Landeswohlfahrtsverband HessenLogo Landeswohlfahrtsverband Hessen
Home Kontakt Links Impressum Sitemap Textversion

|
Schriftgröße A | A | A
Home Publikationen
Integrationsamt
Landeswohlfahrtsverband Hessen

12 / Die Ausgleichsabgabe
Eine Information für schwerbehinderte Menschen und deren Arbeitgeber





PARTNER FÜR BEHINDERTE MENSCHEN IM BERUF

Das Integrationsamt beim Landeswohlfahrtsverband Hessen ist ein wichtiger Partner für berufstätige behinderte Menschen und deren Arbeitgeber in Hessen. Mit seinen Leistungen trägt es dazu bei, die Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben dauerhaft zu sichern. Diese Leistungen werden aus Mitteln der Ausgleichsabgabe finanziert. Im Jahr 2009 hat das Integrationsamt dafür rund 49 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.


WARUM AUSGLEICHSABGABE?

Vorrangig soll die Ausgleichsabgabe Arbeitgeber dazu bewegen, schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen (Antriebsfunktion). Kommen Arbeitgeber dieser Verpflichtung nicht nach, müssen sie eine Ausgleichsabgabe zahlen. Die Abgabe soll einen finanziellen Ausgleich schaffen zwischen Arbeitgebern, die ihre Beschäftigungspflicht erfüllen und denen, die dieser Pflicht nicht nachkommen (Ausgleichsfunktion). Die Mittel der Ausgleichsabgabe dürfen nur für die Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben verwendet werden.


WER MUSS AUSGLEICHSABGABE ZAHLEN?

Arbeitgeber, die im Jahresdurchschnitt monatlich mindestens 20 Beschäftigte haben, müssen wenigstens 5% schwerbehinderte Menschen beschäftigen. Wird diese Vorgabe nicht erfüllt, ist das Unternehmen verpflichtet, die Ausgleichsabgabe bis zum 31. März für das abgelaufene Kalenderjahr zu zahlen. Um die Höhe der Ausgleichsabgabe zu ermitteln, erhalten die Unternehmen zu Beginn des Jahres Formulare (siehe unten). Die Zahlung der Ausgleichsabgabe entbindet die Unternehmen nicht von der Pflicht, künftig schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Arbeitgeber, die Aufträge an anerkannte Werkstätten für behinderte Menschen vergeben, können 50% des auf die Arbeitsleistung entfallenden Rechnungsbetrages auf die Ausgleichsabgabe anrechnen.


WIE WIRD DIE AUSGLEICHSABGABE BERECHNET?

Die Ausgleichsabgabe wird auf der Grundlage einer jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote ermittelt.
Die Höhe der Ausgleichsabgabe beträgt für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz:
  • 115 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 3% bis unter 5%

  • 200 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 2% bis unter 3% und

  • 290 Euro bei einer Beschäftigungsquote von unter 2%


WIE MELDEN ARBEITGEBER IHRE BESCHÄFTIGUNGSQUOTE?

Die Bundesagentur für Arbeit versendet am Anfang eines Jahres die notwendigen Vordrucke für das abgelaufene Jahr:
  • Anzeigenvordruck

  • Verzeichnis über die beschäftigten schwerbehinderten Menschen

  • Aufstellung über Aufträge an Werkstätten für behinderte Menschen sowie Blindenwerkstätten

  • Hinweise zum Anzeigeverfahren sowie

  • eine CD-ROM, die diese Vordrucke ebenfalls enthält

Die ausgefüllte Anzeige ist bis spätestens 31. März an die zuständige Agentur für Arbeit zu senden, eine Durchschrift der Anzeige erhält das Integrationsamt.


WELCHE PERSONEN WERDEN BERÜCKSICHTIGT?

Zu den schwerbehinderten Beschäftigten zählen:
  • Mitarbeiter/innen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mind. 50. Der Antrag muss beim örtlich zuständigen Hessischen Amt für Versorgung und Soziales -Versorgungsamt- gestellt werden.

