BETREUTES WOHNEN

BETREUTES WOHNEN

Das Betreute Wohnen ist eine aufsuchende Form sozialpädagogischer und sozialtherapeutischer Betreuung bzw. Begleitung von Menschen, die wesentlich behindert oder von einer Behinderung bedroht sind und deshalb Anspruch auf Eingliederungshilfe haben.

Es unterscheidet sich vom Aufenthalt in einem Wohnheim oder einer Klinik vor allem dadurch, dass Betreuungspersonal im Betreuten Wohnen nicht ständig anwesend ist. Daher finden in der Regel Personen Aufnahme, die ein vergleichsweise hohes Maß an Selbstständigkeit besitzen. Das betrifft insbesondere den lebenspraktischen Bereich, da sich die Betreuung im Betreuten Wohnen im Wesentlichen auf psychosoziale Betreuung und Beratung beschränkt. Ziel der Förderung ist es, den Alltag selbstständig zu bewältigen.

Beim Landeswohlfahrtsverband Hessen sind verantwortlich für die jeweiligen bedarfsgerechten Hilfeangebote

Der LWV Hessen setzt sich für den weiteren Ausbau des Betreuten Wohnens in Hessen ein. Die Bedürfnisse der Menschen stehen dabei im Mittelpunkt.

Betreutes Wohnen – für wen?

Das Betreute Wohnen kommt für alle wesentlich behinderten Menschen in Frage, die

  • über ein gewisses Maß an lebenspraktischen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen verfügen,
  • ihre Lebensführung selbst- und eigenverantwortlich über den überwiegenden Teil des Tages organisieren können,
  • keine Nachtbereitschaft oder Nachtwache benötigen
  • das 18. Lebensjahr erreicht haben.

Wie sieht die Unterstützung aus?

Beim Betreuten Wohnen handelt es sich um eine sozialpädagogische und sozialtherapeutische Unterstützungsleistung. Die Unterstützung findet in der Regel im häuslichen Bereich in Ihrer eigenen Wohnung statt, bei Bedarf ergänzt durch weitere ambulante Angebote. Das Angebot ist ausgerichtet auf Ihren individuellen zeitlichen Bedarf, jedoch nicht auf eine ständige Anwesenheit des Betreuungspersonals.

Die Förderung im Betreuten Wohnen zielt insbesondere darauf ab,

  • Sie bei der Bewältigung des Alltags zu unterstützen (beispielsweise beim Umgang mit Geld, der Haushaltsführung, der Selbstversorgung und der Freizeitgestaltung),
  • Sie bei der Suche nach medizinischer und therapeutischer Hilfe sowie ambulanter Pflegedienste zu unterstützen,
  • Sie dabei zu unterstützen, eine Erwerbstätigkeit oder eine sonstige geeignete Beschäftigung auszuüben,
  • Ihre Eigenständigkeit beziehungsweise Selbstständigkeit zu erhalten und zu fördern, um die Aufnahme in stationäres Wohnen zu vermeiden.

An wen kann ich mich wenden?

Für die Leistungen im Betreuten Wohnen ist der Landeswohlfahrtsverband Hessen zuständig - aufgeteilt nach dem Öffnet internen Link in aktuellem FensterFachbereich für Menschen mit körperlicher oder Sinnesbehinderung, dem Öffnet internen Link in aktuellem FensterFachbereich für Menschen mit seelischer Behinderung und Menschen mit Abhängigkeitserkrankung und dem Öffnet internen Link in aktuellem FensterFachbereich für Menschen mit geistiger Behinderung.

Sie können sich daher jederzeit direkt mit uns in Verbindung setzen, wenn Sie für sich oder einen Angehörigen einen Platz im Betreuten Wohnen suchen.

Für Ihre selbstständige Informationssuche finden Sie in unserer nach Regionen aufgeteilten Öffnet internen Link in aktuellem FensterSozialen Landkarte unter dem Begriff Betreutes Wohnen entsprechende Kontaktdaten der Träger für das Betreute Wohnen. Weiterhin können Sie in der Sozialen Landkarte Kontaktdaten von ambulanten Diensten sowie des örtlichen Sozialhilfeträgers finden.

Für weitere ergänzende Leistungen wie beispielsweise Freizeithilfen, Fahrtkosten und ergänzende Pflegeleistungen ist im Zusammenhang mit Leistungen im Betreuten Wohnen ebenfalls der Landeswohlfahrtsverband Hessen zuständig.

Daneben können Sie Leistungen im Rahmen der Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten. Diese Leistungen werden von den örtlichen Sozialhilfeträgern, also den Landkreisen und kreisfreien Städten, bewilligt.

Welche Alternativen gibt es?

Wir möchten helfen zu vermeiden, dass jüngere Menschen sich für ein dauerhaftes Leben in einer stationären Wohneinrichtung entscheiden, weil sie keine Alternativen kennen. Ambulante Wohnformen sollten immer im Vordergrund stehen. Durch die Kombination ambulanter Wohnleistungen mit ambulanten Diensten, Beratungsstellen, Selbsthilfeverbänden und Angehörigen kann die Aufnahme in stationäres Wohnen vermieden werden. Sollte dies jedoch unabweisbar sein, möchten wir Sie an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, dass wir gerade für jüngere Menschen folgende Möglichkeiten sehen:

  • Teilhabe und Pflege in einem Wohnheim für behinderte Menschen im Rahmen der Eingliederungshilfe
  • Teilhabe und Pflege in einem Öffnet internen Link in aktuellem FensterWohnpflegeheim

Wo gibt es Plätze für das Betreute Wohnen?

In den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten gab es am 31. Dezember 2015 insgesamt 16.343 anerkannte Plätze,

davon in den Landkreisen

Bergstraße: 467
Darmstadt-Dieburg: 493
Fulda: 477
Gießen: 719
Groß-Gerau: 444
Hersfeld-Rotenburg: 382
Hochtaunuskreis: 515
Kassel (Landkreis): 589
Lahn-Dill-Kreis: 730
Limburg-Weilburg: 443
Main-Kinzig-Kreis: 845
Main-Taunus-Kreis: 352
Marburg-Biedenkopf: 971
Odenwaldkreis: 213
Offenbach (Landkreis): 443
Rheingau-Taunus-Kreis: 655
Schwalm-Eder-Kreis: 556
Vogelsbergkreis: 381
Waldeck-Frankenberg: 541
Werra-Meißner-Kreis: 345
Wetteraukreis: 544

und in den kreisfreien Städten

Darmstadt: 641
Frankfurt: 2.376
Kassel: 883
Offenbach: 267
Wiesbaden: 1.071

Schritte zur Leistung

Zu den Antragsformularen für die Öffnet internen Link in aktuellem FensterBewilligung von Sozialhilfe

Soziale Landkarte

Die Soziale Landkarte enthält die vollstationären, teilstationären und ambulanten Angebote für behinderte Menschen für den jeweiligen Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt. Sie gibt Auskunft über Adressen von Einrichtungen, Diensten und Anlaufstellen in Hessen für

Formular-Finder

Von Blindengeld bis
Persönliches Budget

Hier finden Sie alle Formulare für Ihren Antrag auf Leistungen des LWV Hessen, aufgegliedert in Themengebiete.