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LANDESWOHLFAHRTSVERBAND HESSEN

Ein Schlüssel
zur eigenen Wohnung



Menschen erzählen
aus ihrem Leben
im Betreuten Wohnen

Ein Heft in leichter Sprache





Hier werden Menschen genannt. Sie haben dieses Heft gemacht. In schwerer Sprache heißt das Impressum.

Herausgeber:
Landes-Wohlfahrts-Verband Hessen
kurz: LWV Hessen
Öffentlichkeitsarbeit
Ständeplatz 6 – 10
34117 Kassel
Telefon: 0561 1004-2536
Fax: 0561 1004-2640
E-Mail: pressestelle@lwv-hessen.de
Internet: www.lwv-hessen.de

Redaktion:
Elke Bockhorst (verantwortlich),
Rose-Marie von Krauss, Christiane Müller, Carmen Vaupel

Texte:
Stella Dammbach, Rose-Marie von Krauss, Gundula Zeitz

Übersetzung in leichte Sprache:
Carmen Vaupel, Rose-Marie von Krauss

Fotos:
Uwe Zucchi, Sabine Kobler

Bilder:
Reinhild Kassing, © Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland e. V.

Gestaltung:
Grunewald GmbH, Digital und Printmedien
www.grunewaldkassel.de

Druck:
1. Auflage August 2009





Wir bedanken uns bei

  • den Anbietern des Betreuten Wohnens,

  • den Betreuern,

  • den Menschen, die wir zu Hause
    im Betreuten Wohnen besucht haben.


Es hat Spaß gemacht, mit ihnen zusammen zu arbeiten.
Ohne sie hätte dieses Heft nicht entstehen können.






Dieses Heft gehört:

Name:






Vorwort



Guten Tag,
liebe Leserinnen und Leser,


Sie wollen dieses Heft über Betreutes Wohnen
lesen. Das freut uns sehr.

In diesem Heft können Sie sehen, wie
Menschen im Betreuten Wohnen leben.
Diese Menschen sagen, was ihnen am
Betreuten Wohnen besonders gefällt.
Sie sagen auch, was schwer ist.

Wir zeigen Ihnen, dass die Menschen im
Betreuten Wohnen nicht allein sind.
Wir schreiben, wie Hilfe aussehen kann.
Vor allem möchten wir Ihnen zeigen:
Es ist toll, eine eigene Wohnung zu haben.
Sie können da viel selbst bestimmen und
Ihre Stärken erkennen.

Und wenn das Leben in der eigenen Wohnung
nicht gleich so klappt, können Sie die
Menschen ansprechen, die Ihnen helfen.
Gemeinsam werden Sie eine Lösung finden.
Betreutes Wohnen gibt es in vielen Orten
in Hessen. Bestimmt auch in Ihrer Nähe.

Der Landes-Wohlfahrts-Verband kümmert sich
um mehr Betreutes Wohnen.
Der Landes-Wohlfahrts-Verband plant
und bezahlt das Betreute Wohnen in Hessen
schon lange. Die Mitarbeiter kennen sich
deshalb gut aus.

Rufen Sie die Mitarbeiter an,
wenn Sie im Betreuten Wohnen leben wollen.
Oder Sie etwas fragen wollen.

Die Telefon-Nummern finden Sie unter Kontakte.

Ihr Uwe Brückmann
Landesdirektor
(Chef beim Landes-Wohlfahrts-Verband)

Ihre Evelin Schönhut-Keil
Erste Beigeordnete
(2. Chef beim Landes-Wohlfahrts-Verband)

Den Text in diesem Heft soll jeder leicht lesen
können. Darum ist der Text nur in männlicher
Sprache geschrieben. Zum Beispiel steht im
Text nur das Wort Mitarbeiter.
Das Wort Mitarbeiterin steht nicht im Text.
Die Mitarbeiter können aber auch Frauen sein.



Inhalt



Vorwort

Die Chefs vom Landes-Wohlfahrts-Verband
sagen Ihnen: Guten Tag.


Einleitung

In diesem Heft erzählen wir Ihnen
etwas über das Betreute Wohnen.


Sie können selbst entscheiden, ob das
Betreute Wohnen das Richtige für Sie ist.


Was bedeutet Betreutes Wohnen?

Ist das Betreute Wohnen
auch etwas für mich?


Wem kann ich Fragen
zum Betreuten Wohnen stellen?


