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ÜBERBLICK ZUR DARSTELLUNG VON LEISTUNGEN UND LEBENSLAGEN IM PIT

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A

Autismusspezifische Förderung (=Autismus-Therapie) im PiT abbilden

Zur Finanzierung der Autismus-Therapie bestehen Vereinbarungen mit Leistungserbringern, die Pauschalen für Fördereinheiten umfassen, sie wurde nicht in die neue LFS überführt. Die Fördereinheiten umfassen die „face-to-face“-Zeit mit der lb Person, Zeiten für Dokumentation, Vor- und Nachbereitung sowie Fahrtzeiten. Bei der Autismus-Therapie handelt es sich um eine Eingliederungshilfeleistung, die an besondere individuelle Voraussetzungen geknüpft ist. Es  handelt sich hier nicht um eine „Therapieleistung“ im Sinne des §27 SGB V. In der Regel  erfolgt mit der Beantragung der Leistung Autismus-Therapie die detaillierte Darstellung von Ziel, Vorgehen und Anzahl der Fördereinheiten (Umfang der Leistung) durch den Leistungserbringer.

Was ist im PiT abzubilden?

Der Bedarf an einer Autismus-Therapie im PiT festgehalten. Der geplante Leistungsumfang muss bezogen auf den Gesamteindruck von der lb Person (Wünsche, Ziele, Barrieren, Sozialraum) nachvollziehbar dargestellt werden. Eine detailliertere Auseinandersetzung mit dem fachlichen Vorgehen der Leistungsanbieter im Einzelnen ist im PiT nicht notwendig.

Im PiT wird das Ziel der Autismus-Therapie im Abschnitt  5 dokumentiert; ggf. weisen aber auch andere formulierte Ziele auf die Notwendigkeit der Leistung hin. Im Abschnitt 9 wird eine Kurzüberschrift „Autismus-Therapie“ erstellt. In der Beschreibung des Vorgehens folgt ein grob umrissenes Vorgehen, die Erläuterung der Notwendigkeit der Leistung und, sofern bekannt, die Angabe des geplanten Umfangs der Leistung (z. B. Anzahl Fördereinheiten / Clearingeinheiten / Gruppentherapieeinheiten).

Mit der Leistung Autismus-Therapie können je nach Einzelfall verschiedene Zielsetzungen verfolgt werden. Insofern können sie leistungsrechtlich theoretisch entweder den Leistungen zur Sozialen Teilhabe (§§ 78 bzw. 81 SGB IX), zur Teilhabe am Arbeitsleben oder zur Teilhabe an Bildung zugeordnet werden. Abbildung im PiT:

Relevante Lebensbereiche: Leistungen zur Sozialen Teilhabe

Kurzbezeichnung: Autismus-Therapie

Beschreibung des Vorgehens: s.o.

Leistung: Sonstiges

Sonstiges: Fördereinheiten/Clearingeinheiten/Gruppentherapieeinheiten

Leistungsumfang: Sonstiges

Sonstiges: 50

Leistungsform: Sonstiges

Erbringung durch: der Leistungserbringer ist einzutragen

Art des Leistungserbringers: sonstiger Dienstleister

Leistungsart: Assistenzleistungen

Grundlage: Leistungen der EGH

 

Andere Leistungsträger/Andere Kostenträger und Sozialräumliche Leistungen

Im Abschnitt 9 werden alle Leistungen sowohl des LWV als auch Teilhabeleistungen anderer Leistungsträger oder von Personen/Diensten im Sozialraum abgebildet. Jede Teilhabeleistung wird dabei differenziert nach Leistung, Leistungsumfang, Leistungsform, Erbringung durch, Art des Leistungserbringers, Leistungsform, Grundlage und Leistungsinhalt dargestellt. Diese Differenzierung dient der späteren Auswertbarkeit, was insbesondere bei Leistungen des LWV notwendig und sinnvoll ist. Bei Teilhabeleistungen anderer Leistungsträgern oder bei Leistungen von Personen/Diensten im Sozialraum ist eine solche Differenzierung in der Tiefe nicht notwendig. Daher wird im Folgenden als grundsätzliche Regelung eine vereinfachte Erfassung von Leistungen anderer Leistungsträger oder von Personen / Diensten im Sozialraum festgelegt.

