Beschäftigung von schwerbehinderten Mitarbeitern: LWV in Hessen an der Spitze
Kassel (lwv): Unternehmen, die weniger als die gesetzliche Quote schwerbehinderter Menschen beschäftigen, zahlen in Hessen an das Integrationsamt beim LWV eine Abgabe, mit der behinderungsgerechte Arbeitsplätze neu geschaffen und gesichert werden. Dabei will der LWV aber nicht nur die Schwerbehindertenabgabe in neue Arbeitsplätze bei Dritten investieren. Auch als Arbeitgeber begreift er sich selbst als Vorreiter bei der Beschäftigung von behinderten Menschen: Über einen Zeitraum von 10 Jahren hinweg hat der LWV bei rund 10.000 Beschäftigten in ganz Hessen die Quote von 6,60 % auf 7,85 % gesteigert; in 2003, dem Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen, gegenüber dem Vorjahr noch einmal besonders deutlich. Die gesetzliche Quote von 5 % übertrifft der LWV also mit Abstand und zählt damit in Hessen zur Spitzengruppe. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil die meisten Beschäftigten des LWV in der Krankenpflege tätig sind, ein Bereich, in dem Arbeitsplätze für behinderte Menschen nicht gerade leicht zu schaffen sind.
Eine Vorgabe dazu gab die Verbandsversammlung des LWV, das Hessische Sozialparlament: Sie legte 2001 fest, dass für den Personalstamm des LWV auch weiterhin die bisherige Quote von 6 % und nicht die damals gesetzlich neu fixierte Quote von 5 % gelten sollte. Weitere Anstrengungen sollten folgen – und die Erfolge stellten sich ein: Von 7,38 % in 2001 wuchs der Beschäftigungsanteil auf 7,43 % in 2002 und schließlich auf 7,85 % im vergangenen Jahr. Zur Berechnung der Quote wird für den Arbeitgeber LWV am Ende eine Durchschnittszahl für alle Dienststellen und Einrichtungen errechnet, aber auch interne Zahlen liegen vor. Ein internes Ranking zeigt: Die Schule am Sommerhoffpark in Frankfurt steht mit einem Anteil von 23,57 % an der Spitze, gefolgt von der Regionalverwaltung Wiesbaden mit 18,16 % und der Regionalverwaltung Darmstadt mit 12,80 %. Auch das Zentrum für Soziale Psychiatrie Mittlere Lahn, Standort Gießen mit 12,34 % und die Hauptverwaltung Kassel mit 12,18 % liegen weit vorn.
Oft ist der Aufwand für die Einrichtung eines behinderungsgerechten Arbeitsplatzes gar nicht einmal sonderlich groß: So wurde im vergangenen Jahr ein Büroarbeitsplatz für eine sehbehinderte Mitarbeiterin in der Hauptverwaltung Kassel mit einer Bildvergröße-rungssoftware ausgestattet. In der neu geschaffenen Patienten- und Ärztebibliothek des Zentrums für Soziale Psychiatrie Bergstraße in Heppenheim wurde kürzlich ein Arbeitsplatz für einen Mitarbeiter mit geeigneter Technik eingerichtet, der wegen einer Muskelerkrankung nicht mehr in seinem gelernten Beruf als Krankenpfleger tätig sein kann. Zwei behinderungsgerechte Ausbildungsplätze will der LWV im Herbst 2004 zur Verfügung stellen. Das sieht die mit der Schwerbehindertenvertretung abgeschlossene Integrationsvereinbarung vor.








