jugend- oder auch Erwachsenengruppen übernachten. Nähere Informationen hierzu über

    IJBBS Hadamar
    Mönchberg 8, 65589 Hadamar
    Tel.: 0 64 33 – 93 01 76, Telefax: 0 64 33 – 93 01 77
    Mail: jgdbeg-staette-hadamar@internationaler-bund.de


Publikationen (Auswahl)
  • „Verlegt nach Hadamar". Die Geschichte einer NS-„Euthanasie"-Anstalt, hg. v. LWV Hessen, bearb. v. Bettina Winter, Kassel 1991, 3. Aufl. 2002 (Historische Schriftenreihe des LWV Hessen, Kataloge)

  • Dorothee Roer/Dieter Henkel (Hg.): Psychiatrie im Faschismus. Die Anstalt Hadamar 1933-1945, Bonn und Frankfurt a.M. 1986, 3 Aufl. 2003

  • Peter Sandner: Verwaltung des Krankenmordes. Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus, Gießen 2003 (Historische Schriftenreihe des LWV Hessen, Hochschulschriften Band 2)

  • Uta George/Georg Lilienthal/Volker Roelcke/Peter Sander/Christina Vanja (Hg.): Hadamar. Heilstätte, Tötungsanstalt, Therapiezentrum, Marburg 2006 ( Historische Schriftenreihe des LWV Hessen, Quellen und Studien Band 12)

  • Faltblatt: Gedenkstätte Hadamar

  • Faltblatt: Euthanasie in Hadamar. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in hessischen Anstalten

  • Uta George/Stefan Göthling (Hg): „Was geschah in Hadamar in der Nazizeit?“ Ein Katalog in leichter Sprache (= Schriftenreihe „Geschichte verstehen“ des Vereins zur Förderung der Gedenkstätte Hadamar e.V. und des Netzwerkes People First Deutschland e.V., H. 1), Kassel 2005

  • Uta George (ed.): „Transferred to Hadamar.“ An English Catalogue about the
    Nazi-„Euthanasia“-Crimes in Hadamar, Kassel 2005 (Historische Schriftenreihedes LWV Hessen, Kataloge)


Weitere Informationen

Zentrum für Soziale Psychiatrie
Am Mönchberg gGmbH, Hadamar
Mönchberg 8, 65589 Hadamar

Telefon: 0 64 33 - 91 70
Telefax: 0 64 33 - 91 72 72

Vorzimmer der Geschäftsleitung:
Telefon: 0 64 33 - 91 72 71

Internet: www.zsp-hadamar.de

E-Mail: info@zsp-hadamar.de



Zentrum für Soziale Psychiatrie Mittlere Lahn gemeinnützige GmbH Standort Marburg - ehemals Landesheilanstalt Marburg



Die „Irrenanstalt Marburg“ wurde 1876 in Kooperation mit der Universität Marburg vor allem zur Behandlung „heilbarer“ Patienten durch den preußischen Bezirksverband Kassel gegründet. Nach der Jahrhundertwende wurde die Einrichtung Heil- und Pflegeanstalt. Im Jahr 1940 wurden die jüdischen Patienten nach Gießen und von hier in eine Tötungsanstalt verlegt. Im folgenden Jahr wurden von Marburg aus im Zuge des „T4“-Programms ca. 200 Patienten in Zwischenanstalten transportiert und dann in Hadamar ermordet. In den letzten Kriegsjahren dienten die Gebäude auch einem Kriegslazarett. Dem Lazarett standen von ursprünglich 700 Patientenbetten 540 zur Verfügung. Viele der aus diesem Grund aus Marburg verlegten psychiatrischen Patienten kamen in anderen Pflegeanstalten ums Leben.

Ausstellung
  • Ziele und Wege der Psychiatrie in Marburg an der Lahn.
    Die Ausstellung wurde anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Einrichtung 2001 vom Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes erstellt und wird im ZSP Mittlere Lahn in Marburg als Dauerausstellung präsentiert.

  • Ein vom Zentrum für Soziale Psychiatrie 2001 eingerichteter „Historischer Pfad" macht durch Hinweistafeln auf die frühere Funktion einzelner Gebäude aufmerksam und schließt dabei auch die NS-Zeit mit ein.


