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Neue Tischbein-Ausstellung

Hainaer Klosteranlage wieder geöffnet


Langhausgewölbe der Klosterkirche Haina

Blick ins Langhausgewölbe der Klosterkirche Haina (Foto: Frank Mihm)

Wenn Besucherinnen und Besucher eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und ausreichend Abstand zu anderen Menschen halten, steht ihnen das Kloster Haina wieder offen: Durchgehend bis zum 1. November kann das bedeutende frühgotische Zisterzienserkloster in der Nähe von Bad Wildungen täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr besucht werden. Die gleichen Öffnungszeiten gelten für die neue Tischbein-Sonderausstellung "Dies Bildnis ist bezaubernd schön", die in diesem Jahr Johann Friedrich August Tischbein (1750-1812) gewidmet ist, einem Cousin des so genannten "Goethe-Tischbeins" Johann Heinrich Wilhelm.

Führungen durch die Klosteranlage finden an jedem Sonntag ab 14 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Video-Walk

Auch der Video-Walk, eine virtuelle Führung durch das 800 Jahre alte Zisterzienserkloster, ist wieder zu den üblichen Öffnungszeiten möglich. Besucher können mit einem ausleihbaren Tablet-Computer in einem rund 20-minütigen Video ganz individuell eine Reise ins Mittelalter erleben. Die Schritte und die Stimme eines kleinen Jungen sind zu hören, der durch das Kloster führt, verbunden mit Soundeffekten und mittelalterlichen Chorälen. Der Film enthält auch spektakuläre Bilder aus der Höhe, die mit Kameradrohnen aufgenommen wurden. Das Video wurde an der Kunsthochschule Kassel im Fachbereich Neue Medien realisiert.

Gefragter Porträtist

In der Sonderausstellung im Nebenraum des Kreuzganges wird über die Malweise und den Lebensweg des Johann Friedrich August Tischbein informiert. Der Spross aus der weitverzweigten Hainaer Künstlersippe - ihr Stammvater war im Kloster Haina als Bäcker tätig - war in der Zeit um 1800 ein in ganz Europa bekannter und gefragter Porträtist. Einige seiner typischen Werke werden in der Ausstellung als Reproduktionen gezeigt.

Seine besondere Leistung lag darin, dass er die porträtierten Persönlichkeiten nicht in steifer, repräsentativer Aufmachung zeigte, sondern in einer natürlichen, ungezwungenen Haltung, wie bei einem Schnappschuss. Wie die porträtierten Personen sich dabei gefühlt haben mögen, können die Besucher der Ausstellung spielerisch nachempfinden: Die Kasseler Kunsthistorikerin Caroline von der Osten-Sacken, die die Ausstellung kuratiert hat, hat nach historischen Vorlagen eine Reihe typischer Kleider der Zeit um 1800 genäht und lädt dazu ein, in dieser historischen Kostümierung ein Selfie aufzunehmen oder ein Foto schießen zu lassen.

Der Maler wurde, wie der Goethe-Tischbein, vom gemeinsamen Onkel Johann Heinrich August Tischbein d. Ä. (1722-1789) ausgebildet, der Hofmaler des Hessischen Landgrafen in Kassel war und dort auch die neu gegründete Kunstakademie leitete. Anschließend kam Johann Friedrich August in die Obhut des Fürsten Friedrich zu Waldeck und Pyrmont. Dieser ermöglichte ihm eine Ausbildung bei namhaften Malern in Paris, Rom und Neapel und beschäftigte ihn danach als Hofmaler in Arolsen. Spätere Stationen seiner Karriere waren Dessau, Weimar, Berlin und St. Petersburg. Von 1800 bis zu seinem Tod 1812 leitete er die Kunstakademie in Leipzig. Die Ausstellung wurde vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie vom Landkreis Waldeck-Frankenberg finanziell unterstützt.

Psychiatriemuseum geschlossen

Das Psychiatriemuseum ist aufgrund von Umbauarbeiten während des gesamten Jahres 2020 geschlossen. Es befindet sich im ehemaligen Sprechraum der Zisterzienser-Klosteranlage, die von der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Haina genutzt wird.

Weitere Informationen unter www.klosterhaina.de


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