Die Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“ erinnert an die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde an Kindern und Jugendlichen. Die Wanderausstellung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ) ist auf Einladung des Landewohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen vom 1. Oktober bis zum 13. November 2026 am Hauptsitz des Verbandes im Kasseler Ständehaus (Ständeplatz 6–10) zu sehen.
Anhand historischer Dokumente, biografischer Beispiele und vor allem auch regionaler Bezüge aus der Region Kassel zeigt die Ausstellung, wie es durch die nationalsozialistische Kranken- und Gesundheitspolitik zu gesellschaftlicher Ausgrenzung kommen konnte, die zu Vorurteilen, Missachtung der Menschenwürde und zu schwerem Unrecht führte.
Zur Eröffnung der Ausstellung sind interessierte Besucherinnen und Besucher am Donnerstag, 1. Oktober, um 19 Uhr in den Ständesaal im Ständehaus eingeladen. Prof. Dr. Maike Rotzoll (Marburg) spricht in ihrem Einführungsvortrag über „Kinder als Opfer der Patient:innenmorde im Nationalsozialismus“.
Die Ausstellung benennt die Täter und dokumentiert die Strukturen, die die Verbrechen der sogenannten Kinder-„Euthanasie“ möglich gemacht haben. Gleichzeitig werden Einzelschicksale vorgestellt, um an die Opfer zu erinnern. Ein Teil der Ausstellung widmet sich den Biografien von Kindern aus dem Regierungsbezirk Kassel. An der Erforschung und Aufarbeitung dieser Schicksale hat eine Gruppe von Studierenden der Uni Kassel maßgeblich mitgewirkt. Die Ausstellung erinnert an die betroffenen Kinder und Jugendlichen, stellt ihre Lebensgeschichten vor und trägt dazu bei, ihre Schicksale im öffentlichen Bewusstsein zu bewahren. Zudem werden die historischen Rahmenbedingungen und Verantwortlichkeiten aufgezeigt.
Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr, freitags von 10 bis 14 Uhr
Flankiert wird die Ausstellung durch drei Vorträge jeweils ab19 Uhr:
Im Anschluss an die Vorträge laden die Veranstalter, die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. und der LWV Hessen, zum Austausch und gemeinsamen Ausstellungsbesuch.
Der Zugang zur Ausstellung im Ständehaus und zum Veranstaltungsprogramm (einschließlich Eröffnung) ist barrierefrei. Der Eintritt ist frei.
Um das herausfordernde Thema der Kinder-„Euthanasie“ gerade für junge Menschen altersgerecht erfahrbar zu machen, werden kostenlose Führungen bzw. eine pädagogische Begleitung durch die Ausstellung zu den Öffnungszeiten (jeweils Montag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr sowie Freitag von 10 bis 14 Uhr) angeboten. Diese richten sich an Schulklassen/Kurse ab der Jahrgangsstufe 9 oder einzelne Gruppen von Schülern/Jugendlichen. Die Inhalte bieten vielfältige Anknüpfungspunkte für den Unterricht und fördern die Auseinandersetzung mit Menschenrechten, gesellschaftlicher Verantwortung, Inklusion und Erinnerungskultur.
Die pädagogisch aufbereiteten Führungen sind nur nach Anmeldung unter kontakt-archiv@lwv-hessen.de möglich.
Die Veranstalter danken den Sponsoren und Kooperationspartnern der Ausstellung: der Volkshochschule Region Kassel, der Kleine Riesen Nordhessen gGmbH, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Verein für hessische Geschichte und Landeskunde 1834 e. V., der Stadt Kassel und der Gedenkstätte Breitenau.
Der Ausstellungsflyer zum Herunterladen