Publikation (Auswahl)
  • Peter Sandner/Gerhard Aumüller/Christina Vanja (Hg.): Heilbar und nützlich. Ziele und Wege der Psychiatrie in Marburg an der Lahn, Marburg 2001 (Historische Schriftenreihe des LWV Hessen, Quellen und Studien Band 8)


Weitere Informationen

Zentrum für Soziale Psychiatrie Mittlere Lahn gGmbH
Standort Marburg
Cappeler Straße 98,
35039 Marburg

Telefon: 0 64 21 - 40 41
Telefax: 0 64 21 - 40 44 42

Vorzimmer der Geschäftsleitung:
Telefon: 0 64 21 - 40 42 25

Ansprechpartner:
Dipl.- Psychologin Hannelore Janski-Sabo
Dr. Ulrich Oehlenschläger

Internet: www.zsp-mittlere-lahn.de

E-Mail: info@zsp-mittlere-lahn.de



Zentrum für Soziale Psychiatrie Mittlere Lahn gemeinnützige GmbH, Standort Gießen - ehemals Landesheil- und Pflegeanstalt Gießen



Die Gründung der Heil- und Pflegeanstalt Gießen erfolgte im Jahr 1911 als Anstalt zur Pflege psychisch kranker und behinderter Menschen durch das Land Hessen (-Darmstadt).

Die Einrichtung fungierte im Herbst 1940 als Sammelanstalt für 126 jüdische Patienten aus verschiedenen Fürsorgeeinrichtungen. Von hier wurden diese in eine Tötungsanstalt (vermutlich Brandenburg an der Havel) gebracht und dort ermordet. Im Jahr 1941 wurden aus Gießen über Zwischenanstalten 261 Menschen verlegt und ermordet. Die Sterberate in der Gießener Einrichtung blieb aufgrund schlechter Versorgung bis zum Kriegsende sehr hoch. In drei Häusern der Heil- und Pflegeanstalt wurde in dieser Zeit eine neurologisch-psychiatrische Beobachtungsstation für Mitglieder der Waffen-SS eingerichtet. Bereits seit 1936 bestand eine enge Zusammenarbeit mit dem „Institut für Erb- und Rassenforschung“ der Universität Gießen unter Dr. Wilhelm Heinrich Kranz.

Ausstellung
  • Vom Wert des Menschen. Die Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Gießen von 1911 bis 1945. Die Dauerausstellung, die von der Gedenkstätte Hadamar zusammen mit Mitarbeitern des Krankenhauses konzipiert wurde, wurde 1998 eröffnet. Die NS-Zeit nimmt den größten Teil der Ausstellung ein.


Gedenkstätte
  • Mahnmal mit Inschrift auf dem Gelände des ZSP Mittlere Lahn in Gießen (seit 1996)


Publikationen (Auswahl)
  • Uta George/Herwig Groß/Michael Putzke/ Irmtraut Sahmland/Christina Vanja (Hg.): Psychiatrie in Gießen. Facetten ihrer Geschichte zwischen Fürsorge und Ausgrenzung, Forschung und Heilung, Gießen 2003 (Historische Schriftenreihe des LWV Hessen, Quellen und Studien Band 9)

  • Faltblatt: Ausstellung: „Vom Wert des Menschen. Die Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Gießen von 1911-1945“


Weitere Informationen

Zentrum für Soziale Psychiatrie Mittlere Lahn GmbH
Standort Gießen
Licher Str. 106,
35394 Gießen

Telefon: 06 41 - 40 30
Telefax: 06 41 - 40 34 90

Vorzimmer der Geschäftsleitung:
Telefon: 06 41 - 40 32 22

Ansprechpartner:
Herwig Groß

Internet: www.zsp-mittlere-lahn.de

E-Mail: info@zsp-mittlere-lahn.de



Zentrum für Soziale Psychiatrie Bergstraße gemeinnützige GmbH, Heppenheim - ehemals Landesheil- und Pflegeanstalt Heppenheim



Die „Landes-Irrenanstalt“ Heppenheim wurde im Jahr 1866 durch das Land Hessen (-Darmstadt) gegründet. Die Konzeption als Reformanstalt geht auf den „Nestor der hessischen Psychiatrie“ Dr. Georg Ludwig zurück, der erster Direktor der neuen Einrichtung wurde.