Im Betreuten Wohnen kann ich
in einer eigenen Wohnung leben.
Bei Dingen, die ich nicht allein kann,
wird mir geholfen.
Wie viel Hilfe bekomme ich?


Wer bezahlt das Betreute Wohnen?

„Du kannst alles machen,
egal wann!“

Sevim Amidi sammelte Erfahrungen
im Betreuten Wohnen.

Eine eigene Wohnung
Heidi Lummel und Bernd Dreher
leben zusammen im Betreuten Wohnen.

Kontakte
Hier finden Sie die Mitarbeiter des
LWV Hessen, die Ihre Fragen
zum Betreuten Wohnen beantworten.

Impressum
Hier werden Menschen genannt.
Sie haben dieses Heft gemacht.


Einleitung



In diesem Heft erzählen wir Ihnen
etwas über das Betreute Wohnen.


Zuerst sagen wir Ihnen

  • was man tun muss, wenn man im
    Betreuten Wohnen leben möchte und


  • wie das Betreute Wohnen bezahlt wird.


Danach stellen wir Ihnen Menschen vor,
die schon im Betreuten Wohnen leben.
Wir haben diese Menschen im Betreuten
Wohnen besucht.
Wir haben uns mit ihnen unterhalten.


Sie können selbst entscheiden, ob das
Betreute Wohnen das Richtige für Sie ist.


Unter Kontakte stehen
Namen und Telefon-Nummern von
Mitarbeitern des LWV Hessen.

LWV Hessen ist die Abkürzung für
Landes-Wohlfahrts-Verband Hessen.


Die Mitarbeiter helfen Ihnen,
wenn Sie im Betreuten Wohnen leben wollen.

Sie können auch anrufen,
wenn Sie noch nicht genau wissen,
ob Betreutes Wohnen gut für Sie ist.

Die Mitarbeiter des LWV Hessen beantworten
Ihre Fragen zum Betreuten Wohnen.


Sie freuen sich über Ihren Anruf.


Was bedeutet Betreutes Wohnen?

Sie leben in Hessen und können nicht allein
wohnen, weil Sie eine Behinderung haben.
Dann haben Sie das Recht auf Hilfe beim Wohnen.
So können Sie auch in einer eigenen Wohnung
wohnen.
Bei Dingen, die Sie nicht allein können,
helfen Ihnen Fachleute.
Das nennt man Betreutes Wohnen.

Sie können im Betreuten Wohnen auch mit
Ihrem Partner
oder mit Freunden zusammen
wohnen. Das entscheiden Sie selbst.

Das Betreute Wohnen wird von vielen Stellen
angeboten.
Diese Stellen nennt man Träger.
Ein Träger ist die Diakonie oder die Lebenshilfe.

Wenn Sie in einer eigenen Wohnung leben,
können Sie viele Dinge selbst bestimmen.
Sie entscheiden selbst, was Sie essen möchten.
Sie entscheiden auch,
wann Sie Ihre Wäsche waschen.

Bei Dingen, die Sie nicht ganz allein tun können,
hilft Ihnen ein Mitarbeiter vom Betreuten Wohnen.
Dieser Mitarbeiter besucht Sie einmal oder öfter
in der Woche.

Dann hilft er Ihnen:

  • Er hilft Ihnen, wenn Sie zu einer
    Behörde gehen müssen.


  • Er zeigt Ihnen, wie Sie die Arbeit
    in Ihrer Wohnung selbst schaffen.


  • Er hilft bei Problemen in der
    Wohn-Gemeinschaft.


  • Er hilft bei Problemen mit den Nachbarn.


  • Er hilft bei Problemen an der Arbeit.


Sie können mit dem Mitarbeiter auch über
andere Dinge sprechen.


Ist das Betreute Wohnen
auch etwas für mich?


Sie leben bei Ihren Eltern.
Sie möchten aber in einer eigenen Wohnung
wohnen.
Vielleicht mit Ihrem Partner oder mit Freunden?
Sie haben Angst,
ob Sie Ihren Alltag allein schaffen.
Hier kann das Betreute Wohnen gut für Sie sein.

Sie leben in einem Wohnheim und möchten
lieber eine eigene Wohnung haben.
Auch jetzt kann das Betreute Wohnen
gut für Sie sein.
Sprechen Sie mit dem Mitarbeiter
im Wohnheim darüber.
Vielleicht gibt es in der Einrichtung,
wo Sie leben, auch Betreutes Wohnen.
Oder der Mitarbeiter weiß,
wo es Betreutes Wohnen gibt.