Es sollten nur die Felder in Abschnitt 9 ausgefüllt werden, die notwendig sind, um eine sinnvolle, vereinfachte Darstellung der Teilhabeleistungen anderer Leistungsträger oder von Personen/Diensten im Sozialraum im Abschnitt 16.4 (Übersicht) zu generieren:

 

Um diese vereinfachte Darstellung zu erreichen, sind für Leistungen anderer Leistungsträger oder Personen/Diensten im Sozialraum ausschließlich folgende Felder im Abschnitt 9 von der bedarfsermittelnden Person zu erfassen:

Kurzbezeichnung Teilhabeleistungen: Hier ist eine eindeutige Kurzbezeichnung einzutragen, die die Teilhabeleistung beschreibt.

Beschreibung des Vorgehen: Hier ist eine kurze, aussagekräftige Beschreibung des Vorgehens und die Häufigkeit/Dauer anzugeben.

 

Leistung: Hier ist immer Sonstiges anzugeben.

Erbringung durch Leistungserbringer/Dienst: Name der LE/Dienstes und Ort (Adresse ist nicht notwendig)

Grundlage: Hier ist die zuständige rechtliche Grundlage auszuwählen.

 

Alle anderen Auswahlfelder im Abschnitt 9 bleiben bei Leistungen anderer Leistungsträger oder Personen/Diensten im Sozialraum unberücksichtigt und müssen daher nicht ausgefüllt/ausgewählt werden.

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G

Gemeinsame Inanspruchnahme (gemeinsam in Anspruch genommene Leistungen)

Gemeinsame Inanspruchnahme setzt voraus, dass alle beteiligten Personen auch einen Bedarf an der gemeinsam erbrachten Leistung haben. Bei der Beschreibung von gemeinsam in Anspruch genommenen Leistungen (qualifizierte wie auch kompensatorische Assistenz) ist der individuelle Anteil der lb Person zu ermitteln. Dazu wird in der Regel die Gesamtdauer der gemeinsam erbrachten Leistung durch die Anzahl der teilnehmenden lb Personen dividiert (bei unterschiedlichem Bedarf wird die Gesamtzeit dem individuellen Bedarf nach aufgeteilt). Hier einige Beispiele für gemeinsam in Anspruch genommene Leistungen in einer Wohngemeinschaft bei gleichmäßigem Bedarf:

Gemeinsame Einkäufe: Es werden regelmäßig gemeinsame Einkäufe (mit mindestens 2 Personen) durchgeführt und alle beteiligten Personen benötigen zumindest in Teilbereichen des Einkaufens Unterstützung. Synergie entsteht dadurch, dass die Unterstützungskraft gleichzeitig den Bedarf von mehreren Personen abdeckt (Daneben kann auch noch ein individueller Anteil gegeben sein, z.B. das Erstellen einer Einkaufsliste für den persönlichen Bedarf).

a) Gemeinsame Einkäufe (inkl. Fahrt) mit 2 Personen, Dauer: 2 h/Woche = 120 Min./Woche, 2 Personen
Rechenweg: 120 Min : 2 Personen = 60 Min. / Person

b) Gemeinsame Einkäufe (inkl. Fahrt) mit 3 Personen, Dauer: 2 h/Woche = 120 Min./Woche, 3 Personen
Rechenweg: 120 Min : 3 Personen = 40 Min. / Person

Reinigung gemeinsam genutzter Räume: Synergie entsteht dadurch, dass jede mitwohnende Person diese Aufgabe erledigen muss, der individuelle Anteil durch gleichmäßige Aufteilung ist daher festgelegt. Reinigung gemeinschaftlich genutzter Wohnräume, Reinigung des Treppenhauses, Kellers, Gehweg und Schneeräumung

(Dauer: 3 h/Woche = 180 Min./Woche, 3 Personen)
Rechenweg: 180 Min : 3 Personen = 60 Min. / Person

Regelmäßige WG-Besprechungen: Ist Bedarf für angeleitete/moderierte WG-Besprechungen gegeben, wird er anteilig auf alle Personen umgelegt. Inhalte sind z.B. die Probleme im WG-Zusammenleben, Planung gemeinsamer Vorhaben; Regelung gemeinschaftlicher Aufgaben z.B. Putzplan etc.

