Newsletter vom 19.06.2008
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,im Folgenden übersenden wir Ihnen heute den Newsletter Betreutes Wohnen des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen für das zweite Quartal 2008. Wir haben eine Reihe von Themen aufgenommen, von denen wir hoffen, dass diese Ihr Interesse finden.
Um Ihnen den Zugang zu älteren Ausgaben der Newsletter zu ermöglichen, besteht auf der Internetseite des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen ein Archiv.
Haben Sie zusätzliche Informationen zum Betreuten Wohnen, die für andere interessant sein könnten? Wünsche, Anregungen und Fragestellungen zum Newsletter nehmen wir gerne entgegen. Senden Sie eine E-Mail an walter.horstmann-cholibois@lwv-hessen.de. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine schöne Sommer- und Urlaubszeit und verbleiben mit freundlichen Grüßen
Ihre
Newsletter-Redaktion
Inhalt:
Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderung in Hessen
Das Persönliche Budget ab 2008
Netzwerk: Soziales neu gestalten
Walter-Picard-Preis vergeben
Weiterer Aufbau von Versorgungskapazitäten im Begleiteten Wohnen für behinderte Menschen in Familien
Im Hessischen Landtag liegt ein Gesetzentwurf zur Regelung der Zuständigkeit im Betreuten Wohnen in Hessen vor
Veröffentlichungen
Veranstaltungen / Termine
Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderung in Hessen
In Deutschland gibt es verschiedenste Verfahren zur Ermittlung des Hilfe- und Teilhabebedarfs für Menschen mit Behinderungen sowie deren Finanzierung. Auch in Hessen bestehen zielgruppenbezogen und regionalunterschiedlich ausgestaltete Formen der Hilfeplanung. Ebenso werden sozialhilfefinanzierte Leistungen in unterschiedlichen Formen finanziert. Leistungen im Rahmen von institutionsbezogenen Vergütungen werden bisher überwiegend differenziert nach Bedarfsgruppen vergütet (stationäre und teilstationäre Eingliederungshilfen), daneben gibt es zeitbasierte Vergütungen (Betreutes Wohnen), Pauschalfinanzierungen, Entgeltvergütungen differenziert nach Pflegestufen (SGB XI-Einrichtungen) und Trägerübergreifende Persönliche Budgets.
Ziel des LWV Hessen ist es, ein einheitliches Gesamtsystem der Steuerung der Leistungen, die der LWV Hessen für erwachsene Menschen nach dem SGB XII erbringt, auf der fachlichen Grundlage personenzentrierter Hilfen zu entwickeln und zu implementieren. Das Gesamtsystem soll dabei verschiedene Bestandteile beachten. Neben einer einheitlichen Struktur für ein Instrument „Hilfeplanung“, unter Einbeziehung der Lebensbereiche Wohnen und Gestaltung des Tages einschließlich Arbeit und Beschäftigung, soll ein einheitliches Verfahren für Zugang und Verlauf sowie eine einheitliche Finanzierungssystematik berücksichtigt werden.
Das Persönliche Budget ab 2008
Seit dem 01.01.2008 besteht ein Rechtsanspruch auf das Persönliche Budget. Die gesetzlich vorgesehene Erprobungsphase, an der auch Hessen mit 2 Modellregionen teilgenommen hat, ist abgeschlossen und der Bericht des Bundesmodellprojektes sowie der Abschlussbericht der hessischen Umsetzung liegen vor.
Das Persönliche Budget kann trägerübergreifend erbracht werden. Das bedeutet, dass verschiedene Träger der Rehabilitation gleichzeitig an einem Persönlichen Budget beteiligt sind. Das Persönliche Budget kann bei jedem Leistungsträger beantragt werden. Der LWV Hessen als überörtlicher Sozialhilfeträger ist für Leistungen zur Teilhabe dann zuständig, wenn Wohnheimbewohner Leistungen oder Teile der Leistungen in Form eines Persönlichen Budgets in Anspruch nehmen möchten.
Wer zusammen mit seiner Familie wohnt oder in einer eigenen Wohnung Unterstützung in Form eines Persönlichen Budgets in Anspruch nehmen möchte, kann sich an das zuständige örtliche Sozialamt wenden.
Weitere Informationen, auch der Hessische Abschlussbericht des Modellprojektes „Trägerübergreifendes Persönliches Budget für Menschen mit Behinderung“ in Hessen, sind hier abrufbar.
