Schizophrenie - Was ist das?
Wenn sie Hunger hat, nimmt sie sich etwas zum Essen. Ein Brötchen im Supermarkt, und manchmal geht sie, ohne zu bezahlen. Wenn sie schlafen will, legt sie sich hin, vielleicht auf einer Bank im Park. Grenzen scheint sie nicht zu kennen, Regeln nicht zu akzeptieren. "Sie lebt in ihrer eigenen Welt", sagen die Eltern, es ist eine Welt, die kaum jemand versteht. Freunde sind irritiert, wenn Anna F. redet, diskutiert oder streitet – mit den Stimmen, die niemand sonst hört. Stimmen in ihrem Kopf, die ihr seltsame Befehle geben. Dann fühlt die 23-Jährige sich verfolgt, bedroht und glaubt, dass sich alle Menschen gegen sie verschworen hätten – auch diejenigen, die ihr doch nur helfen wollen. Da muss sie sich wehren, schimpfen – manchmal mit wildfremden Leuten: "Was starrst Du mich so an?! Hör auf, mein Gehirn anzuzapfen und meine Gedanken zu klauen!" Manchmal hat sie das Gefühl, als würden ihre Gedanken ganz plötzlich aufhören. Manchmal fällt es ihr schwer, klare Gedanken über irgend etwas zu fassen. Oder sie hat das Gefühl, als werde ihr Hirn von unsinnigen Informationen überschwemmt. Mit so vielen Gedanken im Kopf fällt es ihr schwer, sich zu konzentrieren oder Entscheidungen zu treffen.Das war vor zweieinhalb Jahren. Die stille junge Frau, die das Abitur noch ohne große Anstrengungen bestanden hatte, konnte sich plötzlich nur noch schwer konzentrieren. Es fiel ihr schwer, logisch zu denken. Pläne aufstellen, Probleme lösen, Erinnern, Kommunizieren mit anderen Menschen: plötzlich schien alles unendlich schwer. Anna zog sich immer mehr zurück, verbarrikadierte sich stundenlang in ihrem Zimmer. Dazu kamen die Stimmen – und schließlich die Vorstellung, nein, für sie war es Gewissheit, sie werde an ihrem Arbeitsplatz überwacht. Abhörgeräte in den Wänden, Kameras in der Lampe und die Kollegin ein Spion – Anna F. war sich sicher. Sicher waren sich auch ihre Freunde und Kollegen: “Sie spinnt. Völlig verrückt, ihre Geschichten”.
Etwa ein Prozent der Bevölkerung betroffen
Es dauerte eine Weile, bis Annas "Geschichten" einen Namen bekamen: Schizophrenie. Anna war ebenso geschockt wie ihre Eltern, als sie schließlich im Zentrum für Soziale Psychiatrie (ZSP) Kurhessen des LWV die Diagnose bekam. "Es ist eine ‘Strafe’, geschickt von den dunklen Mächten, die mich kontrollieren", da war sich Anna sicher. "Was habe ich bloß falsch gemacht?" fragte sich dagegen Annas Mutter.
"Niemand ist daran schuld", sagt Dr. Rolf Günther, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Leitender Abteilungsarzt der Außenstelle Kassel der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Merxhausen im ZSP Kurhessen, "Schizophrenie ist eine Erkrankung wie Zuckerkrankheit oder Herzschmerzen. Die Ursache liegt weder in einer Schwäche oder einem Fehler des Betroffenen, noch an irgend etwas, was er oder seine Angehörigen getan haben".
Die Schizophrenie ist weit häufiger als gemeinhin angenommen wird. "Sie betrifft Menschen aller Kulturen und Biographien", sagt Dr. Thomas Kanzow, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Marburg im ZSP Mittlere Lahn. Egal in welchem Land der Welt: Im Durchschnitt findet sich unter 100 Menschen einer mit Schizophrenie – so ist etwa ein Prozent der Bevölkerung, und das sind in Deutschland immerhin rund 800.000 Menschen, von dieser Krankheit, die Kanzow lieber "seelische Prägung" nennt, betroffen: "Schizophrenie ist eine Störung, sie beeinträchtigt die Möglichkeiten im Umgang mit sich und anderen", so Dr. Kanzow.