Wenn Sie in eine Werkstatt für behinderte
Menschen
gehen,
fragen Sie die Mitarbeiter in der Werkstatt.


Wem kann ich Fragen
zum Betreuten Wohnen stellen?


Sie wollen mehr über
das Betreute Wohnen wissen?
Dann rufen Sie einen Mitarbeiter
des LWV Hessen an.

Unter Kontakte finden Sie die Namen und die Telefon-Nummern.

Die Mitarbeiter sagen Ihnen,
wo es Betreutes Wohnen gibt.
Sie beantworten auch Ihre Fragen
zum Betreuten Wohnen.


Im Betreuten Wohnen kann ich
in einer eigenen Wohnung leben.
Bei Dingen, die ich nicht allein kann,
wird mir geholfen.
Wie viel Hilfe bekomme ich?


Wenn Sie wissen, wo es Betreutes Wohnen gibt,
rufen Sie dort im Büro an.

Man wird Sie zu einem Gespräch einladen.
Zusammen mit Ihnen wird dann ein Hilfeplan
erarbeitet.
In diesem Hilfeplan steht,

  • was Sie können,


  • wobei Sie Hilfe brauchen und


  • wie viel Hilfe Sie brauchen.


Wenn Sie ins Betreute Wohnen wollen,
müssen Sie einen Antrag schreiben.
Ein Mitarbeiter vom Betreuten Wohnen
hilft Ihnen dabei.


Der Antrag muss zum LWV Hessen.
Da wird geguckt, wie das Betreute Wohnen für
Sie bezahlt wird.

Sie werden vielleicht zu einem Amts-Arzt
eingeladen.
Der Amts-Arzt arbeitet beim Gesundheits-Amt.
Der Amts-Arzt erstellt ein Gutachten.
Das Gutachten ist ein Brief an den LWV Hessen.

Dann werden Sie wieder zu einem Treffen
eingeladen.
Zu dem Treffen kommen auch Fachleute
für das Betreute Wohnen.
Sie besprechen mit den Fachleuten,
wobei Sie Hilfe brauchen.
Und wie viele Stunden in der Woche Sie Hilfe
brauchen.
Das nennt man: Hilfeplan-Konferenz.

Sie können zum Amts-Arzt und zur
Hilfeplan-Konferenz jemanden mitbringen,
dem Sie vertrauen.


Wer bezahlt das Betreute Wohnen?

Das Geld für die Betreuung in Ihrer Wohnung
bezahlt der LWV Hessen.

Damit Sie Geld für Miete, Essen und Kleidung
haben, hilft Ihnen das Sozial-Amt.
Dazu müssen Sie einen Antrag stellen.
Ein Mitarbeiter von dort, wo Sie wohnen,
hilft Ihnen sicher dabei.

Wenn Sie selbst oder Ihr Lebens-Partner Geld
verdienen oder gespart haben,
sagen Sie das in den Anträgen.
Vielleicht müssen Sie dann etwas selbst bezahlen.
Wie viel Geld das ist, steht im Gesetz.
Das prüfen die Mitarbeiter vom LWV Hessen
und vom Sozialamt.
Die Mitarbeiter besprechen das mit Ihnen.
Sie brauchen keine Angst zu haben,
dass Sie zu viel zahlen müssen.

Sie können auch einen Mitarbeiter vom
LWV Hessen anrufen.

Er wird Ihre Fragen gern beantworten.

Unter Kontakte finden Sie
Namen und Telefon-Nummern von
Mitarbeitern des LWV Hessen.


Sevim Amidi,
28 Jahre alt,
im Betreuten Wohnen
der Diakonie Wohnstätten gGmbH
Kassel:

"Du kannst alles machen,
egal wann!"



Unterstützung für ein möglichst
unabhängiges Leben


  • ins Kino gehen,


  • einkaufen,


  • Freunde besuchen oder


  • zu sich nach Hause einladen,


  • gemeinsam kochen,


  • fernsehen,


  • ins Schwimm-Bad gehen,


  • zum Mini-Golf gehen,


  • spazieren gehen,


  • durch die Stadt bummeln …


Sevim Amidi sagt:
Du kannst das alles machen, wenn du willst.
Egal wann. Du musst niemanden fragen.
Das ist toll!


