STIFTUNGSFORSTEN KLOSTER HAINA

STIFTUNGSFORSTEN KLOSTER HAINA

Die Stiftungsforsten Kloster Haina sind ein 7.468 Hektar großer Forstbetrieb zwischen Kassel und Marburg. Er befindet sich im Besitz einer Stiftung, die vom LWV Hessen verwaltet wird.

Geschichte

Die Ursprünge der Stiftungsforsten Haina gehen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Damals gelangten Teile des Waldgebietes durch eine Schenkung des Grafen Poppo von Reichenbach-Ziegenhain in das Eigentum des neu gegründeten Zisterzienserklosters Haina. Durch weitere Schenkungen und Käufe im 13. und 14. Jahrhundert wurde Haina zum größten und reichsten Kloster in Hessen. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster 1527 durch Landgraf Philipp dem Großmütigen aufgelöst und 1533 in das bis heute bestehende Stiftungsvermögen Hospital Haina überführt. In der Zeit der Bauernbefreiung im Jahr 1831 sowie während und nach den beiden Weltkriegen wurde die Waldfläche deutlich reduziert. Seit 1953, dem Jahr seiner Gründung, fungiert der LWV Hessen als Träger des Stiftungsvermögens. Er ist Treuhänder, aber nicht Organ der nunmehr unselbstständigen Stiftung, dessen Vermögen er als Sondervermögen verwaltet.

Forstwirtschaft

Mitte der 80er Jahre wurde die Bewirtschaftung der Stiftungswälder auf naturgemäße Waldwirtschaft umgestellt. Seit Anfang der 90er Jahre wird auf jegliche Kahlschläge und jeglichen Pestizid-Einsatz verzichtet. Parallel dazu versucht der Betrieb durch intensive Bejagung der heimischen Wildtierbestände, die natürliche Verjüngung aller heimischen Baumarten auf ganzer Fläche zu ermöglichen.

Der Holzeinschlag in den Stiftungsforsten beträgt jährlich ca. 59.000 Festmeter. Waldbauliche Ziele sind stabile, standortgerechte Wälder, die nach Möglichkeit auf ganzer Fläche horizontal und vertikal gemischt und gestuft sind. In Anlehnung an die biologischen Prozesse soll der Wald so naturnah wie möglich bewirtschaftet werden. Produktionsziel dabei ist die Erzeugung von Wertholz in starken Dimensionen. Nach Kalamitäten (Sturm, Käfer, etc.) sollen standortgerechte Wälder aus Naturverjüngung und Pflanzung entstehen.

Der Betrieb verfügt aufgrund der qualitativ hochwertigen Wälder über insgesamt 2.315 Hektar anerkannte Saatguterntebestände, aus denen Samen für die Aufzucht von jungen Waldbäumen gewonnen und deutschlandweit vermarktet werden.

Energiedienstleister

Wegen der schlechten Absatzlage auf dem Schwachholz- und Industrieholzsektor entwickelten die Stiftungsforsten Kloster Haina in den 90er Jahren die Idee, mit den eigenen Produkten in den Energiemarkt einzusteigen. Mit dem Bau der Biomasseheizwerke in Bad Emstal-Merxhausen 1998, in Haina 2001, in Marburg 2002 und in Bad Wildungen 2003 werden bis heute vier Biomasseheizwerke von den Stiftungsforsten Kloster Haina ausschließlich mit Hackschnitzeln beliefert. Der dabei neu gegründete forstliche Energiedienstleister HEH innerhalb des Forstbetriebes ist gleichzeitig Investor für die Heizwerke in Merxhausen und Haina. Insgesamt werden mittlerweile ca. 30.000 m³ Hackschnitzel pro Jahr eingesetzt und dabei über 2,5 Mio. Liter Heizöl durch das heimische Holz ersetzt. Der Umwelt erspart dies knapp 7 Millionen Kilogramm CO2 jährlich.

Gesamtbetrieb Stiftungsforsten Kloster Haina

Noch heute werden die Stiftungswälder nach der Stiftungsurkunde von 1533 bewirtschaftet. Das Wald-Vermögen soll danach „auf ewige Zeiten“ erhalten, nachhaltig bewirtschaftet und die Überschüsse daraus für soziale Zwecke verwendet werden. Früher empfingen diese die Hohen Hospitäler, heute fließen die Überschüsse an den LWV Hessen.

Die Stiftungsforsten Kloster Haina in Zahlen

  • 7.468 Hektar Gesamtwaldfläche
  • 123 Hektar Wald zusätzlich im Hospitalfonds Hofheim
  • 5 Revierförstereien (1 Forstwirtschaftsmeister,14 Forstwirte)
  • ca. 59.000 Festmeter Gesamtjahreseinschlag
  • 46 verschiedene Baumarten
  • 61 % Laubholz, 39 % Nadelholz
  • 2 Naturschutzgebiete
  • 59 % der Jagdfläche verpachtet (26 Eigenjagdbezirke)
  • Staatlich anerkannter Forstsamenbetrieb (2.315 Hektar Saatguterntebestände)
  • Staatlich anerkannter Forstpflanzenbetrieb (betriebseigener Pflanzgarten 2,9 Hektar)
  • Rund eine Million Euro Jahresgewinn

Ansprechpartner

Leitender Forstdirektor
Manfred Albus

Telefon 06456 8123 - 11
Fax 06456 1996
E-Mail Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailmanfredalbus@haina-forst.de