Weitere Links zum Thema Persönliches Budget:
www.projekt-persoenliches-budget.de/cms/
www.budget.paritaet.org/
www.budget-tour.de
www.forsea.de/
Netzwerk: Soziales neu gestalten
Das Netzwerk „Soziales neu gestalten“ ist ein Zusammenschluss mehrerer Akteure in der Sozialwirtschaft.
Sich für das Gemeinwohl engagieren und die Herausforderungen und Chancen des demografischen Wandels aktiv mitgestalten sind ihre wesentlichen Anliegen. Das Netzwerk fokussiert Themen, die entscheidenden Einfluss auf die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft haben. Dabei spielen in unterschiedlichen Projektphasen unter anderem die Themenfelder Altenarbeit, hilfe- und pflegebedürftige Menschen und Jugendhilfe eine bedeutsame Rolle. Wer sich über den aktuellen Stand des Netzwerkes informieren möchte, oder an der weiterführenden Diskussion Interesse hat, kann dies tun unter www.zukunft-quartier.de.
Das Projekt läuft noch bis November 2008.
Walter-Picard-Preis vergeben
Mit einer Sonderausgabe des Newsletters im Oktober 2007 wurde auf die Ausschreibung des Walter-Picard-Preises aufmerksam gemacht. Mit dem Walter-Picard-Preis zeichnet der LWV besondere Verdienste in der gemeindepsychiatrischen Versorgung der hessischen Bevölkerung aus. Nun stehen die Preisträger 2008 fest. Der diesjährige Preis geht an Stephan Sahm aus Rodgau und die Theatergruppe „Sandkörner“ aus Wetzlar.
Mehr Informationen, auch zu den beiden Preisträgern, können hier abgerufen werden.
Weiterer Aufbau von Versorgungskapazitäten im Begleiteten Wohnen für behinderte Menschen in Familien
Nach dem Inkrafttreten der Richtlinien für das Begleitete Wohnen von behinderten Menschen in Familien zum 01.01.2007 in Hessen bieten immer mehr Träger, die bereits Erfahrungen durch andere Angebote im Bereich Hilfen für behinderte Menschen haben, dieses ambulante Angebot für Menschen mit seelischen Behinderungen und Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen an.
Das Angebot richtet sich an erwachsene Menschen mit Behinderung, die nicht allein in einer Wohnung, im Betreuten Wohnen oder in der eigenen Familie leben können und die ansonsten in einer stationären Einrichtung versorgt werden müssten. Begleitetes Wohnen als ambulante Leistung ist eine Form ambulant betreuter Wohnmöglichkeiten im Sinne des § 98 (5) SGB XII.
Voraussetzung für die Aufnahme in das Begleitete Wohnen ist der Wunsch des Menschen mit Behinderung, in einer Familie zu leben.
Die aufnehmenden Familien sind „Laien“, also ganz gewöhnliche Familien, die allerdings in dieser verantwortungsvollen Aufgabe von einem Fachdienst des Trägers des Begleiteten Wohnens unterstützt, beraten und betreut werden.
Die Träger des Begleiteten Wohnens suchen fortwährend geeignete Familien und empfehlen dem behinderten Menschen nach sorgfältiger Prüfung beider Seiten eine Familie, in der er leben könnte.
Weitere Versorgungsangebote wie Tagesstätten, Werkstätten, etc. können selbstverständlich zusätzlich genutzt werden.
Wo wird Begleitetes Wohnen in Familien für Menschen mit seelischen Behinderungen und Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen angeboten?
In der Region Kassel: Stadt u. Landkreis Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
In der Region Wiesbaden: Lahn-Dill-Kreis
In der Region Darmstadt: Landkreis Darmstadt-Dieburg, Landkreis Groß-Gerau, Landkreis Offenbach, Main-Kinzig-Kreis, Vogelsbergkreis
An diesem Thema Interessierte finden die Adressen der anbietenden Dienste in der Sozialen Landkarte des LWV Hessen unter der entsprechenden Zielgruppe und der Region.
Die Broschüre Zimmer mit Familienanschluss – Von der Psychiatrischen Familienpflege zum Begleiteten Wohnen in Familien ist als Sonderdruck oder zum Herunterladen hier erhältlich.
Die Richtlinien für das Begleitete Wohnen von behinderten Menschen in Familien können Sie hier erhalten.
