HOHE HOSPITÄLER

HOHE HOSPITÄLER

Im Zuge der Reformation ließ Landgraf Philipp von Hessen zahlreiche Klöster, darunter auch die Klöster Haina und Merxhausen, aufheben. Diese wandelte er 1533 in zwei Hohe Hospitäler für die Landbevölkerung um.

Der Zusatz „Hohe“ sollte die landgräfliche Trägerschaft deutlich machen. Zwei Jahre später stiftete Landgraf Philipp – auch der Großmütige genannt – eine Pfarrei in Hofheim (heute Riedstadt) als drittes Hohes Hospital. Später wurde es zu Ehren des Stifters in Philippshospital umbenannt. 1542 kam ein weiteres Hospital Gronau bei St. Goar hinzu, das aber den Dreißigjährigen Krieg nicht überstand.

Für Kranke, Behinderte, Bedürftige

Die drei Hohen Hospitäler standen kranken, behinderten und alten bedürftigen Frauen und Männern offen. Hier konnten sie für die damalige Zeit unter guten Bedingungen leben. Die Behandlung orientierte sich bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts an einer ganzheitlichen Medizin. Das medizinische Spezialfach Psychiatrie bildete sich im 19. Jahrhundert heraus. Akademisch ausgebildete Ärzte waren nun für die Therapie psychisch Kranker zuständig.

Das LWV-Archiv, das Psychiatriemuseum Haina wie auch andere Öffnet internen Link in aktuellem FensterMuseen und Ausstellungen zeugen von fast 500 Jahren dieser Armen- und Krankenfürsorge.

Die Hohen Hospitäler waren der Beginn der Psychiatrie und sozialen Hilfe in Hessen. Aus den Armenhospitälern wurden im 19. Jahrhundert Landesheilanstalten. Während des Nationalsozialismus waren sie in die Verbrechen des Öffnet internen Link in aktuellem FensterNS-Euthanasie-Programms einbezogen.

Der LWV Hessen übernahm mit seiner Gründung 1953 neben weiteren Einrichtungen auch diese drei ehemaligen Hohen Hospitäler von seinen Rechtsvorgängern. Von nun an entwickelte sich die Versorgung psychisch kranker und geistig behinderter Menschen stetig weiter. Aus den Heilanstalten wurden 1957 Psychiatrische Krankenhäuser und Ende der 1990er Jahre Zentren für Soziale Psychiatrie. 2008 wandelte der LWV seine Einrichtungen in gemeinnützige Tochtergesellschaften der Vitos GmbH um.

Ansprechpartner

IHR KONTAKT ZU UNS

Landeswohlfahrtsverband Hessen
Fachbereich Archiv, Gedenkstätten, Historische Sammlungen
Leiterin Dr. Christina Vanja
Telefon 0561 1004 - 2277 oder -  2606
Fax  0561 1004 - 1277 oder - 1606
kontakt-archiv@lwv-hessen.de

Besucheradresse
Kölnische Straße 30
Zimmer 002 - 006
34117 Kassel

Postadresse
Landeswohlfahrtsverband Hessen
Fachbereich Archiv, Gedenkstätten, Historische Sammlungen
Kölnische Straße 30
34117 Kassel