Sevim Amidi ist ein fröhlicher Mensch. Sie hat
viel Lebens-Freude. Sie kann auch viel. Sie weiß
das auch. Das nennt man Selbst-Bewusstsein.

Sevim Amidi sagt:
Ich bin glücklich, seit ich hier wohne.


Sevim Amidi ist in Mazedonien geboren.
Sie lebt aber schon einige Jahre in Deutschland.

Sevim war 23 Jahre alt, als sie in ihre Wohnung
eingezogen ist. Sie ist heute 28 Jahre alt.
Ihre Wohnung ist in der Geibelstraße in Kassel
und hat 2 Zimmer, eine große Küche und ein
Bad. Es gibt auch einen Balkon.

Sevim Amidi wohnt zusammen mit ihrer
Freundin.
Ihre Wohnung ist in einem schönen Haus der
Diakonie-Wohnstätten.
Es gibt dort verschiedene Wohnungen.
In diesem Haus wohnen Menschen mit und
ohne Behinderung.

Auch die Menschen mit Behinderung in
diesem Haus entscheiden selbst über ihr Leben.
Bei Dingen, die sie nicht allein können,
werden sie unterstützt.

  • Was muss ich heute alles tun?


  • Wann mache ich was?


  • Wie halte ich meinen Haushalt in Ordnung?


  • Wie teile ich mein Geld ein, damit es reicht?


  • Wie erledige ich die Dinge bei einem Amt?


  • Wie mache ich Termine beim Arzt?


Bei all diesen Dingen werden Sevim und ihre
Freundin unterstützt.
Da, wo sie gerade Hilfe brauchen.
Die Kosten für diese Unterstützung zahlt
der LWV Hessen.

Auch bei Problemen wird den Bewohnern
geholfen.
Zum Beispiel, wenn es Probleme bei der Arbeit
gibt.

Es gibt auch Freizeit-Angebote.
Die Bewohner der Geibelstraße gehen
zusammen Kegeln. Oder Tanzen.
Sie unternehmen zusammen Ausfl üge.
Oder gehen ins Theater.
Sie nehmen auch an den von den
Diakonie-Wohnstätten angebotenen Reisen teil.

Sevim Amidi sagt:
Wir waren schon in Tunesien und in der Türkei.
Das war cool.


Sie kocht gerade einen großen Topf Nudeln.

Sevim Amidi sagt:
Das wird Nudel-Aufl auf mit Thunfi sch.
Mein Freund ist zu Besuch und nachher kommt
meine Schwester.


Die junge Frau erzählt, dass sie viel Besuch
bekommt. Ihr Freund besucht sie auch oft.
Der Freund von Sevim lebt auch
im Betreuten Wohnen.
Er lebt in einer anderen Stadt.

Sevim Amidi sagt:
Wir hoffen, dass wir irgendwann mal
zusammen-ziehen können.


Sevim Amidi rührt die Nudeln um.

Sevim Amidi sagt:
Übrigens, ich koche gern.


Kochen kann Sevim Amidi gut. Sie arbeitet in
der Kasseler Werkstatt in der Küche.
Die Kasseler Werkstatt gehört zur Sozial-Gruppe
Kassel e. V.

Sevim Amidi sagt:
Ich gehe total gern arbeiten.


Sie erzählt, was in der Küche der Werkstatt zu
ihren Aufgaben gehört:

  • Fleisch, Tomaten und andere
    Dinge schneiden,


  • Salat vorbereiten,


  • Milch-Mix-Getränke machen,


  • Frikadellen braten,


  • die Automaten auffüllen.


Sevim Amidi sagt:
Um 7.30 Uhr fange ich an.
Um 15.20 Uhr ist Feier-Abend.
Dann freue ich mich auf meine Wohnung.
Und ich freue mich, wenn Ellen kommt.


Ellen Koch ist die Betreuerin von Sevim Amidi.
Sie kommt zweimal die Woche.
Dienstags und donnerstags.

Sevim Amidi hat auch noch eine amtliche
Betreuerin. Die hilft Sevim beim Geld einteilen.
Sie holt sich bei der amtlichen Betreuerin
einmal in der Woche das Geld,
das sie zum Leben braucht.