Die Einrichtung fungierte im Jahr 1941 als Sammelanstalt für jüdische Patienten aus verschiedenen Fürsorgeeinrichtungen in Hessen und Baden, bevor diese von dort in eine Tötungsanstalt abtransportiert und ermordet wurden. Die Hälfte der Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Heppenheim wurde 1941 im Rahmen der Aktion-„T4“ in Hadamar ermordet. Die übrigen in Heppenheim verbliebenen Patienten wurden in andere Einrichtungen verlegt, um Platz für ein Kriegsgefangenenlazarett sowie ein Ausweichkrankenhaus zu schaffen.

Gedenkstätte
  • Metallplastik auf dem Gelände des ZSP Bergstraße (seit 1995)


Publikation (Auswahl)
  • Psychiatrie in Heppenheim. Streifzüge durch die Geschichte eines hessischen Krankenhauses 1866-1992, hg. v. LWV Hessen, bearb. v. Christina Vanja/Peter Eller, Kassel 1993 (Historische Schriftenreihe des LWV Hessen, Quellen und Studien Band 2)


Weitere Informationen

Zentrum für Soziale Psychiatrie
Bergstraße gGmbH, Heppenheim
Ludwigstraße 54,
64646 Heppenheim

Telefon: 0 62 52 - 16 1
Telefax: 0 62 52 - 16 40 0

Vorzimmer der Geschäftsleitung:
Telefon: 0 62 52 - 1 62 30

Ansprechpartner:
Peter Eller

Internet: www.zsp-bergstrasse.de

E-Mail: info@zsp-bergstrasse.de



Zentrum für Soziale Psychiatrie Philippshospital gemeinnützige GmbH, Riedstadt - ehemals Landesheil- und Pflegeanstalt „Philippshospital“ bei Goddelau



Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen stiftete im Jahr 1535 das Landeshospital Hofheim als eines von vier Hohen Hospitälern. Dabei erfüllte die Einrichtung zunächst die Funktion eines Armenhospitals für weibliche Patienten, nahm seit dem 17. Jahrhundert jedoch auch hilfsbedürftige Männer auf. Seit dem 19. Jahrhundert diente die Einrichtung als Heil- und Pflegeanstalt für psychisch Kranke. Anlässlich des 400. Geburtstages des Stifters im Jahr 1904 wurde das „Großherzogliche Landeshospital Hofheim“ in „Philippshospital“ umbenannt und erheblich vergrößert.

Im Nationalsozialismus wurden im Rahmen der Aktion „T4“ fast 600 von 1.100 Patienten nach Hadamar transportiert und dort ermordet. Im „Philippshospital“ starben während der zweiten „Euthanasie“-Phase bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges über 2.300, vor allem ältere, Menschen. Acht forensische Patienten kamen im Konzentrationslager Mauthausen ums Leben.

Ausstellung
  • Museum Philippshospital
    Eine Ergänzung der Museumsausstellung im Philippshospital im Hinblick auf das Thema Nationalsozialismus ist geplant.


Gedenkstätte
  • Gedenkstein mit Inschrift auf dem Krankenhausgelände (seit 1989)


Publikation (Auswahl)
  • Irmtraut Sahmland/Sabine Trosse/ Christina Vanja/Hartmut Berger/Kurt Ernst (Hg.): „Haltestation Philippshospital". Ein psychiatrisches Zentrum - Kontinuität und Wandel, Marburg 2004 (Historische Schriftenreihe des LWV Hessen, Quellen und Studien Band 10)


Weitere Informationen

Zentrum für Soziale Psychiatrie
Philippshospital gGmbH
64560 Riedstadt

Telefon: 0 61 58 - 18 30
Telefax: 0 61 58 - 18 32 33

Vorzimmer der Geschäftsleitung:
Telefon: 0 61 58 - 18 32 03

Ansprechpartner:
Dr. Eberhard Lohmann
(nur mittwochs 11°° bis 15°° Uhr)
Michael Spallek