Genaue Ursache noch nicht geklärt
Die genaue Ursache der Störung ist bislang nicht geklärt. Inzwischen werde jedoch, sagt Dr. Günther, davon ausgegangen, dass die Disposition, an Schizophrenie zu erkranken, u. a. genetisch mitbedingt sei – auch wenn noch niemand das Gen gefunden habe, das für die Schizophrenie verantwortlich gemacht werden könne. Vermutlich werde aber die Anfälligkeit für Schizophrenie, das heißt die Wahrscheinlichkeit, an Schizophrenie zu erkranken, vererbt: "Das Erkrankungsrisiko beträgt etwa 1 : 10, wenn bei einem Elternteil, einem Bruder oder einer Schwester eine Schizophrenie diagnostiziert wurde", so der Experte. Bei zweieiigen Zwillingen liege die Wahrscheinlichkeit, dass der Zwilling eines Schizophrenen ebenfalls erkrankt, bei 15 Prozent, bei eineiigen Zwillingen bei 50 Prozent. "Die Übereinstimmung ist hoch, aber nicht hundertprozentig, das zeigt, dass die genetische Grundlage nicht als alleinige Ursache gesehen werden kann", sagt Dr. Günther. Klar sei inzwischen, dass die Disposition zur Erkrankung auch organisch erworben werden könne: "Beispielsweise wenn ein Kind bei seiner Geburt die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatte oder wenn es eine Zangengeburt war und dadurch das Hirn geschädigt wurde". Hirnschädigungen, die Schizophrenie verursachen können, könnten überdies entstehen, wenn die Mutter während der Schwangerschaft genau in den Monaten an einer Grippe oder einer Virusinfektion erkranke, in denen sich bei den Kindern das Hirn entwickele: "Das weiß man daher, dass 15 bis 25 Jahre nach Grippe-Epidemien die Zahl der Schizophrenen höher ist als sonst", sagt Dr. Günther. Meist bricht die Krankheit erstmals zwischen dem 15. und dem 25. Lebensjahr aus – wobei es, erklärt Dr. Kanzow, einen zeitlichen Zusammenhang zwischen situativen Belastungen und Ausbruch der Erkrankung gebe. "Das Jugendalter ist für alle eine schwierige Phase: Erwachsen werden, Partnersuche, einen Platz im Leben finden, mit dem Druck kommen manche nicht klar, und das kann dann bei denen, die ein entsprechendes Risiko in sich tragen, zum Ausbruch der Schizophrenie führen", so Dr. Kanzow.
In den 70-er Jahren habe man angenommen, dass psychosoziale Bedingungen, etwa Störungen im Miteinander der Familie oder Partnerschaft zur Entstehung der Schizophrenie beitragen, “doch das”, sagt Kanzow, “ist wissenschaftlich nicht belegt”. Es sei eher wahrscheinlich, dass diese Faktoren lediglich den Verlauf der Erkrankung beeinflussen könnten. So habe sich beispielsweise gezeigt, dass die Rückfallquote bei den Schizophrenen höher sei, die in Familien lebten, die sich gegenüber dem Erkrankten übermäßig behütend verhielten.
Chemische Substanzen im Hirn verändern ihre Aktivität
Inzwischen gibt es auch eine biochemische Seite für die Symptome der Schizophrenie: Dieser Ansatz geht davon aus, dass die Erkrankung mit einer veränderten Aktivität bestimmter chemischer Substanzen im Gehirn – der so genannten Neurotransmitter – einher geht. Neurotransmitter, wie beispielsweise Dopamin oder Serotonin, sind Substanzen, die dazu dienen, Nervenimpulse von einer Nervenzelle zur nächsten zu übermitteln. Durch die Neurotransmitter können Hirnzellen untereinander kommunizieren: "Laufen, Gehen, Sprechen, Lesen, Essen, Lachen, Weinen: Im Gehirn müssen Verbindungen zwischen den einzelnen Regionen gelegt werden, damit man handeln, denken oder fühlen kann", erklärt Dr. Günther. "Wenn da Störströme entstehen, wenn andere als die jeweils benötigten Hirnregionen mit aktiviert werden, kommt es zum Beispiel zu Konzentrationsstörungen". Einige der Symptome der Schizophrenie ließen auf eine Überempfindlichkeit und hohe Aktivität von Dopaminrezeptoren schließen, während gleichzeitig die Aktivität des Serotonins erniedrigt sei. Was dann passiert, vergleicht Dr. Günther mit einem Telefonnetz: "Früher hat man, wenn man mit Jemandem telefoniert hat, manchmal noch eine Stimme nebenbei gehört. Und wenn man mit dem Handy telefoniert, hört man gelegentlich seine eigene Stimme zeitverzögert über die Leitung, so in etwa kann man sich vorstellen, was die Betroffenen erleben", erklärt Dr. Günther. "Und wenn Sie mit einer Freundin telefonieren, und Sie hören die ganze Zeit überlaut andere Stimmen mit, dann bitten Sie die irgendwann, aus der Leitung zu gehen. Das ist das, was die Schizophrenen machen."