Im Hessischen Landtag liegt ein Gesetzentwurf zur Regelung der Zuständigkeit im Betreuten Wohnen in Hessen vor
Die Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN legten dem Hessischen Landtag einen Gesetzesentwurf für ein Gesetz zur Änderung des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (HAG/SGB XII) – Drucksache 17/46 – vor. Dieser wurde am 22. April 2008 in erster Lesung im Hessischen Landtag beraten.
Der gemeinsame Gesetzentwurf sieht vor, die Zuständigkeit des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen für das Betreute Wohnen bis zum 31. Dezember 2012 zu verlängern.
Der Text des Gesetzentwurfs der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN ist hier einsehbar.
Veröffentlichungen
Tagung: „Wohnen wie wir wollen!“
Vom 04. bis 08. August 2008 findet die Tagung Wohnen wie wir wollen statt. Sie wird im Rahmen des Sommercamps in Duderstadt angeboten. Veranstalter ist Mensch zuerst - Netzwerk People First Deutschland e. V..
Die Tagung richtet sich an Menschen mit Lernschwierigkeiten, die über das Thema Wohnen Erfahrungen austauschen oder etwas lernen wollen.
Anmeldeschluss ist der 30.06.2008. Das Anmeldeformular und weitergehende Informationen sind hier abrufbar.
Die Adresse des Veranstalters lautet: Mensch zuerst, Kölnische Straße 99, 34119 Kassel.
Entwicklung und Reform der Pflegeversicherung
Nachdem im November 2004 durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) der Dritte Bericht über die Entwicklung der Pflegeversicherung abgegeben wurde, wurde nunmehr der Vierte Bericht vorgelegt und zum Jahresbeginn 2008 vom Bundeskabinett gebilligt.
Der Vierte Bericht beinhaltet eine ausführliche Datenzusammenstellung und gibt einen umfassenden Überblick und Detailinformationen über die Situation der Pflegeversicherung, insbesondere über die Zahl der Leistungsbezieher sowie die Auswirkungen der Pflegeversicherung auf die Entwicklung der Pflegeinfrastruktur und andere Bereiche der pflegerischen Versorgung und Betreuung. Er bezieht sich vor allem auf die Jahre 2004 bis 2006 und geht auf aktuelle Entwicklungen im stationären und ambulanten Bereich ein. So werden unter anderem ausgewählte Forschungs- und sonstige Modellvorhaben sowie Initiativen in der Pflege vorgestellt und der Stand der Qualitätssicherung in der Pflege thematisiert.
Im März dieses Jahres hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung (Pflege-Weiterentwicklungsgesetz) beschlossen. Das Gesetz tritt zum 01.07.2008 in Kraft. Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit sind verschiedene Informationen, unter anderem Fragen und Antworten, zu dieser Reform zusammengefasst.
"In eigener Regie“
Selbstbestimmt Leben – keine alltägliche Sache, wenn man als geistig behindert gilt...! Im Auftrag des Vereins aha e. V. in Kassel ist mit Hilfe von Förderungen der Aktion Mensch und des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ein Dokumentarfilm entstanden, der das Leben in der eigenen Wohnung mit Leistungen im Betreuten Wohnen zeigt.
Ohne erklärende Kommentare werden alltägliche Lebenssituationen und ihr Umgang gezeigt. Die „abstrakte Dienstleistung“ Betreutes Wohnen wird so auch für Personen, die das Angebot noch nicht näher kennen, konkret und verständlich. Die DVD hat den Titel „In eigener Regie“ und kann für 5,00 Euro inklusive Versandkosten bestellt werden bei Aha e. V., Herrn Mulack, Wilhelmshöher Allee 300a, 34131 Kassel, Tel.: 0561 316 168 0, Fax: 0561 316 168 1, E-Mail: info@ahaev.de
„Liebe(r) selbstbestimmt“
In Zusammenarbeit mit „Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland e. V.“ hat der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt ein Buch über Liebe, Sexualität und Kinderkriegen für Menschen mit Behinderung herausgegeben; es heißt „Liebe(r) selbstbestimmt."
Das Buch ist in leichter Sprache geschrieben und für Menschen mit Lernschwierigkeiten gut zu verstehen. Es bietet eine Möglichkeit mehr über Sex zu erfahren. Schwierig erscheinende Themen werden einfühlsam und deutlich beschrieben. Tipps und Adressen von Beratungsstellen bis zur Partnerschaftsvermittlung runden das Buch ab. Die Broschüre kann hier bestellt werden.