Internet: www.zspphilippshospital.de

E-Mail: info@zsp-philippshospital.de



Zentrum für Soziale Psychiatrie Hochtaunus gemeinnützige GmbH, Friedrichsdorf - ehemals Frankfurter Pflegeanstalten Köppern/Taunus



Das „Zentrum für Soziale Psychiatrie Hochtaunus gGmbH“ geht auf eine der ersten agrikolen Kolonien zur Therapie von Alkoholikern zurück. Es wurde 1901 als Filiale der Frankfurter Anstalt für „Irre und Epileptische“ eröffnet und bis 1913 zu einer Nervenheilanstalt umgebaut. Die Einrichtung fungierte ab 1933 als Altenheim.

Im Rahmen der „ Aktion Brand“ baute die Stadt Frankfurt die Pflegeanstalt Köppern im Jahr 1943 zu einem Allgemeinkrankenhaus um. Es diente der Unterbringung verletzter Soldaten und für die Kriegsindustrie „wertvoller“ Arbeitskräfte, vor allem aus Frankfurt. Um Platz zu schaffen, wurden die Altenheimpfleglinge aus der Anstalt verlegt oder deren Versorgung bewusst reduziert.

Ausstellung
  • Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Einrichtung 2001 hat das LWVArchiv eine Ausstellung zur Geschichte des Waldkrankenhauses Köppern erstellt, in der auch die NS-Zeit ausführlich behandelt wird. Sie ist als Dauerausstellung im Eingangsbereich der Verwaltung des ZSP Hochtaunus zu sehen.


Gedenkstätte
  • Mahnmal mit Inschrift auf dem Gelände des ZSP in Köppern seit 2001.


Publikationen (Auswahl)
  • Christina Vanja/Helmut Siefert (Hg.): „In waldig-ländlicher Umgebung ...". Das Waldkrankenhaus Köppern: Von der agrikolen Kolonie der Stadt Frankfurt zum Zentrum für Soziale Psychiatrie Hochtaunus, Kassel 2001 (Historische Schriftenreihe des LWV Hessen, Quellen und Studien Band 7)

  • Brigitte Leuchtweis-Gerlach: Das Waldkrankenhaus Köppern (1901-1945). Die Geschichte einer psychiatrischen Klinik, Frankfurt a. M. 2001


Weitere Informationen

Zentrum für Soziale Psychiatrie
Hochtaunus gGmbH, Friedrichsdorf
Emil-Sioli-Weg 1 - 3,
61381 Friedrichsdorf/Taunus

Telefon: 0 61 75 - 79 11
Telefax: 0 61 75 - 79 13 44

Vorzimmer der Geschäftsleitung
Telefon: 0 61 75 - 79 12 29

Ansprechpartner:
Dieter Becker

Internet: www.zsp-hochtaunus.de

E-Mail: info@zsp-hochtaunus.de



Sozialpädagogisches Zentrum Kalmenhof, gemeinnützige GmbH, Idstein - ehemals Heilerziehungsanstalt Kalmenhof



Der „Verein für die Idiotenanstalt zu Idstein“ wurde durch Bürger aus Frankfurt gegründet. Dieser erwarb den alten Gutsbesitz „Calmenhof“ bei Idstein. Die Eröffnung der neuen Anstalt erfolgte im Jahr 1888. Aufgenommen wurden „bildungsfähige“ behinderte Kinder, die durch gezielte Fördermaßnahmen (eigene Schule, Handwerksbetriebe) in die Gesellschaft eingegliedert werden sollten. Nach dem Ersten Weltkrieg änderte man den Namen in „Heilerziehungsanstalt Calmenhof zu Idstein im Taunus“ um. Nach 1933 wurde die Einrichtung gemäß dem „Führerprinzip“ praktisch verstaatlicht.

Der Kalmenhof war im Jahr 1941 eine von neun Zwischenanstalten der Tötungsanstalt Hadamar. Im Krankenhaus der Heilerziehungsanstalt Kalmenhof gab es eine so genannte „Kinderfachabteilung“. Hier ermordeten Ärzte ca. 500 Kinder und Jugendliche mit Überdosen an Medikamenten.

