"Zimmer mit Aussicht": Betreutes Wohnen ist Zukunftsmodell auch im Bathildisheim – Erster Beigeordneter Uwe Brückmann zu Besuch bei Diakonischer Einrichtung
Kassel/Bad Arolsen (lwv): Über aktuelle Entwicklungen im Bathildisheim e. V. hat sich am heutigen Montag Uwe Brückmann, Erster Beigeordneter des LWV, von Vorstand Horst-Wilhelm Hensel unterrichten lassen. Bei einem anschließenden Rundgang durch Werkstätten und Wohnheime des Bathildisheim konnte Brückmann seine Eindrücke vertiefen.
"Das Bathildisheim ist ein wichtiger und von uns sehr geschätzter Partner des LWV bei der Betreuung von Menschen mit geistiger, körperlicher und seelischer Behinderung über den nordhessischen Raum hinaus", sagte der Erste Beigeordnete und zeigte sich beeindruckt über das breite Leistungsangebot der Diakonischen Einrichtung. Auf 755 anerkannten Plätzen in verschiedenen Betreuungsangeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene war der LWV 2003 in 688 Leistungsfällen Kostenträger, umriss Brückmann die Bedeutung der Zusammenarbeit.
"In unserem Gespräch spielte das Thema 'Betreutes Wohnen' eine wichtige Rolle. Beim Umbau des Betreuungssystems weg von der vollstationären Heimbetreuung hin zu mehr selbstgestalteten Wohnformen brauchen wir innovative, flexible Leistungsanbieter. Wir begrüßen daher die Bereitschaft des Bathildisheimes, hier aktiv zu werden", nannte Brückmann eines der vielen Themen seines Besuchs.
Brückmann konnte sich davon überzeugen, dass der Umbau hin zu mehr Plätzen im Betreuten Wohnen beim Bathildisheim bereits begonnen hat: Nach der Anerkennung als Träger des Betreuten Wohnens durch den LWV seien dort in einem ersten Schritt 6 Plätze für Menschen mit geistigen Behinderungen entstanden. Mehrere Bewohner des Heimbereichs seien just in diesen Tagen in ihre Wohnungen eingezogen. "Das LWV-Konzept eines 'Wohnen im Verbund', also einer Vielfalt von unterschiedlich betreuten Wohnformen unter einem Dach, ist hier Vorbild", so Brückmann anerkennend.
Ein weiteres Thema war die Umwandlung von Internatsplätzen im Heilpädagogischen Schülerinternat in eine Dauerwohngruppe mit 9 Plätzen, da einige der sprach-, körper- und mehrfachbehinderten Kinder und Jugendlichen am Wochenende und in den Ferien nicht zu ihren Eltern nach Hause zurückkehren können. Sie benötigen wegen der Schwere ihrer Behinderung eine durchgehende Betreuung. Dazu soll eines der Internatshäuser bis zum August umgerüstet werden, die Platzzahlen im Schülerinternat würden sich perspektivisch entsprechend verringern.
Zusätzlichen Bedarf sahen Brückmann und Hensel auch bei den Werkstattplätzen für Menschen mit einer seelischen Behinderung aus dem nördlichen Teil des Landkreises. Das Bathildisheim betreibt in seiner Werkstatt seit 1997 eine Abteilung für diese Personengruppe, die über 16 Plätze verfügt. Brückmann stellte einen entsprechenden Beschluss im LWV-Verwaltungsausschuss in Aussicht. Mit einer solchen Zustimmung könnte die Einrichtung um 14 auf 30 Plätze erweitert werden.
Abschließend lobten Brückmann und Hensel das kooperative Klima zwischen Kostenträgern und Leistungserbringern im Landkreis Waldeck-Frankenberg. So habe im vergangenen August eine erste Planungskonferenz zur Versorgungssituation von Menschen mit einer geistigen Behinderung stattgefunden, der sich eine Belegungskonferenz anschloss. "Die Bemühungen im Landkreis sind von dem Bestreben Aller getragen, bei der Eingliederung behinderter Menschen in die Gesellschaft mit möglichst großen Schritten voran zu kommen, wobei uns die derzeitige Finanzlage der Kommunen natürlich Grenzen setzt", war das Resümee von Uwe Brückmann.