Ellen Koch unterstützt Sevim Amidi bei Dingen,
die mit Behörden zu tun haben.
Ellen Koch kümmert sich auch um Termine
beim Arzt.
Manchmal begleitet sie Sevim dorthin.

Sevim Amidi sagt:
Wir besprechen einfach alles.
Und wir gehen zusammen einkaufen,
Klamotten zum Beispiel oder Möbel.


Das Zimmer von Sevim Amidi ist ganz in Blau.
Der Schrank hat blaue Türen.
Die Kissen und die Bettwäsche sind auch blau.
Blau ist ihre Lieblings-Farbe.

An den Wänden hängen Poster von Jeanette
Biedermann und anderen Stars.
Sevim Amidi hat auch viele Fotos aufgehängt.

Sevim Amidi sagt:
Selbst geknipst. Ich habe mit Ellen zusammen
eine Digital-Kamera gekauft.
Ich mache gerne Fotos.


Sevim Amidi malt auch gern.
Sie malt oft im „amos“.
Amos ist ein Treff-Punkt der
Diakonie-Wohnstätten von Menschen
mit und ohne Behinderung.
Sie hat ihre Bilder bei Ausstellungen gezeigt.
Sevim hat sogar schon einige Bilder verkauft.

Sevim Amidi sagt:
Kreativ sein, das zählt.


Sevim meint damit, es ist wichtig für sie,
gute Ideen zu haben.

Sevim Amidi lacht und sagt:
Aber jetzt ist Schluss. Ich muss kochen.
Sonst ist der Aufl auf nicht fertig, wenn mein
Besuch kommt.






Heidi Lummel
30 Jahre alt und
Bernd Dreher
32 Jahre alt
im Betreuten Wohnen des WfB
Rhein-Main e . V.:


Eine eigene Wohnung



Heidi Lummel und Bernd Dreher leben
zusammen im Betreuten Wohnen


Heidi Lummel und ihr Partner, Bernd Dreher,
stehen am Fenster. Sie warten auf ihren Besuch.
Verena Wedel, die das Betreute Wohnen leitet,
kommt. Sie bringt eine Frau mit,
die für eine Zeitung schreibt.
Der Tisch im Wohn-Zimmer ist gedeckt.
Der Kaffee riecht gut.
Das Gebäck sieht lecker aus.

Heidi Lummel und Bernd Dreher wohnen in
Rüsselsheim. Sie bekommen gern Besuch.
Es macht ihnen Spaß, zu reden.
Sie lernen auch gern neue Menschen kennen.

Ihr Tag ist ähnlich wie der Tag ihrer Nachbarn:
Morgens gehen sie früh zur Arbeit.
Nach der Arbeit erledigen sie den Haushalt.
Danach ist Freizeit.

Heidi Lummel liebt Hand-Arbeiten. Sie hat viele
selbst gemachte Sachen in ihrem Wohn-Zimmer.
An den Wochen-Enden fährt das Paar oft Fahrrad.
Oder sie besuchen die Eltern von Bernd Dreher.
Seine Eltern wohnen auch in Rüsselsheim.

Heidi Lummel und Bernd Dreher leben
gemeinsam in ihrer eigenen Wohnung.
Sie mussten viele Dinge erst lernen,
damit dies möglich wurde.

Heidi Lummel sagt:
Ich war lange im Wohn-Heim.
Dort habe ich gelernt,
wie man sich und seinen Haushalt versorgt.


Das Paar hat zweimal in der Woche
Betreuungs-Zeit.

Heidi Lummel sagt:
Da besprechen und üben wir Dinge,
die wir noch nicht so gut können.
Und da lernen wir immer wieder etwas dazu.


Unterstützt werden die beiden von
Mitarbeitern vom Verein Werkstätten für
Behinderte Rhein-Main e. V.
Das Geld für die Unterstützung zahlt der
LWV Hessen.

Heidi Lummel lacht und sagt:
Wenn es nach mir ginge, könnten wir ruhig
dreimal pro Woche Betreuungs-Zeit haben.
Ich habe nämlich gern Besuch.


Verena Wedel lächelt
und sagt:
Hey, wir wollen nicht mit Euch hier Kaffee trinken.
Wir wollen Euch bei dem unterstützen,
was ihr nicht alleine schafft.


