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Newsletter vom 17.12.2009

Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser,

heute erhalten Sie den Newsletter Betreutes Wohnen des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen für das vierte Quartal 2009. Wir haben eine Reihe von Themen aufgenommen, von denen wir hoffen, dass diese Ihr Interesse finden. Um Ihnen den Zugang zu älteren Ausgaben der Newsletter zu ermöglichen, besteht auf der Internetseite des LWV ein Archiv. Haben Sie zusätzliche Informationen zum Betreuten Wohnen, die für andere interessant sein könnten? Wünsche, Anregungen und Fragestellungen zum Newsletter nehmen wir gerne entgegen. Senden Sie eine E-Mail an walter.horstmann-cholibois@lwv-hessen.de.
Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2010.

Ihre
Newsletter-Redaktion


Inhalt:

Betreutes Wohnen: Ein Schlüssel zu mehr Selbstständigkeit
Ausbau des Begleiteten Wohnens in Hessen
Aktuelles zu "PerSEH"
Wann ist der LWV für das Persönliche Budget zuständig?
"Muss ich dahin?" - Erfahrungen von Klienten und Betreuern bei der Teilnahme an Hilfeplankonferenzen
"Wer bestimmt eigentlich, was gut für mich ist?"
"Ich weiss am besten, was gut für mich ist!"
Beispiele gelebter Integration
Unabhängige Beschwerdestellen für Menschen mit seelischer Behinderung
Forum zur UN-Konvention
500 Links
Neu erschienen
Termine/Veranstaltungen


Betreutes Wohnen: Ein Schlüssel zu mehr Selbstständigkeit
Das Betreute Wohnen für Menschen mit Behinderung ist auch in den Jahren 2008 und 2009 zielgerichtet und flächendeckend in ganz Hessen ausgebaut worden. Der Anteil des Betreuten Wohnens am Gesamtumfang der Hilfen für das Wohnen konnte gesteigert werden; auch wurde die Zielvorgabe der Fachkommission zum Betreuten Wohnen, jährlich mindestens 440 neue Plätze einzurichten, im Jahr 2008 erreicht. Nach einer Änderung des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Sozialgesetzbuch Teil XII (SGB XII) vom September 2008 wurde der LWV Hessen zuständiger Kostenträger für betreute Wohnmöglichkeiten behinderter Menschen. Im Anschluss daran gelang es dem LWV, den Ausbau des Betreuten Wohnens noch zu steigern. So wurden allein in der ersten Hälfte des Jahres 2009 435 neue Plätze vereinbart.
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Ausbau des Begleiteten Wohnens in Hessen
Das Begleitete Wohnen für behinderte Menschen in Familien als Alternative zu einer stationären Wohnheimunterbringung wird seit 2 ½ Jahren kontinuierlich ausgebaut. Inzwischen gibt es sowohl für Menschen mit einer seelischen Behinderung oder einer Suchterkrankung als auch für Menschen mit einer geistigen Behinderung eine Vielzahl von Angeboten in unterschiedlichen Regionen. Insgesamt wurden bereits 237 Plätze in Hessen geschaffen; weitere sollen folgen.
Träger, die diese ambulante Wohnform und eine professionelle Betreuung der in den Familien lebenden behinderten Menschen in ihr Angebot aufnehmen wollen, können sich mit den zuständigen Ansprechpartnern des LWV in Verbindung setzen. Interessierte Menschen mit einer Behinderung, die gerne in einer Familie leben möchten, können sich sowohl an den LWV als auch an die jeweiligen Fachdienste in den Regionen wenden.