Ausstellung
  • Der Kalmenhof – Geschichte – Kontinuität – Aktualität
    Die Dauerausstellung in der Eingangshalle und im ersten Stock des Verwaltungsgebäudes des SPZ Kalmenhof wurde 1997 der Öffentlichkeit übergeben. Bei der Ausstellung, die insbesondere die NS-Zeit thematisiert, handelt es sich um einen überarbeiteten Ausschnitt der Ausstellung „Erziehbar – Bildbar – Brauchbar", die 1988 zum 100-jährigen Bestehen des Kalmenhofs erstellt worden war.


Gedenkstätten
  • Gedenkkreuz aus Holz auf dem Kinderfriedhof im Bereich des SPZ-Geländes (1984-1987)

  • Gedenktafel auf dem städtischen Friedhof Idstein (seit 1987)

  • Gedenkstätte (Steinrondell mit Inschriften, Metallkreuz) auf dem Kinderfriedhof (seit 1987)


Publikation (Auswahl)
  • Christian Schrapper/Dieter Sengling (Hg.): Die Idee der Bildbarkeit. 100 Jahre sozialpädagogische Praxis in der Heilerziehungsanstalt Kalmenhof, Weinheim/ München 1988 [Band vergriffen]


Weitere Informationen

Sozialpädagogisches Zentrum
Kalmenhof gGmbH
Veitenmühlweg 10,
65510 Idstein

Telefon: 0 61 26 - 23 0
Telefax: 0 61 26 - 23 21 1

Vorzimmer der Geschäftsleitung:
Telefon: 0 61 26 - 2 32 02

Ansprechpartnerin:
Verwaltungsleiterin Ute Jost

Internet: www.spz-kalmenhof.de

E-Mail: info@spz-kalmenhof.de



Haupt- und Regionalverwaltung Kassel des LWV Hessen - ehemals Verwaltung des Bezirksverbandes Kassel und Sitz des Landeshauptmanns der Bezirksverbände Kassel und Wiesbaden



Das Kasseler Ständehaus wurde als erstes kurhessisches Parlamentsgebäude in den Jahren 1834-1836 für den kurhessischen Landtag erbaut. Nach der Auflösung des Kurfürstentums Hessen im Jahr 1866 wurde das Ständehaus Sitz des neuen kommunalen Bezirksverbandes für den Regierungsbezirk Kassel. Im Parlamentssaal tagten bis 1933 der Kasseler Kommunallandtag und der Provinziallandtag der Provinz Hessen-Nassau.

Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde die Selbstverwaltung der Bezirkskommunalverbände aufgehoben, Regimegegner wurden entlassen. Die Zuständigkeiten des Kommunallandtages wurden Ende 1933 auf den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau übertragen. Der Verwaltung stand der Landeshauptmann vor. Er war auch für die Heil- und Pflegeanstalten zuständig. In die „Euthanasie“- und Sterilisationsverbrechen war der Bezirksverband des Regierungsbezirks Kassel vielfach involviert. Insbesondere stellte er das Anstaltspersonal ein, regelte die Anstaltsverpflegung und zeichnete für die Patientenverlegungen verantwortlich. Landeshauptmann für die Bezirksverbände Kassel und Wiesbaden war von 1936 bis zum Kriegsende der Nationalsozialist und SS-Standartenführer Wilhelm Traupel.

Gedenkstätte
  • Im Ständehaus, dem Sitz der Haupt- und Regionalverwaltung Kassel des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, erinnert seit 1991 eine Gedenktafel an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie"- Verbrechen, der Zwangssterilisationen und anderer NSGewaltverbrechen in den hessischen psychiatrischen Krankenhäusern und sonstigen damaligen Fürsorgeeinrichtungen.


Hinweis
  • Die beiden anderen Regionalverwaltungen des LWV Hessen (Wiesbaden und Darmstadt) befinden sich nicht mehr in den Originalgebäuden.


