Newsletter vom 25.03.2010
Sehr geehrte Leserin,sehr geehrter Leser,
heute erhalten Sie den Newsletter Betreutes Wohnen des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen für das erste Quartal 2010. Wir haben auch diesmal Themen aufgenommen, von denen wir hoffen, dass sie Ihr Interesse finden.
Der Newsletter erscheint heute in dieser Form zum letzten Mal. Über aktuelle Themen zum Betreuten Wohnen möchten wir Sie künftig anders informieren. Wie, werden wir Ihnen auf diesem Weg rechtzeitig mitteilen. Die Newsletter-Redaktion möchte sich von den rund 1.250 Abonnenten des Newsletters verabschieden und bedankt sich für das entgegengebrachte Interesse.
Um Ihnen den Zugang zu älteren Ausgaben der Newsletter zu ermöglichen, besteht auf der Internetseite des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen ein Archiv.
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine angenehme Frühlingszeit sowie frohe Ostertage.
Ihre
Newsletter-Redaktion
Inhalt:
Abmeldungen vom Betreuten Wohnen – Effekte nach 2 Jahren und Konsequenzen
Am 11. Februar 2010 fand in Fulda die Fachtagung „Gewinner und Verlierer; Abmeldungen vom Betreuten Wohnen – Effekte nach 2 Jahren und Konsequenzen“ statt. Die Hochschulen Fulda und Rhein Main sowie der LWV Hessen waren Ausrichter dieser Tagung. Professor Dr. Reinhard Peukert stellte dort Ergebnisse der mit Daniela Rölke, Eva-Maria Büch und Gabriele Staub erstellten Untersuchung vor. Anschließend diskutierten die Tagungsteilnehmer mögliche Konsequenzen.
Der vorliegende Bericht bestätigt die bereits bei der ersten Untersuchung vorgefundene hohe Zufriedenheit der Nutzer mit dem Betreuten Wohnen. Auch die aus dem Betreuten Wohnen ausgeschiedenen ehemaligen Nutzer bewerten die Leistung Betreutes Wohnen positiv. Sie hatten auf die Unterstützung verzichtet, weil der LWV ab 2005 Einkommen und Vermögen prüfen musste. Von diesem Personenkreis wird der aus verschiedenen Gründen selbstgewählte Ausstieg aus dem Betreuten Wohnen zum Teil als Chance, aber auch als Verlust erlebt.
Der Bericht bestätigt, dass das Betreute Wohnen eine geeignete Hilfe darstellt, um ein Leben in größtmöglicher Selbstbestimmung und Selbständigkeit zu verbringen. Auch enthält er vielfältige Hinweise, wie das Betreute Wohnen als wichtige ambulante Hilfeform für behinderte Menschen weiter flexibilisiert und am individuellen Bedarf ausgerichtet werden kann. Der vollständige Bericht steht hier als Download zur Verfügung.
Walter-Picard-Preis ging an "Mobilo"
Der Verein Mobilo, der in Marburg das Café im Kaiser-Wilhelm-Turm betreibt, ist mit dem Walter-Picard-Preis des LWV ausgezeichnet worden. „Kreativität, Menschlichkeit und Gemeinsinn haben ein außergewöhnliches Projekt ermöglicht“, betonte LWV-Landesdirektor Uwe Brückmann während der Feierstunde im Hessischen Landtag. Aktiven und engagierten Menschen, wie sie im Verein Mobilo zu finden sind, sei es zu verdanken, dass „Gemeindepsychiatrie“ heute nicht mehr als abstrakter Begriff, sondern als gelebte Realität empfunden werde. Zu Beginn hatte Robert Becker, Präsident der Verbandsversammlung, an die Lebensleistung des Sozialpolitikers und Psychiatriereformers Walter Picard erinnert, der vor zehn Jahren verstarb. Weitere Infos hier.
Welche ambulanten Angebote gibt es in welcher Region?
Auf www.lwv-hessen.de besteht unter dem Menüpunkt Soziale Landkarte die Möglichkeit, sich unter anderem über Anbieter von ambulanten Leistungen zu informieren. Solche Anbieter können in der Sozialen Landkarte erfasst und verlinkt werden. Es kann zur Website des Anbieters verlinkt werden. Wer als Anbieter Interesse daran hat, kann dazu Kontakt zum jeweiligen Ansprechpartner beim LWV Hessen aufnehmen. Dessen Kontaktdaten erfahren Sie auf der Sozialen Landkarte.
Sind Hilfeplankonferenzen hilfreich?
Nachdem wir in der letzten Ausgabe aus Leserbriefen Erfahrungen von Klienten und Betreuern zur Teilnahme an Hilfeplankonferenzen veröffentlicht haben, möchten wir das Thema mit einer Empfehlung abschließen: Der Fachbeitrag „Sind Hilfeplankonferenzen hilfreich?“ zeigt, welche Chancen in der umfassenden Sicht auf die Situation psychisch erkrankter Menschen liegen – und wie sie manchmal auch verpasst werden. Den Fachartikel von S. Effinghausen finden Sie in der Psychosozialen Umschau Nr. 1/2010. Link zur Website.