Aktuelles zu "PerSEH"
Unter dem Titel "PerSEH" (Personenzentrierte Steuerung der Eingliederungshilfe in Hessen) strukturiert der LWV das Hilfesystem für Menschen mit Behinderungen um. Mit dem Jahr 2009 ist der Kommunalverband auf diesem Weg ein gutes Stück voran gekommen. Seit Jahresbeginn wird in Hessen die Umstellung der Leistungssystematik in zwei Landkreisen durch Pilotprojekte vorbereitet. Mit insgesamt 12 Rechtsträgern von Einrichtungen und Diensten für Menschen mit Behinderung sind alle Zielgruppen und ein breites Spektrum von Leistungen einbezogen.
Die Umstellung in den Pilotprojekten wird zum 1. Februar 2010 erfolgen. Nach der Umstellung schließt sich eine Erprobungsphase an, die extern ausgewertet werden soll. Ziel der Pilotprojekte ist es, die entwickelten Konzepte und Instrumente in einem größeren Zusammenhang zu testen, um weitergehende Aussagen zur personenzentrierten Leistungssystematik treffen zu können. Das Ergebnis soll einfließen, wenn es um die Frage geht, ob PerSEH hessenweit umgesetzt werden soll.
Weitergehende Informationen zu PerSEH finden Sie hier.


Wann ist der LWV für das Persönliche Budget zuständig?
Der LWV Hessen ist als überörtlicher Sozialhilfeträger für ein Persönliches Budget zuständig, wenn der Leistungsberechtigte

  • im Wohnheim wohnt und dort diese Leistungen oder Teile der Leistungen als Persönliches Budget in Anspruch nehmen möchte,


  • Leistungen in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen erhält und diese als Persönliches Budget in Anspruch nehmen möchte,


  • eine Unterstützung im Betreuten oder Begleiteten Wohnen erhält und diese als Persönliches Budget in Anspruch nehmen möchte,


  • zusätzlich ergänzende Leistungen erhält und diese in Form eines Persönlichen Budgets erhalten möchte. Bei Werkstätten für behinderte Menschen gilt dies auch, wenn sich der Leistungsberechtigte im Eingangsverfahren oder im Berufsbildungsbereich befindet.

Die regional zuständigen Ansprechpartner beim LWV finden Sie in der Sozialen Landkarte.


"Muss ich dahin?" - Erfahrungen von Klienten und Betreuern bei der Teilnahme an Hilfeplankonferenzen
Die Newsletter-Redaktion hatte Klienten und deren Betreuer aufgerufen, zum Thema „Teilnahme an Hilfeplankonferenzen“ Meinungen und Erfahrungen als Leserbrief mitzuteilen. Mittlerweile sind einige Beiträge bei uns eingegangen. Das Redaktionsteam bedankt sich herzlich für die Einsendungen!
Es zeigt sich die Tendenz, dass Klienten, die an einer Hilfeplankonferenz teilgenommen haben, zwar im Vorfeld mit ängstlichen Gefühlen kämpften, sich dort dann aber ernst genommen wussten und sich rückblickend jederzeit wieder für eine Teilnahme entscheiden würden.
Aussagen und Leserbriefe hier ...
Das Thema Hilfeplankonferenzen sowie die Teilnahme von Mitarbeitern und Klienten wird im Artikel „Stell Dir vor, es ist Hilfeplankonferenz und alle sind zufrieden“ in der Fachzeitschrift Psychosoziale Umschau 3/2009 beleuchtet.


"Wer bestimmt eigentlich, was gut für mich ist?"
Gleichberechtigte Teilhabe, Autonomie, Normalität, Aufhebung der Trennung von ambulant und stationär - dies sind nur einige Begriffe, die in der Behindertenhilfe in den letzten Jahren in den Blickpunkt gerückt sind.
Mit dem grundlegenden Paradigmenwechsel, hin zur Selbstbestimmung des einzelnen Menschen mit Behinderung, beschäftigt sich ein Artikel der Ersten Beigeordneten des LWV, Evelin Schönhut-Keil.
Zum Artikel.....