Dokumentarfilm „Die Heide ruft: Sexualbegleitung für Menschen mit Beeinträchtigungen“
Im Fokus des auch mit Hilfe der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung entstandenen Dokumentarfilmes steht die Auseinandersetzung mit den tabuisierten Themen Sexualbegleitung und Sexualität von Menschen mit Beeinträchtigungen. Drei Männer mit Lernschwierigkeiten, die zu ihrem Umgang mit Sexualität berichten, stehen im Mittelpunkt des Films. Dieser möchte Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und sensibilisiert für das komplexe Themenfeld „Sexualbegleitung, Sexualität und Behinderung". Im Internet steht er zum kostenlosen Download bereit. Informationen unter: www.Disgenderbility.de
Thema: »Kritische Psychopharmakologie«
Das Fachjournal Sozialpsychiatrische Informationen widmet sich in seiner Ausgabe 2/2008 erstmalig mit einem Themenheft dem Themenkomplex "Psychopharmaka". Hierbei geht es auch um den Einfluss der Pharmaindustrie auf den gesamten Bereich der Psychiatrie.
Ein Beitrag von Asmus Finzen beschreibt die unterschiedliche Bewertung der Wirkungsweisen der Neuroleptikatherapie bei schizophrenen Psychosen über den Zeitraum von fünfzig Jahren. Deutlich wird die Zeitgeistabhängigkeit sowohl bei Behandlungszielen, -strategien und
-methoden, aber auch bei der Bewertung der Wirkungen, Nebenwirkungen und sogar ihr Einfluss auf die Entwicklung neuer Substanzen. Der Artikel von Asmus Finzen kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Weitere Beiträge zu diesem Thema sind unter anderem von Joanna Moncrieff, Tilman Steinert und Wolfgang Becker in dieser Ausgabe der Sozialpsychiatrischen Informationen veröffentlicht.
Aus: Sozialpsychiatrische Informationen 2/2008 : Asmus Finzen: „Der Zeitgeist ist nicht doppelblind - Über die wechselhafte Bewertung von Psychopharmakawirkungen in fünf Jahrzehnten“
Thema: »Persönliches Budget« aus Sicht der Angehörigen
„Zwischen Hoffnung und Skepsis“ überschreibt Prof. Reinhard Peukert seinen Artikel zum Thema Persönliches Budget in der Psychosozialen Umschau 2/2008.
Aus Angehörigensicht beschreibt der Autor, Professor für Sozialwesen an der Fachhochschule Wiesbaden und Vorstandsmitglied der Aktion Psychisch Kranke (APK) Rheinland-Pfalz, die noch holprigen Zugangswege zum Persönlichen Budget, das grundsätzlich die Selbstbestimmung der Betroffenen unterstreichen und den autonomeren Umgang mit Leistungserbringern fördern soll.
Professor Peukert gibt Hinweise, wie diese neue Finanzierungsform funktioniert und stellt aus der Sicht der Angehörigen Forderungen auf, mit welchen Nachbesserungen vor allem auf Verwaltungsseite das Persönliche Budget einfacher zu handhaben wäre.
Aus: Psychosoziale Umschau 2/2008 : Reinhard Peukert „Zwischen Hoffnung und Skepsis“ – Persönliches Budget aus Angehörigensicht
Veranstaltungen / Termine
Neu: LWV Hessen – Fachbereich 206 vor Ort
Seit 5. Mai 2008 bietet der Fachbereich für Menschen mit geistiger Behinderung in Kooperation mit dem Hessischen Diakoniezentrum Hephata eine Sprechstunde für leistungsberechtigte Personen, deren Angehörige oder gesetzliche Betreuer in dessen Räumlichkeiten an. Eine Vorstellung dieses Angebotes in leichter Sprache sowie die weiter geplanten Termine können hier abgerufen werden. Unser Newsletter-Service ist kostenlos. Haben Sie diesen Newsletter als Ausdruck gesehen und möchten Sie ihn selbst regelmäßig beziehen, bitte E-Mail an walter.horstmann-cholibois@lwv-hessen.de senden. Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Internetseiten ("Links"), die außerhalb des Verantwortungsbereiches des Herausgebers liegen, kann keine Haftung für die Richtigkeit oder Gesetzmäßigkeit der dort publizierten Inhalte gegeben werden.
Herausgeber: Landeswohlfahrtsverband Hessen, Ständeplatz 6-10, 34117 Kassel
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