"Wahrnehmungsgenies"
Menschen, die an einer schizophrenen Psychose leiden, sind eigentlich "Wahrnehmungsgenies". Ununterbrochen ist jeder Mensch Wahrnehmungen, Empfindungen, Eindrücken, Gefühlen ausgesetzt. Ein gesunder Mensch nimmt davon nur etwa zehn Prozent bewusst wahr. Verdoppelt sich der Anteil der bewussten Wahrnehmung auf 20 Prozent, so stehen die meisten Menschen kurz vor einem “Nervenzusammenbruch”. Wenn es noch mehr wird, dann werden Seele und Geist des Betroffenen krank. “Im Hirn läuft eine Rechenleistung ab: was ist relevant, was ist nicht relevant”, sagt Dr. Günther, “ein Knacken in der Wohnung beispielsweise wird überlaut wahrgenommen, ein draußen vor dem Haus vorbeifahrendes Auto auch. Wenn sich zwei gesunde Menschen im Wohnzimmer unterhalten und draußen herrscht Verkehrslärm, werden sich die beiden trotzdem weiter unterhalten können – Schizophrene können aber das Gespräch nicht gut herausfiltern”.
Das alles führt dazu, dass die Betroffenen die Lage, in der sie sich befinden, oder auch ihre Beziehungen zu anderen nicht mehr richtig einschätzen können. “Man kann sich das so vorstellen, dass bei den Betroffenen das Gehirn gewissermaßen länger ‘nachglimmt’ als bei Gesunden”, erklärt Dr. Günther. “Wenn beispielsweise ein gesunder Mensch von irgend Jemandem in der Straßenbahn angesprochen wird, wird er sich nicht lange etwas daraus machen, sondern das Ganze schnell wieder vergessen. Schizophrene können so etwas oft nicht richtig einordnen, es kann ihnen tagelang nachhängen. Daraus kann man das ganze Krankheitsbild verstehen: Alles, was dann passiert, ist entweder direktes Symptom oder Ausdruck des Bewältigungsversuchs der Störung.”
Beispiel Verfolgungswahn: “Wenn jemand eine schizophrene Phase bekommt, wird er noch langsamer im Schaltzentrum, braucht länger, um Personen zu erkennen – die Antwort auf die Frage, wo hab’ ich Diesen oder Jenen schon mal gesehen, kommt verlangsamt”, erklärt Dr. Günther, “Zum Beispiel im Bus, da entstehen zwischen den Fahrgästen Interaktionen: Der Eine guckt den Anderen an, fragt sich, ob er Denjenigen kennt, der Andere fühlt den Blick und guckt zurück. Bei gesunden Menschen läuft das so nebenbei ab. Bei Schizophrenen löst das etwas ganz anderes aus: ‘Der guckt, kenne ich den?’ Er wird sich von Allen angeschaut und damit irritiert fühlen. Seine Erklärung ist dann: Die sind alle von der Polizei, die bespitzeln mich – und diese Interpretation ist fast noch das Logischste”.
