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21.07.2009
„Teilhabewünsche behinderter Menschen erfüllen“ – Inselhof-Wohnstätten stellen sich auf demografischen Wandel ein
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Menschen mit Behinderung im Rentenalter – für die bundesdeutsche Gesellschaft ein vergleichsweise junges Phänomen. Die Behindertenhilfe stellt sich auf diesen demografischen Wandel ein: So können ausgeschiedene Werkstattbeschäftigte bei den Inselhof-Wohnstätten in Rüsselsheim eine Tagesförderstätte besuchen, wo sie ihre Fähigkeiten erhalten und ihren Interessen nachgehen können. Die Inselhof-Wohnstätten für Behinderte waren heute für LWV-Landesdirektor Uwe Brückmann eine weitere Station auf seiner Sommerreise zu einer ganzen Reihe von Einrichtungsträgern der Behindertenhilfe in Hessen. Im Inselhof waren – neben Bewohnern der Einrichtung – Thomas Will, Vereinsvorsitzender und Erster Kreisbeigeordneter, sowie Erika Deuschel, die Wohnstättenleiterin, seine Gesprächspartner.
Als hessenweiter Leistungsträger für die Behindertenhilfe verzeichne der LWV einen jährlichen Anstieg sowohl bei der Zahl der Menschen, die Leistungen erhalten, als auch bei den Budgets, skizziert der LWV-Chef. Gerade in einer Finanzkrise mit sinkenden öffentlichen Einnahmen falle es dem LWV nicht leicht, diese Aufgabe zu meistern: „Unsere Geldgeber – zu rund zwei Dritteln die hessi-schen Landkreise und kreisfreien Städte – verlangen mit Recht einen zielgenauen Einsatz dieser Mittel.“ Auf der anderen Seite lasse der LWV keinen Zweifel daran, dass er die berechtigten Rechtsansprüche von behinderten Menschen auf gesellschaftliche Teilhabe erfüllen werde: „Diesen Spagat können wir nur schaffen, wenn wir unsere Leistungen ständig an den sich ändernden Bedarf bei den betroffenen Menschen anpassen.“ Dabei führe der Weg weg von der Vollversorgung hin zu mehr flexiblen, ambulanten und teilstationären Leistungen, die dem Wahl- und Wunschrecht der Menschen entsprächen, erläutert Brückmann.
So berichtet Erika Deuschel von Planungen, die den Übergang von vollstationären Wohnheimplätzen in das ambulante Betreute Wohnen unterstützen sollen. Der Verein wolle einige Plätze für das „Trainingswohnen“ einrichten, auf denen die Bewohner in einer längeren Übergangszeit gezielt auf das Betreute Wohnen vorbereitet werden. „Nach dieser Phase entscheiden wir dann gemeinsam, welche Wohnform die richtige ist“, erläutert Deuschel. Sollte das Betreute Wohnen nicht oder noch nicht die richtige Wohnform sein, könne dennoch fast immer ein Zugewinn an Selbstständigkeit verzeichnet werden: „Die Bemühungen nach mehr Selbstständigkeit bringen im Regelfall einen Zugewinn von Lebensqualität mit sich.“
Mit einem Rundgang und anregenden Gesprächen mit Bewohnern der Wohnstätten schloss der Besuch im Inselhof ab.
Hintergrund – Inselhof-Wohnstätten für Behinderte e. V.
Die Wohnstätte Inselhof ist eine Einrichtung für geistig behinderte erwachsene Menschen. Derzeit werden 40 Menschen mit einer geistigen Behinderung in drei Häusern betreut. Ziel der Betreuung ist es, den behinderten Menschen zu helfen, in der Lebensgemeinschaft des Wohnheimes Möglichkeiten zur individuellen Lebensgestaltung zu finden und ihnen das sichere Gefühl des Schutzes und der Geborgenheit zu geben. Dabei soll jedem Bewohner so viel Entscheidungsspielraum gegeben werden, wie die Behinderung es zulässt. Alle Maßnahmen zielen darauf ab, bei den Menschen die größtmögliche Selbstständigkeit zu erreichen und ihnen die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft von behinderten und nicht behinderten Menschen zu ermöglichen.