"Ich weiss am besten, was gut für mich ist!"
Personenzentrierte Hilfe heisst auch: Nutzer/innen sollen selbst die Qualität sozialer Dienstleistungen bewerten. Dazu gibt es ein neues Evaluationsmodell mit dem Namen "Nueva". Das EU-geförderte Modell hat seine Feuertaufe bereits erfolgreich bestanden und soll nun verbreitet eingesetzt werden. Es eignet sich für die Befragung von Menschen mit geistiger Behinderung. Kernstück ist die persönliche Befragung mit einem standardisierten Fragebogen. Wenn Nutzerinnen und Nutzer nicht direkt interviewt werden können, kommen Beobachtungsinstrumente zur Anwendung. Weitere Informationen zu Nueva und den bisher gesammelten Erfahrungen hier.


Beispiele gelebter Integration
Mitte November offiziell eröffnet wurde das “Nachbarschaftshaus“ der Lebensräume Offenbach im Stadtteil Bieber. Das neu erbaute Mehrparteienhaus ist so konzipiert, dass behinderte und nicht behinderte Menschen in kleinen Appartements selbstständig oder mit individueller Betreuung durch Mitarbeiter des Betreuten Wohnens leben.
Das attraktive Wohnhaus bietet hohe Standards sowohl bei der Ausstattung wie auch in ökologischer Hinsicht. Es unterstützt aktiv die Einbettung seiner Bewohner ins soziale Umfeld. Dies geschieht durch eine bewusste Wohnungsvergabe durch den Vermieter wie auch durch die räumliche Gesamtkonzeption: ein großzügiger Garten und gemeinsame Balkone ermöglichen Lebensqualität, Entspannung und Kommunikation miteinander, was dem Alleinsein vorbeugt.
Näheres hierzu ...


"Im Hotel zählt das ´Wir´. Behinderte und nicht behinderte Menschen werden gleich behandelt.“ Als Hotel der besonderen Art gelten die „Hoffmanns Höfe“ am Frankfurter Mainufer. Das Tagungshotel in Trägerschaft der gemeinnützigen Gesellschaft für Bildung und berufliche Integration bietet Menschen mit Behinderung Arbeitsplätze und Möglichkeiten zur beruflichen Qualifikation. Auf Gäste mit Behinderung ist das Hotel ebenfalls eingestellt. Es leistet damit einen innovativen Beitrag zur Integration von Menschen mit Behinderungen.
Einen ausführlichen Beitrag zu Hoffmanns Höfen finden Sie im LWVkonkret, der Verbandszeitschrift des LWV.


Unabhängige Beschwerdestellen für Menschen mit seelischer Behinderung
Im Haus der Gesundheit in Heppenheim, Kreis Bergstraße, hat eine unabhängige Beschwerdestelle für den Bereich Psychiatrie ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist sie "trialogisch" besetzt. Trialogisch bedeutet, dass neben Betroffenen und Fachkräften aus der Sozialpsychiatrie auch Angehörige mitwirken. Sie kümmert sich um Beschwerden, die von Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen oder auch den "Profis" vorgebracht werden. Unterstützung finden dort Menschen, wenn sie Probleme mit psychiatrischen Einrichtungen haben.
Meist sind die Berater selbst psychiatrieerfahren und verfügen daher über ein besonderes Einfühlungsvermögen. Häufig gelingt es ihnen, die Betroffenen zu ermutigen, ihre Rechte wahrzunehmen. Sie tragen damit zu besseren psychiatrischen Hilfen bei. Beschwerden können telefonisch oder schriftlich eingereicht werden. Unabhängige Beschwerdestellen sind in Hessen noch nicht weit verbreitet. Hier finden Sie Adressen bestehender Anlaufstellen. Unter der gleichen Adresse finden Sie Kontakte zu Patientenfürsprechern.


Forum zur UN-Konvention
Der Behindertenbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Ottmar Miles-Paul, hat im Internet ein Forum zur UN-Behindertenrechtskonvention eröffnet. Im Forum sollen praktische Beispiele gesammelt werden, wo die Konvention Wirkung zeigt und was sich vor Ort, auf Landes- oder Bundesebene konkret verändert. Link zum Forum hier.