Publikationen (Auswahl)
  • Peter Sandner: Verwaltung des Krankenmordes. Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus, Gießen 2003 (Historische Schriftenreihe des LWV Hessen, Hochschulschriften Band 2)

  • Jens Flemming/Christina Vanja (Hg.): “Dies Haus ist gebaute Demokratie”. Das Ständehaus in Kassel und seine parlamentarische Tradition, Kassel 2007 (Historische Schriftenreihe des LWV Hessen, Quellen und Studien Band 13)


Ansprechpartner:
Fachbereich Archiv/Gedenkstätten/Historische Sammlungen

Landeswohlfahrtsverband Hessen
Fachbereich Archiv/Gedenkstätten/Historische Sammlungen
Kölnische Straße 30,
34117 Kassel
Telefon: 05 61 - 10 04 - 22 77
Telefax: 05 61 - 10 04 - 12 77
Mail: kontakt-archiv@lwv-hessen.de
Ansprechpartnerin: Prof. Dr.Christina Vanja

Wanderausstellung
  • Euthanasie in Hadamar. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in hessischen Anstalten. Die Ausstellung mit 50 Tafeln verdeutlicht das Geschehen in den hessischen Fürsorgeeinrichtungen von 1933 bis 1945 unter Hinweis auf die Vielzahl der Aspekte der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Der Schwerpunkt liegt bei den Einrichtungen, deren Träger heute die LWV-Gesundheitsmanagement GmbH ist und die damals Zentren der Vernichtung waren. Die Ausstellung ist ausleihbar.


Publikation (Begleitband)
  • Euthanasie in Hadamar. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in hessischen Anstalten, hg. v. LWV Hessen, bearb. v. Christina Vanja/Martin Vogt, Kassel 1991 (Historische Schriftenreihe des LWV Hessen) [Band vergriffen]

  • Faltblatt: Euthanasie in Hadamar


Weitere Informationen

Landeswohlfahrtsverband Hessen
Fachbereich Archiv/Gedenkstätten/Historische Sammlung
Kölnische Straße 30,
34117 Kassel

Telefon: 05 61 - 10 04 - 2606,
Telefax: 05 61 - 10 04 - 1606
Ansprechpartnerin: Anita Winklhöfer
E-Mail: kontakt-archiv@lwv-hessen.de





Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverband Hessen

Schriftleitung: Professorin Dr. Christina Vanja (Kassel), Privatdozent Dr. Georg Lilienthal (Hadamar)


Quellen und Studien

Psychiatrie in Heppenheim. Streifzüge durch die Geschichte eines hessischen Krankenhauses 1866 - 1992, bearbeitet von Peter Eller und Christina Vanja, Kassel: Eigenverlag 1993 (175 S.), Euro 17,50

100 Jahre Krankenhaus Weilmünster - Heilanstalt - Sanatorium - Kliniken, herausgegeben von Christina Vanja, Kassel: Eigenverlag 1997 (240 S.), Euro 20,-

Wissen und irren. Psychiatriegeschichte aus zwei Jahrhunderten - Eberbach und Eichberg, herausgegeben von Christina Vanja, Steffen Haas, Gabriela Deutschle, Wolfgang Eirund, Peter Sandner, Kassel: Eigenverlag 1999 (341 S.), Euro 18,-

››In waldig-ländlicher Umgebung ... ‹‹. Das Waldkrankenhaus Köppern: Von der agrikolen Kolonie der Stadt Frankfurt zum Zentrum für Soziale Psychiatrie Hochtaunus, herausgegeben von Christina Vanja, Helmut Siefert, Kassel: Euregio Verlag 2001 (334 S.), Euro 23,90

Heilbar und nützlich. Ziele und Wege der Psychiatrie in Marburg an der Lahn, herausgegeben von Peter Sandner, Gerhard Aumüller, Christina Vanja, Marburg: Jonas Verlag 2001 (448 S.), Euro 25,-

Psychiatrie in Gießen - Facetten ihrer Geschichte zwischen Fürsorge und Ausgrenzung, Forschung und Heilung, herausgegeben von Uta George, Herwig Groß, Michael Putzke, Irmtraut Sahmland, Christina Vanja, Gießen: Psychosozial-Verlag 2003 (606 S.), Euro 29,50