Behandlung: Kombination aus Medikamenten und Soziotherapie
Untersuchungen haben ergeben, dass die Krankheit schon etwa fünf Jahre, bevor sich die akuten Symptome zeigen, beginnt. Vorher seien eher unspezifische Beschwerden zu beobachten, sagt Dr. Günther: “Die Betroffenen ziehen sich zurück, sie haben Kontaktschwierigkeiten, depressive Verstimmungen, die schulischen Leistungen sinken. “Die Erkrankung beginnt nicht abrupt, aber es gibt dann schon den Punkt, wo das berühmte Fass überläuft”, sagt Dr. Günther. “Auslöser können dann ganz banale Dinge sein – ein Streit über den Weihnachtsbraten, eine unerwiderte Liebe – es muss nicht immer einen spektakulären Auslöser geben.
Schizophrenie wird in der Regel mit einer Kombination von Medikamenten (so genannte Antipsychotika oder Neuroleptika) und Soziotherapie behandelt, die bei der Bewältigung der Krankheit eine wichtige Rolle spielt: “Jede Krankheit stellt Kränkung dar – und eine Erkrankung des Geistes noch eine besondere Kränkung, da geht es in der Therapie dann darum, die Tatsache der Erkrankung ins eigene Selbstbild zu integrieren”, sagt Dr. Günther. “Die Medikamente dienen, wenn wir beim Vergleich mit dem Telefonnetz bleiben, gewissermaßen dazu, die Leitungen ‘abzudichten’, damit man nicht so überschwemmt wird mit sensorischen Reizen”, erklärt Dr. Günther.
Meist müssen die Betroffenen die Medikamente über einen langen Zeitraum einnehmen, in der Regel mehrere Jahre, manchmal auch ein Leben lang. Viele Patienten können aber – aufgrund ihrer Krankheit – nicht akzeptieren, dass sie krank sind. Mangelnde Krankheitseinsicht kann dazu führen, dass ein Patient die Kooperation bei der Therapie verweigert oder die Medikamente ganz absetzt. Manche Patienten sind zu schwer krank, um zu erkennen, dass sie Hilfe brauchen: “Die Betroffenen stellen dann keinen Zusammenhang her zwischen den Medikamenten und der Besserung. Ihre Erklärung ist: ‘Der Geheimdienst hat seine Arbeit eingestellt’”, sagt Dr. Günther.
Doch das Risiko, dass die Symptome wiederkehren, wenn die Behandlung abgebrochen wird, ist hoch. Und die Genesung wird mit jeder Krankheitsepisode schwieriger: “In akuten Phasen der Schizophrenie wird im Hirn zu viel Glutamat produziert. Glutamat ist ein weiterer Neurotransmitter, der aber in zu hoher Dosis Gift für die Nervenzellen ist und sie vernichtet”, erklärt Dr. Günther, “deshalb kann die Krankheit immer schlimmer werden, wenn die Patienten die Behandlung abbrechen”.
Selbsthilfetechniken und Verhaltensstrategien lernen
Dass sie das nicht tun, versucht – unter anderem – die Soziotherapie zu erreichen. Soziotherapie ist eine Therapieform, die den Alltag der Patienten einbezieht: Sie sollen nicht im künstlichen Raum, sondern mitten im Leben eine Therapie erfahren. Nicht in gestellten Situationen, sondern unter echten, aktuellen Bedingungen sollen sie sich selbst ausprobieren können. “In der Soziotherapie kümmern sich Sozialarbeiter und Therapeuten um die Patienten und um ihre Familien”, erklärt Dr. Günther, “Ziel ist, die Patienten zu unterstützen, damit sie wieder zu einem möglichst normalen Leben zurückfinden und die Krankheit gut bewältigen, da geht es dann zum Beispiel darum, dass die Betroffenen ihre Arbeit nicht verlieren, die Schule zu Ende machen, vielleicht eine neue Wohnung finden oder finanzielle Angelegenheiten geregelt werden”. Es gebe auch viele Selbsthilfestrategien und Verhaltenstechniken: “Manche Patienten lernen beispielsweise, mit den Stimmen und Wahnvorstellungen umzugehen, ihre Angstzustände zu reduzieren und ihre Konzentrationsfähigkeit zu verbessern”. Welche Art von Psychotherapie am besten helfe, sei individuell verschieden und hänge auch von der Krankheitsphase ab.
