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Kassel, 4. Juni 2004

LWV fördert Projekt zur beruflichen Integration blinder und sehbehinderter Musiker

Sperrfrist: 4. Juni 2004, 13 Uhr

Kassel/Frankfurt am Main (lwv): Die Stiftung Blindenanstalt Frankfurt am Main hat mit Unterstützung des LWV Hessen ein Projekt zur beruflichen Integration blinder und sehbehinderter Musiker gestartet. Dazu übergab heute LWV-Landesdirektor Lutz Bauer einen Förderbescheid des LWV über 521.500 € an den Direktor der Stiftung, Franz-Josef Esch. Mit dem Projekt soll die Professionalisierung von bis zu sieben Musikern unterstützt werden, die blind oder stark sehbehindert sind. Innerhalb des Förderzeitraumes von drei Jahren sollen sich die Musiker eine eigene Existenz aufgebaut haben. "In dem Projekt sehen wir die Möglichkeit einer dauerhaften beruflichen Existenzsicherung, da blinde und sehbehinderte Menschen ein Instrument genauso gut wie Sehende beherrschen können. Durch unsere Förderung wollen wir die behinderungsbedingten Nachteile ausgleichen", sagte Bauer zu den Beweggründen des LWV, das Projekt zu fördern. Die Stiftung Blindenanstalt sei dabei der richtige Partner, da sie über langjährige Erfahrungen bei der Ausbildung und Förderung blinder und sehbehinderter Menschen verfüge, unterstrich der LWV-Chef.

In ihrem "Musischen Zentrum" entwickelt und fördert die Stiftung musikalische Fähigkeiten blinder und sehbehinderter Menschen. In diesem Kontext wurde das Konzept eines Projektes geboren, welches bis zu sieben Personen auf dem Weg zu einer Professionalisierung unterstützen soll. Das Projekt sieht vor, eine Gruppe behinderter – vorwiegend, aber nicht ausschließlich blinder und sehbehinderter – Menschen so zu qualifizieren und organisatorisch zu unterstützen, dass diese dauerhaft durch ihren Beruf als Musiker ein Einkommen erzielen können. Dabei soll die Gruppe einmal in der Lage sein, bei vielen Gelegenheiten in unterschiedlicher Zusammensetzung, so beispielsweise als Solisten, als Duo und Quartett wie auch als Orchester, aufzutreten. Die Musiker sollen sich dazu ein breites musikalisches Repertoire mit den Schwerpunkten Klassik, Volksmusik, Unterhaltungsmusik, Tanzmusik, Jazz, Oldies und Rock erarbeiten. Folgende Instrumente sind vorgesehen: Klavier/Akkordeon, Blasinstrumente, Gitarre und Gesang. Das Angebot soll sich an Vereine, Betriebe, Kirchen, Altenheime und andere Einrichtungen richten, die kulturelle oder festliche Veranstaltungen planen. Auch für private Feiern können die "Blinden Musiker" engagiert werden. Über Stellenausschreibungen – auch im Internet verfügbar - hat die Stiftung bereits für das Projekt geworben. Das Beschäftigungsprojekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. Unterstützt werden die Musiker durch den Einsatz einer Arbeitsassistenzkraft, die den Transport zum Einsatzort übernimmt, organisatorische Unterstützung leistet und die Betreuung sicherstellt. Die Projektmittel werden auch zur Anschaffung eines Transportfahrzeuges, für Instrumente, technisches Equipment und den Ausbau eines Übungsraumes eingesetzt.
Die Stiftung Blindenanstalt Frankfurt am Main beabsichtigt, das Projekt in einer späteren Projektphase als Integrationsfirma zu verselbstständigen, um den beschäftigten Musikern eine dauerhafte Beschäftigungsperspektive zu sichern. Neben dem Zuschuss des LWV fließen in das Projekt Mittel der Agentur für Arbeit sowie ein erheblicher Anteil aus Spenden und Eigenmitteln der Stiftung ein.

Blinde und sehbehinderte Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, hat sich die 1837 gegründete Stiftung Blindenanstalt Frankfurt am Main zum Ziel gesetzt. Heute können blinde und sehbehinderte Menschen bei der Stiftung Lernen, Wohnen und Arbeiten.