Heidi Lummel hat zuerst in einem
Wohn-Heim gewohnt.
Dort hat sie Bügeln, Kochen und Putzen gelernt.
Dann hat sie im Betreuten Wohnen gelebt.
Sie hat mit einer anderen Frau in einer
Wohn-Gemeinschaft gewohnt.
Heidi Lummel hat dort versucht, ob sie den
Haushalt auch ohne ständige Hilfe schafft.
Erst danach ist sie mit Bernd Dreher in eine
gemeinsame Wohnung gezogen.
Das Paar lebt seit 3 Jahren zusammen in seiner
eigenen Wohnung.

Heidi Lummel und Bernd Dreher kommen
immer besser allein zurecht.
Die junge Frau braucht im Haushalt
kaum noch Hilfe.
Auch das Einkaufen klappt immer besser.

Heidi Lummel sagt:
Heute weiß ich, dass ich immer im Hinterkopf
haben muss, wie viel Geld ich habe.
Und was ich dann davon kaufen kann.


Die meisten Einkäufe erledigt aber Bernd Dreher.

Heidi Lummel sagt:
Er kann eben nicht so gut putzen.
Das hat er zu Hause nicht gelernt.
Also putzt er ein bisschen weniger und
kauft dafür ein.


Beide arbeiten.
Heidi Lummel arbeitet in einer Schule.
Sie macht dort die Küche sauber und trocknet
Geschirr ab.
Sie bügelt dort auch die Wäsche.

Heidi Lummel sagt:
Das macht Spaß und ist das große Los.
Denn dadurch kann ich auch ein bisschen
Geld sparen.


Bernd Dreher arbeitet in der Näherei der
Werkstatt für behinderte Menschen.
Er näht Sicherungs-Gurte für Flugzeuge.

Ihre gemeinsame Wohnung haben sie selbst
gemietet.
Einige Dinge bezahlt auch das Sozial-Amt.
Zum Beispiel für Essen und Kleidung.
Der amtliche Betreuer von Heidi Lummel und
Bernd Dreher kümmert sich darum. Er stellt
für die beiden den Antrag beim Sozial-Amt.

Der amtliche Betreuer hilft dem Paar auch dabei,
das Geld einzuteilen. Sie bekommen einen festen
Geld-Betrag für Essen und Kleidung.
Und sie bekommen auch noch ein Taschen-Geld.
Es bleibt sogar noch etwas Geld übrig,
das sie sparen können.

Heidi Lummel sagt:
Auf diese Weise habe ich zum Beispiel
das Geld für mein Fahrrad gespart.


Verena Wedel hat Heidi Lummel und
Bernd Dreher geholfen, die Wohnung zu finden.

Verena Wedel sagt:
Das lag aber daran, dass Heidi schon vorher
bei uns im Betreuten Wohnen war.
Sie hat mit uns nur die Wohnung gewechselt.


Beim Umzug hat der Vater von Bernd Dreher
geholfen. Er hat auch die Wohnung gestrichen.
Der amtliche Betreuer hat auch beim Umzug
mitgemacht.

Heidi Lummel sagt:
Und mein Betreuer hilft mir auch manchmal,
wenn ich mal nicht klar komme mit meinen
Gefühlen.


Zum Beispiel hat sich Heidi Lummel eine neue
Küche gewünscht.
Die alte Küche war aber noch gar nicht kaputt.

Heidi Lummel sagt:
Da habe ich vor Enttäuschung geweint,
weil das Geld nicht reichte.
Wir haben dann die alte Küche behalten.
Später haben wir aus einer
Wohnungs-Auflösung einen schöneren
Küchen-Schrank bekommen.


Für die junge Frau ist es sehr schwer,
mit Wut umzugehen.
Da braucht sie dann jemanden, der sie beruhigt.

Heidi Lummel und Bernd Dreher hatten eine
schwere Zeit. In beiden Familien ist vor einiger
Zeit jemand gestorben. Die Mitarbeiter vom
Betreuten Wohnen haben sich in dieser Zeit
besonders um die beiden gekümmert.

Das Paar zeigt, wie gut das mit dem Betreuten
Wohnen gehen kann.

Verena Wedel sagt:
Heidi weiß ganz genau, was sie kann und
was sie nicht kann.
Und sie hat gelernt, uns deutlich zu sagen,
wo sie unsere Hilfe braucht.
Und wie wir ihr helfen können.
Das ist gut für alle.


