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"erfasst, verfolgt, vernichtet"

Ausstellung in Gießen zu
Euthanasie-Verbrechen


Foto mit dem rauchenden Schornstein der Tötungsanstalt Hadamar

Der rauchende Schornstein der Tötungsanstalt Hadamar steht symbolisch für die Opfer, die im Zuge der NS-Euthanasie-Verbrechen "erfasst, verfolgt, vernichtet" wurden - so der Ausstellungstitel. (Foto: LWV-Archiv)

Gießen. Die Wanderausstellung "erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus" ist bis zum 25. Juni im Festsaal der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Gießen (Haus 125, Licher Straße 106) zu sehen. Zur Ausstellung und dem Begleitprogramm gibt es einen Flyer unter www.vitos-giessen-marburg.de/giessen-marburg/service/veranstaltungen

Frage nach dem Wert des Lebens

Rund 400.000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 zwangssterilisiert, weil sie krank oder behindert waren. Rund 200.000 Menschen wurden ermordet mehr als die Hälfte davon waren Patientinnen und Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten. Die Ausstellung zeigt die NS-Euthanasieverbrechen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Anhand exemplarischer Biografien befasst sie sich mit den persönlichen Geschichten einzelner Opfer, aber auch mit den Tätern und Tatbeteiligten. In Wort und Bild werden die Beurteilungen derer, die an den Verbrechen beteiligt waren, den Äußerungen von Patienten gegenübergestellt. Die Ausstellung fasst das Geschehene zusammen, beschäftigt sich mit den gedanklichen und institutionellen Voraussetzungen für die Morde und stellt ganz zentral  die Frage nach dem Wert des Lebens.

2014 im Bundestag eröffnet

Konzipiert wurde die Ausstellung "erfasst, verfolgt, vernichtet" von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) zusammen mit der Stiftung "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" sowie "Topografie des Terrors". 2014 wurde die Schau im Deutschen Bundestag eröffnet, seitdem tourt sie als Wanderausstellung durch Deutschland und Europa. Nach Gießen gelangte sie auf Initiative des Fördervereins Psychiatriemuseum/Gedenkausstellung Gießen, des Instituts für Geschichte der Medizin der Justus-Liebig-Universität und Vitos Gießen-Marburg.

Öffnungszeiten

Geöffnet ist täglich außer mittwochs von 12 bis 18 Uhr, mittwochs von 10 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei. Besuche von Gruppen sind nach Absprache und Voranmeldung bei Vitos Gießen-Marburg (Telefon 0151 17202206) auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Weitere Informationen unter www.gegen-vergessen.de


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