Häufig gestellte Fragen
Mit der Änderung des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch (HAG SGB XII) Ende 2008 ist die Zuständigkeit für die sogenannten „Annexleistungen“ auf den LWV Hessen übergegangen. Immer wieder kommt es zu Unsicherheiten, welcher Sozialhilfeträger für welche Leistungen zahlt. Folgender kleiner Fragenkatalog soll helfen, diese Unsicherheiten zu beseitigen:
1. Welche Leistungen kommen als Annexleistungen in Betracht?
2. Wer ist zuständig?
Werden Sie durch das Betreute Wohnen für behinderte Menschen unterstützt, arbeiten Sie in einer Werkstatt für behinderte Menschen oder werden Sie in einer Tagesförderstätte betreut?
Nein: Sowohl bei Leistungen für Ihren Lebensunterhalt (Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Hilfe zum Lebensunterhalt) als auch bei der Hilfe zur Pflege und Eingliederungshilfe ist das örtliche Sozialamt beim Landkreis oder der Stadtverwaltung zuständig.
Ja: Für die Leistungen zum Lebensunterhalt ist weiterhin das örtliche Sozialamt beim Landkreis oder der Stadtverwaltung zuständig. Für die Annexleistungen (Hilfe zur Pflege, Eingliederungshilfe) ist der LWV Hessen zuständig.
3. Wie sind die Zuständigkeiten, wenn ich ein Persönliches Budget beantragen will?
Informationen zu den Ansprechpartnern für das Persönliche Budget? Diese finden Sie in unserer Sozialen Landkarte.
Bericht der BAGüS zur Entwicklung der Fallzahlen in der Eingliederungshilfe
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Sozialhilfeträger (BAGüS) hat Ende Januar 2010 die 3. Erhebung zur Entwicklung der Fallzahlen in der Eingliederungshilfe veröffentlicht. Diese dokumentiert eindeutig, dass der Fallzahlzugang in der Behindertenhilfe, und zwar sowohl im Bereich des Betreuten Wohnens als auch bei den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, ungebrochen ist. Die aktuelle Erhebung beinhaltet Prognosen, die nunmehr bis in das Jahr 2014 reichen. Der gesamte Bericht ist hier einsehbar.
Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz verabschiedet
Der Deutsche Bundestag hat im Mai 2009 das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) verabschiedet. Das Gesetz stärkt die Rechte älterer, pflegebedürftiger und behinderter Menschen, wenn sie Verträge zur Überlassung von Wohnraum mit Pflege- oder Betreuungsleistungen abschließen.
Mit dem neuen Gesetz werden die vertragsrechtlichen Vorschriften des Heimgesetzes abgelöst und weiter entwickelt. Das WBVG sichert den Verbraucherschutz für die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen, es stärkt aber auch den Schutz für diejenigen, die sich für eine neue Wohn- und Betreuungsform entscheiden. Das Gesetz trat zum 1. Oktober 2009 in Kraft. Eine Übergangsvorschrift stellt sicher, dass die Neuregelung erst ab dem 1. Mai 2010 auf Verträge Anwendung findet, die nach dem bisherigen Heimgesetz abgeschlossen wurden. Für andere Altverträge, wie zum Beispiel Miet- und Dienstverträge im Bereich des Betreuten Wohnens, gilt das Gesetz auch zukünftig nicht. Mehr ist hier zu erfahren.
Der "Pflegelotse" der vdek
Die Suchmaschine des Verbandes der Ersatzkassen unterstützt die Suche nach einer geeigneten ambulanten oder stationären Pflegeeinrichtung im gesamten Bundesgebiet. Sie stellt Informationen über Kosten, Größe und Qualität der Einrichtung, die Ausstattung sowie Lage und Anschrift zur Verfügung. Auch besondere Versorgungsformen (zum Beispiel Phase F-Einrichtungen für Wachkoma-Patienten) und ein Vergleich ausgesuchter Einrichtungen ist möglich. Zur Datenbank.
Erweitertes Internetportal "einfach teilhaben"
Der Arzt- und Klinikfinder im Internetportal „einfach teilhaben“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) wurde aktualisiert und erweitert. Generell ermöglicht die Recherchefunktion die Suche nach den nächstliegenden Arztpraxen oder Kliniken. Neu ist, dass die Leser im nächsten Schritt erfahren, ob die Arztpraxis barrierefrei ist. Man kann nachlesen, ob Orientierungshilfen für sehbehinderte Menschen angeboten werden oder ob Behindertenparkplätze zur Verfügung stehen.
Ein Informationsfilm auf der Startseite stellt Inhalte und Besonderheiten der Website vor. Zum Internetportal.