Heidi Lummel und Bernd Dreher passen gut
zusammen. Bernd Dreher ist ein ruhiger Mensch.
Er verbringt gern Zeit mit seiner Familie.
Seine Familie wohnt in der Nähe der Wohnung.
Das fi nden die beiden gut.
Heidi Lummel ist ein fröhlicher Mensch.
Sie lernt gern neue Menschen kennen.

Die Eltern von Bernd Dreher waren erst unsicher.
Sie wussten nicht, ob eine gemeinsame Wohnung
gut ist für die beiden.

Heidi Lummel sagt:
Bernd hat sich gar nicht getraut, sie zu fragen.
Das habe ich gemacht. Heute wissen sie,
dass es geht.


Das Paar lernt immer mehr dazu.
Sie packen kräftig mit an.
So geht das mit dem gemeinsamen Wohnen
immer besser.

Heidi Lummel und Bernd Dreher sind sich sicher:

Hier fühlen wir uns wohl und
hier bringt uns keiner mehr weg!






Kontakte



Mitarbeiter des LWV Hessen, die Ihre Fragen
zum Betreuten Wohnen beantworten.


Sie wohnen im Land-Kreis
oder der Stadt …

Land-Kreis Kassel
Land-Kreis Marburg-Biedenkopf
Land-Kreis Waldeck-Frankenberg
Stadt Kassel

dann hilft Ihnen
Jutta Siebert
Haupt- und
Regional-Verwaltung
Kassel

Telefon:
0561 1004-2295

E-Mail:
jutta.siebert@lwv-hessen.de





Sie wohnen im Land-Kreis
oder der Stadt …

Land-Kreis Fulda
Land-Kreis Hersfeld-Rotenburg
Schwalm-Eder-Kreis
Werra-Meißner-Kreis

dann hilft Ihnen
Peter Kraushaar
Haupt- und
Regional-Verwaltung
Kassel

Telefon:
0561 1004-2624

E-Mail:
peter.kraushaar@lwv-hessen.de





Sie wohnen im Land-Kreis
oder der Stadt …

Land-Kreis Darmstadt-Dieburg
Land-Kreis Offenbach
Vogelsberg-Kreis
Stadt Offenbach
Stadt Darmstadt

dann hilft Ihnen
Günter Fieber
Regional-Verwaltung
Darmstadt

Telefon:
06151 801-149

E-Mail:
guenter.fieber@lwv-hessen.de





Sie wohnen im Land-Kreis
oder der Stadt …

Land-Kreis Bergstraße
Land-Kreis Groß-Gerau
Main-Kinzig-Kreis
Odenwald-Kreis
Wetterau-Kreis

dann hilft Ihnen
Carmen Näder
Regional-Verwaltung
Darmstadt

Telefon:
06151 801-206

E-Mail:
carmen.naeder@lwv-hessen.de





Sie wohnen im Land-Kreis
oder der Stadt …

Lahn-Dill-Kreis
Land-Kreis Limburg-Weilburg
Rheingau-Taunus-Kreis
Stadt Wiesbaden

dann hilft Ihnen
Horst Litvan
Regional-Verwaltung
Wiesbaden

Telefon:
0611 156-338

E-Mail:
horst.litvan@lwv-hessen.de





Sie wohnen im Land-Kreis
oder der Stadt …

Land-Kreis Gießen
Hochtaunus-Kreis
Main-Taunus-Kreis
Stadt Frankfurt am Main

dann hilft Ihnen
Thomas Knierim
Regional-Verwaltung
Wiesbaden

Telefon:
0611 156-328

E-Mail:
thomas.knierim@lwv-hessen.de





Der Landes-Wohlfahrts-Verband Hessen



Der Landes-Wohlfahrts-Verband Hessen heißt auch LWV.

Der LWV sagt, behinderte Menschen sollen leben können
wie Menschen ohne Behinderung.

Der LWV sorgt dafür, dass behinderte und kranke Menschen in Hessen
wichtige Hilfen bekommen. Er bezahlt auch viele Angebote, die kranke
und behinderte Menschen unterstützen. Der LWV kümmert sich um
Unterstützung beim Wohnen und bei der Arbeit.

Zum LWV gehören Schulen für kranke und behinderte Kinder.

Zum LWV gehört auch die Vitos GmbH. Die Vitos GmbH
ist eine Einrichtung mit vielen Krankenhäusern und Heimen.

Der LWV hat Büros in Kassel, Darmstadt und Wiesbaden.