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16.08.2011

mittendrin – Nordhessische Werkstätten für behinderte Menschen präsentieren sich

| Bild: Elisabeth Brachmann, Fachbereichsleiterin beim LWV, Stellvertreterin Jutta Siebert, Stadträting Anne Janz und Olaf Stapel von der Genossenschaft der Werkstätten besichtigen den Stand der Gartenbaubetriebe der nordhessischen Werkstätten im Einkaufszentrum dez.  Foto: Elke Bockhorst
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In jeder Schiebetür eines Volkswagens steckt ein Stück ihrer Arbeit: 4.850 Menschen mit Behinderungen arbeiten in nordhessischen Werkstätten, unter anderem für die Firma Bode in Bettenhausen, die sich auf Fahrzeugtürsysteme spezialisiert hat. Eine Schiebetür, an deren Fertigung die Werkstattmitarbeiter beteiligt waren, ist jetzt im Kasseler Einkaufszentrum dez zu sehen. In der Ladenpassage präsentieren die nordhessischen Werkstätten ihre Produkte und Dienstleistungsangebote. Am Dienstag wurde die Schau im Beisein von Stadträtin Anne Janz, LWV-Fachbereichsleiterin Elisabeth Brachmann und ihrer Stellvertreterin Jutta Siebert eröffnet.


Siebert begrüßte die Initiative: Es sei wichtig, dass die Leistung der Werkstattmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sichtbar werde. Der Titel „mittendrin“ sei zudem eine treffende Umschreibung des Begriffs „Inklusion“. Auf die Werkstätten werde in den kommenden Jahren eine weitere Aufgabe zukommen, ergänzte Siebert: Es sei wichtig, stärker als bisher Übergänge zum allgemeinen Arbeitsmarkt zu organisieren.
Auch die Kasseler Stadträtin Anne Janz betonte die Brückenfunktion der Werkstatt. Steigende Leistungsanforderungen machten es oft schwierig, Menschen mit Behinderung in Arbeitsprozesse zu integrieren. Ob das Ziel „schneller, höher, weiter“ richtig sei, müsse aber zur Diskussion gestellt werden.

An der Ausstellung beteiligen sich die Werkstätten der Baunataler Diakonie Kassel, der Hephata Diakonie Schwalmstadt, der Sozialgruppe Kassel sowie die Genossenschaft der Werkstätten Hessen und Thüringen. Der Landeswohlfahrtsverband Hessen als wichtigster Kostenträger der Werkstätten ist am Kommunikationsstand der Ausstellung ebenfalls vertreten. Daneben sind Stationen unter anderem zu den Themen Gartenbau, Dokumentenmanagement und Recycling zu finden.

Die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen verstehen sich nach eigener Aussage als „Agenturen für angepasste Arbeit“: Ihnen gehe es nicht darum, die Menschen anzupassen, sondern die Fertigungsprozesse so zu gestalten, dass Menschen mit Behinderung die Arbeit leisten können. So konzentrieren sich die Werkstätten auf die Fähigkeiten und Kompetenzen, die behinderte Menschen haben, und sie stellen fest, dass diese in aller Regel hoch motiviert engagiert sind: Sie beherrschen komplexe Fertigungsprozesse, steuern CNC-Technik, sind in der Lage, anspruchsvolle Montagearbeiten, Konfigurationen und vielfältige Dienstleistungen pünktlich und präzise nach den Kundenanforderungen zu erbringen. Das werde auch von zahlreichen Unternehmen aus Industrie, Handel, Handwerk und der öffentlichen Hand geschätzt, die seit vielen Jahren regelmäßig mit Werkstätten zusammen arbeiten, betonten die Organisatoren in ihrer Pressemitteilung. Die Werkstätten verfügten über ein zertifiziertes Qualitätsmanagement sowohl für die Produktion als auch für die Rehabilitationsleistung. Einen Ausschnitt dieser Arbeit von und für Menschen mit Behinderungen zeigt die Ausstellung „mittendrin“ noch bis Samstag, 20. August, 20 Uhr.