(Dauer: 2 h = 120 Min., Turnus: alle 4 Wochen, 3 Personen, 1 Pädagogische Fachkraft)
Rechenweg: 120 Min : 4 Wochen : 3 Personen x 1 päd. Fachkraft = 10 Min. / Person

Zu beachten ist: Eine Gruppe oder Gruppenleistung ist ebenfalls eine gemeinsam erbrachte und gemeinsam in Anspruch genommene Leistung. Jedoch wird sie vom LWV Hessen etwas enger definiert. Gruppe ist eine in zeitlichem Turnus geplante, fachlich angeleitete und zielorientierte Leistung. Die Leistung ist mit einem gemeinsamen Ziel der Teilnehmenden verbunden. Beispiele für solche Gruppenleistungen sind: Kochgruppe, Freizeitgruppe, Gesprächsgruppe, fokusorientierte Gruppe.

Bei Teilnahme an einer gemeinsam in Anspruch genommenen Leistung mit Schwankung bei der Zahl der Teilnehmenden ist die durchschnittliche Teilnehmerzahl prospektiv einzuschätzen. Sofern im Rahmen einer Neuplanung noch keine Teilnehmerzahlen feststehen, ist gemeinsam mit der lb Person einzuschätzen, in welcher Gruppengröße die Leistung in Anspruch genommen werden soll bzw. kann. Bei Teilnahme an mehreren solcher Leistungen mit gleicher Größe wie auch bei Teilnahme an mehreren solcher Leistungen mit unterschiedlicher Größe ist darauf zu achten, dass die Anzahl der Teilnehmenden jeder einzelnen gemeinsam in Anspruch genommenen Leistung zu erheben und daraus die durchschnittliche Teilnehmerzahl zu ermitteln ist.

Erfolgt die Teilhabeleistung in Form einer Gruppe / Gruppenleistung im engeren Sinne (s.o.), wird die Beschreibung des Vorgehens mit der Angabe der individuellen Zeit versehen, mit (G) bezeichnet und das Markierungsfeld „Gemeinschaftliche Inanspruchnahme“ markiert. Zu errechnen ist der prozentuale Anteil der Gruppenleistung am gesamten Leistungsumfang. Der Prozentwert ist im Eingabefeld einzutragen. Alle anderen gemeinsam erbrachten / in Anspruch genommenen Leistungen werden im PiT derzeit nicht gesondert gekennzeichnet, das Markierungsfeld „gemeinschaftliche Inanspruchnahme“ wird bei diesen nicht genutzt.

Dazu das Fallbeispiel 1 auf der Lernplattform:

 

  

 

Zur Vereinfachung der Darstellung besteht die Möglichkeit, alle Gruppenleistungen eines Leistungserbringers unter einer Kurzüberschrift darzustellen. Dies erspart den Rechenweg. In der Darstellung liegt der Anteil der Gruppenleistung an der Gesamtleistung damit immer bei 100 %. Siehe dazu auch folgenden Vorschlag:

 

 

 

 

Gesondert vorgehaltene Flächen

siehe Leistung auf gesondert vorgehaltenen Flächen

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L

Leistung auf gesondert vorgehaltenen Flächen (LagvF)

Auf gesondert vorgehaltenen Flächen werden, in eigens dafür vorgesehenen Räumen, Leistungen gem. §§ 78 und 81 SGB IX erbracht. Sie sind in Ziff. 3.8 im Rahmenvertrag 3 beschrieben. Bislang wurden diese Leistungen als Tagesstruktur bzw. interne und externe Tagesstruktur der besonderen Wohnform, Tagesstätten für seelisch behinderte Menschen und Tagesförderstätten bezeichnet.

