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Schottener Soziale Dienste

Richtfest für Wohnen mit intensiver Betreuung


Logo der Schottener Sozialen Dienste gGmbh

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21.11.2018

Schotten (lwv): Intensiv betreut und möglichst selbstständig - das ist das Konzept für das jüngste Wohnprojekt der Schottener Sozialen Dienste. Heute wurde Richtfest an den "Danielswiesen" gefeiert. Die beiden neuen Häuser, die drei Wohngruppen sowie tagesstrukturierende Angebote beherbergen werden, sind ein besonderes Angebot für geistig behinderte Männer und Frauen, die intensivste pädagogische Betreuung benötigen. Einige von ihnen werden in einem geschlossenen Bereich leben.

Elisabeth Brachmann, zuständige Fachbereichsleiterin des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen, lobte das Konzept für die Danielswiesen. "Durch die Möglichkeit, in einer Wohngemeinschaft oder in Einzelzimmern und mit ganz unterschiedlicher Unterstützungsintensität zu leben, können die Menschen sehr individuell betreut werden. Dieser konsequent personenzentrierte Ansatz ist uns wichtig." Der LWV und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration fördern das rund 2,8 Millionen teure Projekt mit je 690.000 Euro. Mitte 2019 können die ersten Bewohnerinnen und Bewohner voraussichtlich einziehen.

Das Wohnprojekt gliedert sich in vier unterschiedliche Bereiche. Im Erdgeschoss des Wohnhauses wird es eine geschlossene Gruppe für fünf Männer und Frauen geben sowie eine halboffene Wohngruppe für 7 Bewohner. Dazu kommt ein Pflegebad. Im ersten Stock wird es eine offene Wohngruppe geben. Alle drei Bereiche erhalten einen eigenen Wohn- und Essbereich. Zu den Zimmern gehört jeweils ein Bad. In einem separaten eingeschossigen Haus wird es für zwölf Männer und Frauen ein tagesstrukturierendes Angebot geben. Insgesamt erstreckt sich das Projekt auf 1.165 Quadratmetern.

Der Bedarf an intensivpädagogisch betreuten Wohnmöglichkeiten ist groß. Das belegen viele Anfragen. Geistig behinderte Menschen, die etwa nicht sprechen können, mit ausgeprägten psychischen Erkrankungen oder selbst- und fremdgefährdenden Verhaltensweisen, brauchen eine besondere Unterstützung, wenn sie dennoch eine gewisse Selbstständigkeit erreichen und an der Gesellschaft teilhaben wollen. Einen solchen Anspruch behinderter Menschen sieht das Bundesteilhabegesetz ebenso vor wie die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen.

"Wir haben deshalb besonders qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", betont Geschäftsführer Christof Schaefers. "Diese müssen Wünsche und Stimmungen der Bewohnerinnen und Bewohner erkennen und lernen, damit umzugehen. Auch wenn diese aggressiv sind." Als Beispiel nennt er die Geschichte einer Bewohnerin, die sehr schwierig im Umgang war. Als die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begannen, mit ihr ihre Biographie aufzuarbeiten, verstanden Sie, dass diese Klientin unbedingt in ihre alte Heimat zurückkehren wollte. Weil sie das bis dahin nicht hatte artikulieren können, sei sie immer wieder aggressiv geworden. Für sie wurde schließlich eine Wohnmöglichkeit in Norddeutschland gefunden, wo sie aufgewachsen war. Dort ging es ihr besser.


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