Bürgerschaftliches Engagement für Menschen mit geistiger Behinderung
Freizeit kann auch Zeit sein, in der man sich für andere oder für eine gute Sache einsetzt – ungeachtet des eigenen Handicaps. „Alle brauchen alle“ - unter diesem Motto stand das zweite Bundestreffen der Freiwilligenbeauftragten in der Lebenshilfe. Auf der Tagung stellten Referenten mit und ohne Behinderung Praxisbeispiele vor. Die "Gesellschafter"-Initiative der Aktion Mensch und der Bundesverband Lebenshilfe informierten über die neue Werbekampagne. Wechselbildkarten lassen eine andere Perspektive auf Menschen mit Behinderung entstehen. Die kostenfreien Karten können bei Interesse bestellt werden. Hier finden Sie weitere Infos zu den Wechselbildkarten. Infos zur Tagung erhalten Sie hier.
Rückblick auf Stuttgarter Fachtagarter Fachtag
Thema einer Tagung vom 4. Februar 2010 in Stuttgart war die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe in Baden-Württemberg. Im Nachbarbundesland wurde 2005 die Eingliederungshilfe kommunalisiert. Die in Hessen laufenden Reformprojekte zu personenzentrierten Hilfen, integrierter Teilhabeplanung und zeitbasierter Finanzierungssystematik werden mit Interesse betrachtet. LWV-Fachbereichsleiter Gerhard Kronenberger hat mit einem Fachvortrag zu diesem Thema an der Tagung mitgewirkt. Eine Reihe weiterer Fachbeiträge und vertiefende Workshops rundeten das Programm ab. Die Dokumentation der Tagung kann heruntergeladen werden.
Termine/Veranstaltungen
„Hessen inklusive(r)“ - Neue Wege zur Personenzentrierung
Fachtagung am 12. Mai 2010
Die Gedanken der Teilhabe und die der Personenzentrierung prägen die Reformansätze in der Behindertenhilfe. Hier ist Hessen auf dem Weg mit der Eprobung eines neuen Systems der personenzentrierten Hilfen.
Eine Fachtagung, die am 12. Mai in Hanau stattfindet, setzt sich mit diesen Reformansätzen auseinander, fragt nach dem Status Quo und nach den Perspektiven für das Bundesland. Gemeinsam sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behindertenhilfe, ehrenamtliche Unterstützer, Betroffene und andere Interessenten Erwartungen an diesen Prozess formulieren sowie Ansätze und Erfahrungen der laufenden PerSEH-Pilotprojekte des LWV Hessen diskutieren. Weitere Infos zur Fachtagung erhalten sie hier.
Fortbildung „Interessen vertreten, aber wie?“Inklusion bedeutet, dass Menschen mit Behinderung überall selbstverständlich dabei sind. Dass sie an denselben Orten arbeiten und leben wie alle anderen Menschen auch. Ebenso heißt es, dass Menschen mit Behinderung selbst ihren Weg in den Mittelpunkt der Gesellschaft gestalten. Nur, wie kann diese Mitgestaltung aussehen? Und welche Ziele hat man dabei? Um Menschen mit und ohne Behinderung bei der Beantwortung dieser Fragen zu unterstützen, bietet der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) in diesem Jahr die Fortbildung "Interessen vertreten, aber wie? Interessen erkennen, ausdrücken und durchsetzen" an. Hier finden Sie Orte und Termine der einzelnen Seminare.
Gesundheit im sozialen Beruf - Wie bleibe ich körperlich und psychisch gesund im sozialen Beruf?
Die DGSP bietet im April 2010 interessante Kurzfortbildungen an. Ein ausführliches Programmheft steht hier zur Verfügung.
bvkm-Programm
Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) wartet in 2010 mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm auf. Es richtet sich an Menschen mit Behinderung, Eltern behinderter Kinder und Fachkräfte (bvkm). Es enthält Seminare zur Arbeit in Werkstätten, zum Wohnen und Leben, auch zu Sport, Clubs und Gruppen. Nähere Informationen zum Programm gibt es hier
Veröffentlichungen
"Pflegebedürftig - was ist zu tun?"
Welche finanziellen und materiellen Hilfen gibt es bei Pflegebedürftigkeit, wie werden die verschiedenen Pflegestufen definiert, was ist bei der Wahl eines ambulanten Pflegedienstes zu beachten? Dies sind nur einige Fragestellungen, auf die in der neuen Broschüre des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit eingegangen wird. Die Broschüre richtet sich an pflegebedürftige Menschen und ihre pflegenden Angehörigen. Zur Broschüre...
Suchthilfe-Guide 2009-2010
Der Suchthilfe-Guide des Deutschen Ordens erscheint in der neunten Auflage und bietet über 2.500 Adressen aus dem Suchthilfebereich.
Basiswissen: Umgang mit muslimischen Patienten
Ein im Dezember 2009 neu erschienenes Fachbuch, das Basiswissen vermittelt und Einblicke in Themen und Konfliktbereiche gibt, die in Therapie oder bei einer Betreuung praktizierender Muslime auftreten können. I. Rüschoff, M. Laabdallaoui: „Basiswissen: Umgang mit muslimischen Patienten“ (14,95 Euro)
So nah und doch so fern
Mit depressiv erkrankten Menschen leben. Ein Ratgeber, der konsequent die Perspektive von Angehörigen einnimmt. J. Bischkopf: „So nah und doch so fern“ (14,95 Euro)
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