Die Planung der Teilhabeleistungen auf  gesondert vorgehaltenen Flächen erfolgt im Abschnitt 9 des PiT. Im Vorgehen zu beschreiben sind die auf der gesondert vorgehaltenen Fläche zu erbringenden Assistenzleistungen. Dazu wird eine eigene Kurzbezeichnung gebildet, welche auf die gesondert vorgehaltene Fläche hinweist. Die Assistenzleistungen sind der qualifizierten und kompensatorischen Assistenz zuzuordnen, die ermittelten Minutenwerte einzutragen und ggf. als gemeinschaftliche Inanspruchnahme zu kennzeichnen. Als Art des Leistungserbringers ist Eingliederungshilfe, tagesstrukturierender Dienst auszuwählen.

 

 

Im Fall, dass lb Personen in besonderer Wohnform leben und dort Teilhabeleistungen auf  gesondert vorgehaltenen Flächen der besonderen Wohnform desselben Leistungserbringers in Anspruch nehmen ist folgendes zu beachten: Die  Beschreibung des Vorgehens muss verdeutlichen, dass ein Teil der Leistung auf gesondert vorgehaltener Fläche in Anspruch genommen wird. Damit wird deutlich gemacht, dass die Pauschalen der gesondert vorgehaltenen Flächen zusätzlich abzurechnen sind.

Beispielhafte Fallkonstellationen sind: eine lb Person nutzt tagesstrukturierende Leistungen in dafür eigens vorgesehenen Räumlichkeiten (ehemals interne Tagesstruktur), eine lb Person arbeitet TZ in der WfbM und nimmt in der bes. Wohnform nachmittags tagesstrukturierende Leistungen in dafür eigens vorgesehenen Räumlichkeiten in Anspruch, eine lb Person nutzt unter der Woche die WfbM und hat am Wochenende Bedarf an tagesstrukturierenden Leistungen in dafür eigens vorgesehenen Räumlichkeiten.

Für die Darstellung sind verschiedene Varianten denkbar:

Die Leistung kann separat unter einer eigenen Kurzbezeichnung beschrieben werden, bei Art des Leistungserbringers ist tagesstrukturierender Dienst auszuwählen.

 

 

Die Leistung kann als Vorgehen der besonderen Wohnform in der Unterstützung des Alltages – unter ein und derselben Kurzbezeichnung – beschrieben werden. Die Beschreibung sollte dann mit einem Verweis auf die Erbringung auf gesondert vorgehaltener Fläche versehen werden.

 

 

Denkbar ist auch, unter einer weiteren Kurzüberschrift in verkürzter Form, ohne Minutenangabe, allein auf die gesondert vorgehaltene Fläche hinzuweisen.

 

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S

Sozialräumliche Leistungen 

Siehe Andere Leistungsträger/Andere Kostenträger

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U

Übergangseinrichtung

In einer Übergangseinrichtung werden Eingliederungshilfe-Leistungen nach §78 SGB IX in qualifizierter und kompensatorischer Assistenz erbracht.

Exemplarische Darstellung der Assistenzleistung im Abschnitt 9 des PiT:

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Z

Ziel der Teilhabeleistung „Zuverdienst“ ist es, durch sinngebende Tätigkeit verbunden mit sozialen Kontakten leistungsberechtigte Personen darin zu unterstützen, ein möglichst selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu führen. Sinn-, selbstwert- und kontaktstiftende Tätigkeiten sollen dazu beitragen, soziale Isolation zu vermeiden und die Hinführung zu Arbeitsstrukturen ermöglichen. Die Teilhabeleistung besteht in stundenweiser, niedrigschwelliger Beschäftigung, die sich an Bedürfnissen und Fähigkeiten der Nutzenden orientiert. Der Stundenumfang kann bis zu 15 Wochenstunden betragen. Dabei ist eine Motivationszuwendung an die leistungsberechtigte Person vorgesehen. Zuverdienstprojekte sind eine Leistung zum Erwerb und Erhalt praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten nach § 81 SGB IX.

Das Zuverdienstprojekt ist unter eigener Kurzbezeichnung im PiT darzustellen und im BELu separat zu erfassen. Über die Bedarfsermittlung wird der Stundenumfang der Anwesenheitszeiten erhoben sowie der individuelle Betreuungsbedarf inhaltlich beschrieben. Darzustellen ist der individuelle Bedarf, anzugebender Minutenwert ist die Anwesenheitszeit.