500 Links
Keyvan Dahesch, ein in Frankfurt lebender blinder Journalist, bietet seine Hilfe im Netz an. Auf seiner barrierefreien Homepage sammelte er über 500 Links und Hinweise. Sie sollen besonders älteren, behinderten oder pflegebedürftigen Internetnutzern die Navigation im Netz erleichtern. So können Informationsangebote von Selbsthilfe- und Hilfsorganisationen, Infos zu technischen Hilfsmitteln, aber auch relevante Pressetexte und Nachrichten auf einfachem Weg angesteuert werden. Ziel ist es, Hilfen, die oft unbekannt sind, aber den Alltag wesentlich erleichtern können, publik zu machen.
Zur Homepage....


Neu erschienen:

Arbeitshilfe Inklusion
Das Thema „Inklusion“ steht im Mittelpunkt der Arbeitshilfe „Inklusion Teil 2: Exklusiv und Mittendrin – Strategie: Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen im Sozialraum“. Die neu erschienene Arbeitshilfe verdeutlicht das Thema Inklusion mit Blick auf das Wohnen und veranschaulicht ihre konkrete Umsetzung.
Weitere Hinweise sind hier abrufbar.

"Die barrierefreien eigenen 4 Wände"
Tipps, Adressen, Links, Checklisten und vieles mehr - eine neue Broschüre aus Berlin bietet einen guten Überblick zum Thema "barrierefreier Wohnraum" und ist daher eine wertvolle Orientierungshilfe für alle, die Barrieren aus dem Weg räumen wollen. Die Broschüre wird durch die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung herausgegeben.
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Individuelles Wohnen gestalten – Dokumentation der Veranstaltung
Die Beiträge der Veranstaltung „Individuelles Wohnen gestalten - Institut inForm, Marburg“ vom 1. und 2. Oktober 2009 wurden von der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V. veröffentlicht. Eine Übersicht der Beiträge mit Downloads befindet sich hier.

Barrierefreies Kochen - Kochbuch für Menschen mit geistiger Behinderung
Das Buch enthält 25 einfache Rezepte – Schritt für Schritt in Bildern und mit leichter Sprache erklärt. Neben Basiswissen zur Zubereitung von Nudeln, Kartoffeln oder Reis finden sich Infos zu gesunder Ernährung und Vorratshaltung.
Weitere Informationen hier...

Alt werden mit psychischer Erkrankung
Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Diese Entwicklung betrifft auch Menschen mit psychischen Behinderungen. In einer Studie der Frankfurter Werkgemeinschaft e. V. wurde untersucht, welche Probleme und welche Wünsche älter werdende psychisch kranke Menschen im Alltag haben und wo sie sich Unterstützung wünschen. Ein in der Psychosozialen Umschau veröffentlichter Artikel von Elke Altwein und Katja Hormuth beschäftigt sich mit dem Thema und der Studie.
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Termine/Veranstaltungen

"Kleine Helden in Not"
Seit einigen Jahren wird in Jugendhilfe und Psychiatrie darüber diskutiert, wie Hilfen für Kinder psychisch erkrankter Eltern aufgebaut werden können. Das große Interesse an einer interdisziplinären Diskussion zeigten die sehr gut besuchten Veranstaltungen des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie. Nun bietet der Verband zu diesem Thema vom 28. und 29. Januar 2010 eine Fachtagung in Dortmund an. Die Tagung soll eine Diskussionsplattform über die Fragen von Prävention und den Aufbau von Vernetzungsstrukturen bieten sowie psychotherapeutische und soziotherapeutische Methoden im Umgang mit betroffenen Familien vorstellen. Ziel ist die Förderung einer weiteren Vernetzung von Projekten aus Jugendhilfe, Psychiatrie und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.
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