Größte Lithografie der Welt wird in Darmstadt gezeigt
Kassel/Darmstadt (lwv): Er las im Buch der Erdgeschichte - und trug sich dabei in das Buch der Kunstgeschichte ein: Mario Derra, bildender Künstler aus der Schöfferstadt Gernsheim (Kreis Groß-Gerau) im südhessischen Ried. Er hat in der Altmühlgemeinde Solnhofen (Kreis Weißenburg-Gunzenhausen) die größte Lithographie der Welt realisiert. "Keine große Kunst, aber ein großes Kunstwerk" kommentierte Derra bescheiden den auf 11,20 Metern Länge und in einer Breite von 1,25 Metern entstandenen Weltrekord "Massentourismus an den zwölf Aposteln". Inhaltlich ist das Kunstwerk - inzwischen im Guiness-Buch der Rekorde vermerkt - ein Diskussionsbeitrag: Knapp 100 Exemplare der Wanderheuschrecke fallen über das Schwamm-Mikrobenriff einer der schönsten Jura-Landschaften im Herzen des Naturparks Altmühltal her. Das Werk ist - zusammen mit anderen Arbeiten des Künstlers - in der Darmstädter Regionalverwaltung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV) zu sehen.
"Dies ist kein typischer Ort zur Präsentation von Lithographien, Radierungen und Holzschnitten" sagte LWV-Landesdirektor Lutz Bauer bei der Vernissage zur Kunstausstellung "Mario Derra: 30 Jahre Originalgraphik" Im Beisein vieler Gäste erörterte Bauer die Frage, weshalb bildende Kunst ausgerechnet in eine Behörde, zu einem sozialen Dienstleister für behinderte und sozial benachteiligte Menschen komme. Und er gab die Antwort: Kunst brauche den öffentlichen Raum, brauche öffentliche Unterstützung gerade in Zeiten, in denen die Etats für die öffentliche Förderung von Kunst und Kultur knapper geworden sind. "Der LWV als Kommunalverband mit seiner spezifischen Aufgabenstellung kann zwar keine nennenswerten Geldmittel, wohl aber Raum für die Kunst bereit stellen. Betrachten Sie deshalb diese Ausstellung von Werken eines weit über den Starkenburger Raum hinaus bekannten und geschätzten Künstlers als unseren bescheidenen Beitrag zur Förderung, damit Kunst erfahrbarer wird.“
Der Gernsheimer Künstler präsentiert mit dieser unter der Schirmherrschaft des Groß-Gerauer Landrates Enno Siehr stehenden Wanderausstellung - Darmstadt ist die letzte Station - einen Querschnitt seines mehr als 30 Jahre währenden künstlerischen Schaffens. Zudem gibt es Einblicke in das laufende Großprojekt des Künstlers, den Holzschnittzyklus "Peter Schöffer und die Entwicklung der beweglichen Lettern". Die Ausstellung in der Regionalverwaltung des LWV am Steubenplatz 16 in Darmstadt ist noch bis 10. März zu sehen. Sie ist montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr, freitags von 9 bis 13.30 Uhr geöffnet.
Fotomaterial zur Ausstellung können Sie anfordern unter pressestelle@lwv-hessen.de.