  • Mitarbeiter/innen mit einem GdB von weniger als 50, aber wenigstens 30, die von der Agentur für Arbeit den schwerbehinderten Menschen gleichgestellt worden sind.


BESONDERHEITEN FÜR KLEINERE BETRIEBE

Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen einen schwerbehinderten Menschen, Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich weniger als 60 Arbeitsplätzen müssen zwei schwerbehinderte Menschen beschäftigen.


WOFÜR WIRD DIE AUSGLEICHSABGABE VERWENDET?

Mit Zuschüssen und Darlehen hilft das Integrationsamt behinderten Arbeitnehmern/innen sowie ihren Arbeitgebern bei
  • der Gestaltung des Arbeitsplatzes,

  • der Beschaffung notwendiger Hilfsmittel,

  • arbeitserleichternden Modernisierungen,

  • neu eingerichteten Arbeits- und Ausbildungsplätzen,

  • außergewöhnlichen Belastungen, die Arbeitgebern im Zusammenhang mit der Beschäftigung eines/r behinderten Arbeitnehmers/in entstehen,

  • Gründung und Erhalt einer selbständigen beruflichen Existenz,

  • einer Arbeitsassistenz.


INTEGRATIONSPROJEKTE

Integrationsprojekte schaffen sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse. Hier arbeiten schwerbehinderte Arbeitnehmer/innen weitgehend unter den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes. Die Integrationsprojekte gewährleisten integrationsgerechte und entwicklungsfördernde Arbeitsbedingungen. Sie unterstützen, soweit möglich und sinnvoll, wenn sich Beschäftigte eines solchen Projektes auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bewerben. Als Projektförderung können Aufbau, Neugründung, Erweiterung sowie Modernisierung und Ausstattung gefördert werden.

INSTITUTIONELLE FÖRDERUNG

Die Einrichtungen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben können vom Integrationsamt eine Förderung in Form eines Darlehens erhalten. Hierzu gehören insbesondere Berufsförderungswerke und Berufsbildungswerke sowie Werkstätten für behinderte Menschen. Voraussetzung ist, dass Arbeitsplätze geschaffen oder neu ausgestattet, Arbeitsbereiche erweitert oder
modernisiert werden.


WEITERE AUSKÜNFTE

Wenn Sie weitergehende Fragen zur Ausgleichsabgabe haben, rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.


KONTAKTE

Landeswohlfahrtsverband Hessen
Integrationsamt
Kölnische Str. 30
34117 Kassel
Tel. 0561 1004 - 0
Bildtel. 0561 5214908
Fax 0561 1004 - 2650

Steubenplatz 16
64293 Darmstadt
Tel. 06151 801 - 0
Fax 06151 801 - 234

Frankfurter Str. 44
65189 Wiesbaden
Tel. 0611 156 - 0
Fax 0611 156 - 209

Unsere hessenweite E-Mail-Adresse:
kontakt-integrationsamt@lwv-hessen.de

Besuchen Sie uns im Internet:
www.integrationsamt-hessen.de




Der Landeswohlfahrtsverband Hessen ist ein Zusammenschluss der Landkreise und kreisfreien Städte, dem soziale Aufgaben übertragen wurden.
  • Er unterstützt behinderte, psychisch kranke und sozial benachteiligte Menschen in ihrem Alltag und im Beruf.

  • Er betreut Kriegsbeschädigte, deren Angehörige und Hinterbliebene
  • .
  • Er ist Träger von Förderschulen und Frühförderstellen.

  • Er ist Alleingesellschafter der Vitos GmbH, die einen wesentlichen Teil der psychiatrischen Versorgung in Hessen sicherstellt.





Impressum

Herausgeber
Landeswohlfahrtsverband Hessen
Ständeplatz 6-10, 34117 Kassel

Text
Integrationsamt

Redaktion
Marco Steinbach

Gestaltung
Heiko Horn

Druck
Druckerei des LWV Hessen

Stand
November 2012

Internet
www.lwv-hessen.de