MEDIZINISCHE REHABILITATION

MEDIZINISCHE REHABILITATION

Wenn Sie wegen einer bestehenden wesentlichen körperlichen Behinderung oder zur Verhütung einer solchen eine Anschlussheilbehandlung (AHB) oder eine Rehabilitationsmaßnahme benötigen, können die Kosten von uns übernommen werden, sofern kein anderer Leistungsträger (Rentenversicherung oder Krankenversicherung) dies leistet.

Wann können die Maßnahmen erforderlich sein?

Eine Anschlussheilbehandlung oder Rehabilitationsmaßnahme kann notwendig werden, wenn eine Krankenhausbehandlung alleine nicht ausreicht, um dauerhaft eine drohende Behinderung zu vermeiden, die Auswirkungen einer bestehenden Behinderung zu mindern oder Ihre Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen. Meist geht der Maßnahme ein Aufenthalt in einem Allgemein-Krankenhaus voraus, für dessen Kostenübernahme jedoch Ihre Krankenkasse oder das örtliche Sozialamt Ihrer Kreis-, Gemeinde- oder Stadtverwaltung zuständig ist.

Welche Leistungen übernimmt der LWV Hessen?

Wir erbringen alle Leistungen, die eine gesetzliche Krankenkasse bei teil- oder vollstationären Behandlungen übernimmt. Dazu zählen auch die notwendigen Transportkosten. Zudem können bei vollstationären Behandlungen Nebenleistungen erbracht werden (z. B. Taschengeld, Mietkosten und notwendige Bekleidung).

Welche persönlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Wir übernehmen die Kosten des Aufenthaltes in der Einrichtung für Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung, wenn Sie wegen einer bestehenden wesentlichen körperlichen Behinderung oder zur Verhütung einer solchen behandelt werden.

Zu körperlichen Behinderungen zählen nicht nur sichtbare körperliche Einschränkungen wie zum Beispiel Amputationen oder Lähmungen aufgrund eines Schlaganfalls; auch innere Erkrankungen oder Schädigungen eines inneren Organs können im täglichen Leben derart einschränken, dass eine Behinderung droht oder vorliegt. So gelten z. B. auch chronische Niereninsuffizienz und Krebserkrankungen als wesentliche körperliche Behinderung. Die Kosten einer Anschlussheilbehandlung oder Rehabilitationsmaßnahme können von uns übernommen werden, wenn diese Behandlungsmaßnahmen geeignet sind,

  • den Eintritt einer wesentlichen Behinderung bei Ihnen zu vermeiden,
  • Ihnen den Umgang mit einer bereits bestehenden Behinderung zu erleichtern,
  • eingeschränkte Fähigkeiten wieder herzustellen oder zu aktivieren,
  • Ihre Lebensqualität zu verbessern oder
  • Ihre Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, um das Ausscheiden aus dem Arbeitsleben zu vermeiden.

Ob die Anschlussheilbehandlung oder die Rehabilitationsmaßnahme für Sie notwendig ist, muss uns von Ihrem behandelnden Arzt schriftlich bestätigt werden.

Welche wirtschaftlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Sie können Leistungen durch uns erhalten, wenn

  • Sie die Kosten der AHB oder Reha nicht aus eigenen Mitteln tragen können und
  • andere Kostenträger (insbesondere Rententräger und Krankenkasse) nicht vorrangig zuständig sind.

Wir müssen darum prüfen, ob und in welchem Umfang von Ihnen bzw. Ihren Angehörigen eine (teilweise) Erstattung der entstehenden Sozialhilfeaufwendungen verlangt werden kann. Lesen Sie dazu die Informationen zur Öffnet internen Link in aktuellem FensterKostenbeteiligung von Leistungsberechtigten bzw. Angehörigen. 

Wo liegt der Unterschied zwischen Anschlussheilbehandlung (AHB) und Rehabilitationsmaßnahme?

  • Eine AHB muss von Ihnen innerhalb von 14 Tagen nach Krankenhausentlassung angetreten werden.
  • Eine Rehabilitationsmaßnahme kann hingegen auch unabhängig von einem vorausgegangenen Krankenhausaufenthalt erfolgen.
  • Eine Rehabilitationsmaßnahme ist in der Regel auf 21 Tage beschränkt.

Schritte zur Leistung

Zur Antragstellung benötigen wir von Ihnen verschiedene Angaben. Dazu können Sie das Formular „Antrag auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) Zwölftes Buch (XII) - Sozialhilfe“ bei uns telefonisch bzw. per E-Mail anfordern oder im Formular-Finder weiter unten auf dieser Seite herunterladen (unter "2. Antrag auf Sozialhilfe"). Außerdem erhalten Sie diesen Antrag bei dem örtlichen Sozialhilfeträger oder Ihrer Gemeindeverwaltung.

  • Kosten für eine Anschlussbehandlung oder Rehabilitationsmaßnahme können wir frühestens ab dem Tag übernehmen, ab welchem uns der Bedarf bekannt wird. Der Antrag muss daher unbedingt vor der Aufnahme gestellt werden.
  • Wenn Sie das 65. Lebensjahr bereits vollendet haben, wenden Sie sich wegen der Kostenübernahme bitte an den örtlichen Sozialhilfeträger.
  • Sollten Sie zu unseren ausländischen Mitbürgern gehören, können unter Umständen Ansprüche nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bestehen, die eine Kostenübernahme durch uns ausschließen! Wir bitten daher zur Überprüfung Ihres ausländerrechtlichen Status um Vorlage einer Passkopie.

Zu den Öffnet internen Link in aktuellem FensterAntragsformularen.

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Hier finden Sie alle Formulare für Ihren Antrag auf Leistungen des LWV Hessen, aufgegliedert in Themengebiete.