„Haltestation Philippshospital“. Ein psychiatrisches Zentrum – Kontinuität und Wandel 1533 - 1904 – 2004. Eine Festschrift zum 500. Geburtstag Philipps von Hessen, herausgegeben von Irmtraut Sahmland, Sabine Trosse, Christina Vanja, Hartmut Berger, Kurt Ernst, Marburg: Jonas Verlag 2004 (494 S.), Euro 30,-

Hadamar. Heilstätte – Tötungsanstalt – Therapiezentrum, herausgegeben von Uta George, Georg Lilienthal, Volker Roelcke, Peter Sandner, Christina Vanja, Marburg: Jonas Verlag 2006, 2. Auflage 2008 (494 S.), Euro 24,80

An der Wende zur Moderne. Die hessischen Hohen Hospitäler im 18. und 19. Jahrhundert, herausgegeben von Arnd Friedrich, Irmtraut Sahmland und Christina Vanja, Petersberg: Imhof Verlag 2008 (224 S.), Euro 24,90


Hochschulschriften

Band 1: Gabriele Kremer: "Sittlich sie wieder zu heben...". Das Psychopathinnenheim Hadamar zwischen Psychiatrie und Heilpädagogik, Marburg: Jonas Verlag 2002 (336 S.), Euro 25,-

Band 2: Peter Sandner: Verwaltung des Krankenmords. Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus, Gießen: Psychosozial-Verlag 2003 (788 S.), Euro 35,-


Kataloge

„Verlegt nach Hadamar“. Die Geschichte einer NS-“Euthanasie“-Anstalt, bearbeitet von Bettina Winter, Kassel: Eigenverlag 1991, 4. Auflage 2008 (240 S., 156 Abb.), Euro 10,-

Psychiatriemuseum Haina, zusammengestellt von Bettina Winter, Kassel: Eigenverlag 1992 (28 S., 23 Abb.), Euro 2,50

"Transferred to Hadamar". An English Catalogue about the "Euthanasia"-Crimes in Hadamar, herausgegeben von Uta George, Kassel: Eigenverlag 2005 (131 Seiten, 40 Abb.), Euro 7,-


Unterrichtsmaterialien

Informations- und Arbeitshilfen für den Unterricht zum Thema „Euthanasie“- Verbrechen im Nationalsozialismus (enthält die Vorbereitung eines Besuchs der Gedenkstätte Hadamar), bearbeitet von Hubert Hecker und Bettina Winter, Kassel: Eigenverlag 1992 (135 S.), Euro 5,-


Veröffentlichungen der Gedenkstätte Hadamar

Heft 1: Kinder als Besucherinnen und Besucher in der Gedenkstätte Hadamar, bearbeitet von Regine Gabriel, Kassel: Eigenverlag 2002 (88 S.), Euro 7,50

Deckert-Peaceman, Heike; George, Uta; Mumme, Petra (Hg.): Ausschluss. (= Konfrontationen. Bausteine für die pädagogische Annäherung an Geschichte und Wirkung des Holocaust, Heft 3), hg. vom Fritz-Bauer-Institut Frankfurt und der Gedenkstätte Hadamar, Frankfurt 2003.
Euro 7,60

George, Uta; Göthling, Stefan (Hg.): „Was geschah in Hadamar in der Nazizeit?“ Ein Katalog in leichter Sprache (= Schriftenreihe „Geschichte verstehen“ des Vereins zur Förderung der Gedenkstätte Hadamar e.V. und des Netzwerkes People First Deutschland e.V., Heft 1), Kassel 2005, Euro 5,-

Bestelladresse:
Landeswohlfahrtsverband Hessen
Archiv, Gedenkstätten, Historische Sammlungen
Ständeplatz 6-10, 34117 Kassel
Telefon: 0561/ 1004 - 2606 (vormittags) bzw. 2277
Telefax: 0561/ 1004 - 1606 oder 1277
E-Mail-Adresse: kontakt-archiv@lwv-hessen.de

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Impressum

Herausgeber:
Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV)
Ständeplatz 6 - 10, 34117 Kassel
www.lwv-hessen.de

Redaktion: Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen
Text: Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen
Gestaltung: Heiko Horn - Fachbereich 103
Druck: Druckerei des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen
Stand: Dezember 2008