Stiftungsforsten Kloster Haina - Motorsägen-Lehrgang ausschließlich für Frauen

 
Sechs Frauen haben heute in den Stiftungsforsten Kloster Haina erfolgreich den praktischen Teil eines Lehrgangs absolviert und damit ihren sog. Motorsägen-Führerschein erworben. Sie gehören zu insgesamt 18 Teilnehmerinnen eines Kurses, den die Stiftungsforsten erstmals ausschließlich für Frauen angeboten haben. „Unseres Wissens gibt es in Hessen derzeit nur einen weiteren Forstbetrieb, der solche Frauen-Kurse anbietet, obwohl aus unserer Erfahrung eine große Nachfrage danach besteht“, erklärt der Leiter der Stiftungsforsten, Ltd. Forstdirektor Manfred Albus.
„Motorsägenführerschein“ ist die Bezeichnung für die „Kurzunterweisung zur Arbeitssicherheit in der Motorsägenhandhabung für Brennholznutzer“. Die benötigt jeder, der im Wald das Holz für den heimischen Kamin selbst schlagen möchte. Ein Lehrgang besteht aus einem vierstündigen Theorieteil sowie einem siebenstündigen Praxisteil im Wald. Zu den Lehrgangsinhalten gehören die Sicherheitsaspekte rund ums Baumfällen, wie etwa die notwendige Ausrüstung, Schutzmaßnahmen oder das Verhalten bei Unfällen. Dazu werden Fragen zum Umweltschutz und ganz praktischer Art behandelt: Welche Bäume dürfen überhaupt gefällt werden, welche Techniken gibt es? Am Schluss steht dann im Wald in kleinen Gruppen der Umgang mit der Motorsäge beim Fällen und die Verarbeitung zu Brennholz im Mittelpunkt. „Erfahrungen aus früheren Kursen haben gezeigt, dass die Frauen gut mit den Motorsägen umgehen und das Erlernte schnell und sicher anwenden können. Da sie aber viel seltener mit solchen Maschinen arbeiten, fehlt ihnen das Selbstbewusstsein, das die Männer aufgrund ihrer oft größeren Erfahrung haben. Deshalb scheuen die Frauen sich, die Kurse gemeinsam mit Männern zu machen und ziehen spezielle Frauenkurse vor“, erläutert der Lehrgangsleiter, Forstwirtschaftsmeister Bernd Keute.
Die Frauenlehrgänge unterscheiden sich in der Dauer, den Inhalten und Kosten nicht von den anderen Kursen.
Informationen zu weiteren Kursen gibt es in der Verwaltung der Stiftungsforsten unter 06456 81230.
Hintergrund
Die Stiftungsforsten Kloster Haina gehören als Regiebetrieb zum LWV, denn der LWV ist mit rund 7.500 Hektar Waldfläche einer der großen Waldbesitzer in Hessen. Diesen Waldbesitz hat der LWV als Stiftungsvermögen mit seiner Gründung 1953 übernommen.
Die Forsten gehörten ursprünglich zum Besitz der mittelalterlichen Klöster Haina und Merxhausen. Während der Reformation wurden die Klöster säkularisiert, in Hospitäler umgewandelt und in ein Stiftungsvermögen eingebracht. Damit wurde der Waldbesitz ein eigener Teil der Stiftung. Der Vorgänger des LWV, der Bezirkskommunalverband, übernahm die Trägerschaft über das Stiftungsvermögen, die dann 1953 auf den LWV überging. Nach der Stiftungsurkunde ist es nicht möglich, Wald zu verkaufen, um Gewinne zu erzielen. Vielmehr ist die Stiftung verpflichtet, dem öffentlichen und sozialen Wohl zu dienen. So fließen jährlich Erlöse, die die Stiftungsforsten erwirtschaftet haben, an den LWV zur Erbringung der sozialen Aufgaben.

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