25 Jahre Gedenkstätte Breitenau
Rund zweihundert Personen sind am Samstag in die Klosterkirche Breitenau in Guxhagen gekommen, um das 25jährige Bestehen der Gedenkstätte zu feiern. Bereits in den siebziger Jahren hatten Studenten der Gesamthochschule Kassel begonnen, die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers zu erforschen. 1984 wurde auf dem einstigen Klostergelände eine Gedenkstätte gegründet, sie befindet sich heute in den Räumen von Vitos Kurhessen. Der LWV-Beigeordnete Dr. Peter Barkey plädierte in seinem Grußwort dafür, eine landesweite Stiftung zu gründen, um die Arbeit der Gedenkstätten auf eine sichere Basis zu stellen.
In dem ehemaligen Benediktinerkloster Breitenau war 1874 eine „Besserungsanstalt für Bettler, Landstreicher, und Prostituierte und verwahrloste Jugendliche“ eingerichtet worden. Während der NS-Herrschaft wurde Breitenau zu einem Konzentrationslager, in dem unter anderem politische Gefangene und jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger festgehalten wurden, so auch die Ärztin Dr. Lilli Jahn, die Mutter des späteren Justizministers Gerhard Jahn. Viele der Gefangenen wurden später in Vernichtungslager deportiert und dort ermordet. Nach dem Krieg entstand in Breitenau ein Erziehungsheim für Mädchen, für das der LWV 1953 die Trägerschaft übernahm. Es wurde 1973 wieder geschlossen.
Der Vorsitzende des Fördervereins der Gedenkstätte, Dr. Gunnar Richter, dankte Vertretern aus Politik und Hochschule für die Unterstützung.
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