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03.12.2010

Frankfurter Dialogmuseum feiert fünfjähriges Bestehen

| Bild: Die Geschäftsführerin des Dialogmuseums, Klara Kletzka (rechts) gratuliert der 400.000 Besucherin, der Schülerin Anita Kofler aus Höchst (Odenwald). Links deren Lehrerin Ute Thiere  Foto: Dialogmuseum
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Das Frankfurter Dialogmuseum ist eine Herausforderung für die Sinne. Wer erleben will, was dort dargeboten wird, muss Hören, Fühlen und Schmecken. Nur eines kann er oder sie nicht: Sehen - denn der Museumsbesuch findet in völliger Dunkelheit statt. Ziel des Dialogmuseums ist es, Sehende in die unbekannte Welt der Blinden zu versetzen. Rund 400.000 Besucher hat das Museum, zu dem auch das Dunkelrestaurant „Taste of Darkness“ gehört, bereits angezogen. Gestern feierte das vom Integrationsamt des LWV geförderte Projekt sein fünfjähriges Bestehen.


„Das Dialogmuseum schafft eindrucksvolle Erfahrungen und sensibilisiert dafür, Menschen mit Behinderungen in das Arbeitsleben und in die Gesellschaft zu integrieren“, sagt Uwe Brückmann, Landesdirektor des LWV. Unter rund 50 Integrationsunternehmen, die das Integrationsamt beim LWV fördere, sei das Dialogmuseum ein hessenweit einmaliges und außergewöhnliches Projekt: „Der ‚Dialog im Dunkeln’ ist eine Einladung, das Sehen neu zu lernen.“ Der Besuch im Museum erweitere bei seinen überwiegend jungen Besuchern soziale Kompetenzen, schaffe mehr Respekt und Toleranz im Umgang miteinander.

2005 unterstützte der LWV den Aufbau des Dialogmuseums als anerkanntes Integrationsunternehmen. Rund 75 Prozent des Investitionsbetrages kamen aus Mitteln aus der Ausgleichsabgabe des LWV-Integrationsamtes. Weitere Gelder stellte ein Investitionsfonds für soziale Projekte zur Verfügung. Der Sehbehinderten- und Blindenbund Hessen beteiligte sich mit 5 Prozent. Ziel der LWV-Förderung ist es, Beschäftigung für schwerbehinderte Menschen zu schaffen und zu sichern. Daher erhalten einzelne behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums über die investive Förderung des Museums hinaus laufende personelle Hilfen. Trotz der LWV-Förderung und einer hohen Quote selbst erwirtschafteter Mittel (75 Prozent) hat die Stadt Frankfurt 2009 und 2010 einen kleinen Rettungsschirm gespannt. Damit konnten Einnahmeausfälle, die aufgrund der Finanzkrise (rückläufige Firmenbuchungen) eingetreten waren, ausgeglichen werden. Zurzeit beschäftigt das Dialogmuseum 51 Mitarbeiter. Hinzu kommen etwa 20 freiberufliche Mitarbeiter. 60 Prozent der Beschäftigten sind behindert oder benachteiligt. 12 blinde und stark sehbehinderte Menschen gehören zum festen Team und ermöglichen es, dass Museumsführungen in 11 Sprachen angeboten werden.

Das Museumskonzept basiert auf drei Säulen: ‚Dialog im Dunkeln’ führt in wechselnde Museumswelten, lässt die Besucher, unterstützt durch einen erfahrenen und einfühlsamen Begleiter, eine völlig andere Umwelt erleben. Im ‚Casino for Communication’ steht das gemeinsame Spielen und die Interaktion im Mittelpunkt. Den Geschmack der Dunkelheit vermittelt ‚Taste of Darkness’, ein Restaurant im Dunkeln. Darüber hinaus bietet das Museumsteam Workshops, Teamtrainings, Seminare und ‚Special Events’ an. Das DialogCafé wartet mit Kaffeespezialitäten und einem Mittagstisch auf.