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Bericht Senioren im Betreuten Wohnen



Die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) bedeutete für Menschen mit Behinderungen für viele Jahre nicht nur berufliche Integration, sondern auch ein breit gefächertes Angebot zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Das Ausscheiden aus dem Arbeitsleben ist für jeden Menschen mit Einbußen von sozialen Kontakten verbunden. Menschen mit geistiger Behinderung sind oft noch mehr von sozialer Isolation im Alltag bedroht - nicht nur, weil bei ihnen meistens die eigene Kinder- und Enkelkindergeneration fehlt, sondern auch, weil der Aufbau eigener Freundeskreise außerhalb der WfbM erschwert war. Sie brauchen angemessene Hilfe und Unterstützung, die ihre Teilhabe am sozialen Leben in der Gesellschaft einschließen und sie benötigen vor Ort Rahmenbedingungen für eine aktive Gestaltung ihres Lebens auch im Alter.

Das Erreichen des Rentenalters bedeutet nicht gleichzeitig, dass eine Aufnahme in eine stationäre Wohneinrichtung nötig wird, aber es sollte geprüft werden, ob die genutzte Wohnung im Alter und bei evtl. Einschränkungen noch bewohnt und genutzt werden kann, welche Maßnahmen der Wohnraumanpassung ergriffen werden müssen oder ob rechtzeitig ein Umzug geplant werden sollte (siehe auch Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V., DV 26/07, 26.09.2007, Positionspapier des Deutschen Vereines „Die Gesellschaft des langen Lebens annehmen und vor Ort gestalten" oder auch „Das Band: Wohnen ohne Barrieren“, Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e. V., Brehmstraße 4-7, 40239 Düsseldorf, unter diesem Link).

Ein wichtiger Bestandteil des Tagesablaufes in der WfbM war immer das gemeinsam eingenommene Mittagessen. Wenn die Rentner im Betreuten Wohnen es nicht schaffen, täglich allein für sich zu kochen, lassen sich individuell passende Lösungen finden. So ist es unter anderem möglich, dass sie weiter zum Mittagessen in die Kantine der WfbM gehen oder in der nahegelegene Wohneinrichtung zusammen mit den dort wohnenden Senioren kochen und essen.

Es ist weiterhin die Aufgabe des Betreuten Wohnens, unterstützend tätig zu werden, damit die Rentner die Kontakte mit ehemaligen Arbeitskollegen erhalten und die Beziehungen im unmittelbaren Umfeld ausbauen können. Das gezielte Erweitern der Ressourcen soll die Vereinsamung im Alter verhindern helfen. Die Senioren sollen so in die Lage versetzt werden, ein insgesamt abwechslungsreiches und ausgefülltes Leben in der Gemeinschaft möglichst lange selbstständig zu gestalten. Bei Bedarf müssen, ergänzend zum Betreuten Wohnen, haushaltsnahe ambulante Dienstleistungen koordiniert werden, um diese bei einem evtl. entstehenden oder sich vergrößernden Bedarf an Hilfe, Unterstützung und Pflege in Anspruch nehmen zu können.

Wenn sich der individuelle Bedarf grundsätzlich verändert, ist auch die bewilligte Hilfe (Art und Umfang) im Betreuten Wohnen anzupassen.