Fest steht: Die Krankheit kann zwar nicht einfach “geheilt” werden, aber die Symptome können erheblich gebessert und der Verlauf günstig beeinflusst werden: “Durch Medikamente und Soziotherapie kann man erreichen, dass mehr als ein Drittel der Patienten völlig beschwerdefrei wird”, sagt Dr. Günther, “ein Drittel muss mit leichten Behinderungen leben, bei weniger als einem Drittel nimmt die Krankheit einen ungünstigen Verlauf”.
Anna F. hat die Kombination aus Medikamenten und Soziotherapie geholfen: Sie hat inzwischen ihre Ausbildung abgeschlossen, ist von ihrem Arbeitgeber übernommen worden – und führt derzeit ein völlig beschwerdefreies Leben. Ähnlich geht es Werner D.: Der 45-jährige Klempner war jahrelang Patient bei Dr. Günther. Aufgrund seiner Erkrankung verlor er mehrmals seinen Arbeitsplatz, zeitweise war er in stationärer Behandlung. Auch den Führerschein verlor der passionierte Autofahrer. Doch inzwischen kommt er, Dank der Medikamente und der Soziotherapie, gut zurecht: Der 45-Jährige arbeitet als Koch in einer Tagesstätte, “und er hat sogar die Behörden überzeugt und den Führerschein neu gemacht”, sagt Dr. Günther. Die Wahnvorstellungen seien selten geworden, “und wenn sie auftauchen, weiß er, wie er damit umgehen kann”.
Gundula Zeitz
Psychoedukative Familienintervention
Zu lernen mit der Krankheit umzugehen, ist auch das Ziel der so genannten Psychoedukativen Familienintervention, die an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Philippshospital in Riedstadt entwickelt wurde – und sich an Patienten und Angehörige gemeinsam richtet. Das ist nach Angaben des Ärztlichen Direktors der Klinik, Dr. Hartmut Berger, europaweit einzigartig. “Das familiäre Klima bestimmt in nicht unerheblichem Maß den Verlauf schizophrener Störungen”, erklärt Berger den Hintergrund der Initiative der Klinik: Untersuchungen hätten ergeben, dass bei der Entstehung schizophrener Episoden ein Zusammenhang zwischen einer feindlichen, emotional überengagierten familiären Atmosphäre und erhöhten Rückfallraten bestehe. Hier setzt die Psychoedukative Familienintervention an: Die Patienten und ihre Angehörigen werden gemeinsam in zehn Sitzungen über die Krankheit und ihre Behandlungsmethoden aufgeklärt – und ihnen werden Fähigkeiten vermittelt, Krisen frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Strategien abzuwenden. “Auch Strategien zur Stressbewältigung, zur Problemlösung und zur Verbesserung kommunikativer Fähigkeiten werden in den Gruppen entwickelt”, erklärt Dr. Berger, “die Teilnehmer lernen beispielsweise, wie sie besser zuhören können oder wie sie Jemandem etwas so sagen können, dass er es auch versteht”. Ziel der Gruppen sei auch die Vermeidung von Rückfällen – und tatsächlich hätten Untersuchungen ergeben, dass das Rückfallrisiko gesunken sei.
Gundula Zeitz
Was ist das?
In der Serie “Was ist das?” erklärt LWV-Info leicht verständlich wichtige psychiatrische Krankheitsbilder und Themen aus einem psychiatrischen Kontext. Die bisher erschienenen Artikel zeigt Ihnen die nachfolgende Übersicht. Gern senden wir Ihnen bei Interesse Kopien erschienener Beiträge zu. Sie können diese unter Tel.: 05 61 / 10 04 – 25 36 anfordern.
• Autismus (1991)
• Depression (1991)
• Zappelphilippsyndrom (1994)
• Borderline (1996)
• Zwangsstörungen (1996)
• Supervision (1997)
• Manisch depressiv (1997)
• Parkinson (1998)
• Anorexie (1998)
• Waschzwang (1998)
• Posttraumatische Stresssymptome (1998)
• Selbstverletzung (1999)
• Burnout-Syndrom (1999)
• Sehnsucht nach dem Risiko (1999)
• Amoklauf (2000)
• Flugangst (2000)
• Soziotherapie (2001)
• Internetsucht (2002)








