Psychiatrische Versorgung im Landkreis Offenbach: LWV respektiert Kreisentscheidung, aber: Keine Abhängigkeit zwischen Erwachsenen- und Kinderpsychiatrie
Kassel (lwv) - Der LWV Hessen werde selbstverständlich die Entscheidung des Landkreises Offenbach, die psychiatrische Versorgung der erwachsenen Bevölkerung künftig dem privaten Krankenhausbetreiber Asklepios zu übertragen akzeptieren, hieß es beim LWV in einer Stellungnahme zum Beschluss des dortigen Haupt- und Finanzausschusses. Dies gebiete schon die über Jahrzehnte währende gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Gebietskörperschaft. LWV-Landesdirektor Lutz Bauer drückte gleichzeitig aber auch sein Bedauern darüber aus, dass der Landkreis das Angebot des LWV nicht aufgegriffen habe, neben der stationären Versorgung kurzfristig eine Tagesklinik in Dietzenbach einzurichten. Psychiatrische Fachkliniken, wie sie der LWV in Hessen betreibe, arbeiteten schon lange nicht mehr nach den überholten Prinzipien einer "Sonderstellung" oder "Absonderung" von psychischen kranken Menschen, wie dies in Presseberichten vermeldet wurde: "Der LWV war in Hessen von Beginn an Vorreiter einer dezentralen, gemeindenahen Psychiatrie und hat, diesen Grundsätzen folgend, an vielen Stellen in Hessen ambulante und teilstationäre Behandlungsangebote eingerichtet. Die Psychiatrie als integraler Bestandteil des Gesundheitswesens – diesen Grundsatz hätten wir natürlich auch im Landkreis Offenbach verwirklicht", stellte LWV-Landesdirektor Lutz Bauer klar.
Der LWV habe auch zu keiner Zeit die Übertragung eines tagesklinischen Versorgungsauftrages für die Erwachsenenpsychiatrie von der Eröffnung einer Tagesklinik mit Institutsambulanz für psychisch kranke Kinder und Jugendliche abhängig gemacht: "Erwachsenenpsychiatrie einerseits und Kinder- und Jugendpsychiatrie andererseits sind völlig unabhängig voneinander betriebene, ganz unterschiedlich arbeitende Kliniktypen, die wegen des geringeren Bettenbedarfs immer nur für mehrere Städte und Landkreise – insgesamt 7 in Hessen – vorgehalten werden können. Das Angebot für die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist daher eindeutig nicht als 'Zusatz-Bonbon' zu verstehen", so Bauer weiter. Der Beschluss des Landkreisgremiums, das Angebot des LWV zur Einrichtung einer Tagesklinik mit integrierter Institutsambulanz für Kinder und Jugendliche anzunehmen, sei deshalb folgerichtig gewesen. Der LWV wolle nun dafür Sorge tragen, dass dieses Angebot so schnell wie möglich realisiert werden könne.








