
Informationsbesuch in der PSKB Frankenberg (v.l.): Brigitte Roth (stellvertretende Geschäftsführerin Liga-Arbeitskreis „Eingliederungshilfe“), Friedhelm Koch (Hauptamtlicher Vorstand Kreisverband der Treffpunkte), Miriam Blaschke (Teamleitung Psychosoziales Zentrum Frankenberg), Silvia Paesano und Daniela Kesting (beide PSKB-Beraterinnen), Veronika Vöhl-Homberger (Hauptamtlicher Vorstand Kreisv. der Treffpunkte), Rita Henning (Geschäftsführerin Liga-Arbeitskreis „Eingliederungshilfe“), LWV-Landesdirektorin Susanne Simmler. (Foto: Treffpunkte)
27.05.2026
Kassel/Wiesbaden/Frankenberg (lwv/liga): Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen (PSKB) sind ein unverzichtbarer Bestandteil der gemeindepsychiatrischen Versorgung in Hessen. Darüber waren sich die Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen, Susanne Simmler, sowie Vertreterinnen der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen e. V. bei ihrem gemeinsamen Besuch der PSKB in Frankenberg einig. Gemeinsam mit Rita Henning, Geschäftsführerin des Liga-Arbeitskreises „Eingliederungshilfe“, und ihrer Stellvertreterin Brigitte Roth informierte sich Simmler über die Arbeit der Einrichtung des Kreisverbandes der Treffpunkte e. V. und tauschte sich mit Mitarbeitenden über aktuelle Herausforderungen aus.
„Die PSKB bieten Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihren Angehörigen niedrigschwellige Unterstützung, Orientierung und Beratung – häufig bereits in frühen Krisensituationen, bevor intensivere Hilfen notwendig werden. Die Angebote sind offen, kostenfrei und auf Wunsch anonym. Für viele Betroffene sind die Beratungsstellen die erste Anlaufstelle, um überhaupt über Belastungen sprechen zu können und Hilfe zu finden“, erklärte Friedhelm Koch, Hauptamtlicher Vorstand des Kreisverbandes der Treffpunkte e. V. „Gleichzeitig schaffen die PSKB soziale Kontakte und Begegnungsräume, stärken gesellschaftliche Teilhabe und helfen dabei, Isolation und Chronifizierung entgegenzuwirken. Durch ihre enge Zusammenarbeit mit weiteren Angeboten der psychosozialen Versorgung übernehmen die PSKB zudem eine wichtige Lotsenfunktion innerhalb der regionalen Hilfesysteme. Sie vermitteln frühzeitig weiterführende Hilfen, stabilisieren Menschen in belastenden Lebenssituationen und leisten damit einen wichtigen präventiven Beitrag im gemeindepsychiatrischen Netzwerk vor Ort.“
„Die Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen sind für viele Menschen die erste und oft entscheidende Anlaufstelle in schwierigen Lebenssituationen. Hier finden Betroffene und Angehörige Gehör, Orientierung und konkrete Unterstützung. Ich danke den Mitarbeitenden ausdrücklich für ihre engagierte und oft auch emotional herausfordernde Arbeit. Sie leisten jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Teilhabe vor Ort“, sagte LWV-Landesdirektorin Susanne Simmler. An mehr als 70 Standorten in Hessen tragen die PSKB dazu bei, dass Menschen frühzeitig Unterstützung erhalten und Hilfen nicht erst dann greifen, wenn Krisen bereits eskaliert sind. Gerade diese niedrigschwellige und präventive Arbeit entlastet langfristig auch andere Bereiche des Gesundheits- und Sozialwesens.
Der LWV ist heute – abgesehen von individuellen Trägerzuschüssen oder Drittmitteln – faktisch Hauptfinanzierer des PSKB-Systems in Hessen. Insgesamt stellte der LWV Hessen dafür im Jahr 2025 rund 7,7 Millionen Euro bereit. Dabei handelt es sich für den LWV um eine freiwillige Leistung.
Gleichzeitig wächst der Unterstützungsbedarf im Bereich der psychosozialen Versorgung kontinuierlich. Vor diesem Hintergrund sehen LWV Hessen und Liga die langfristige Sicherung der PSKB als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe.
„Wir lassen Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen in Hessen nicht alleine. Damit dieses wichtige Netz vor Ort auch künftig tragfähig bleibt, braucht es jedoch gemeinsame Anstrengungen aller Verantwortungsträger. Prävention, frühe Unterstützung und soziale Stabilisierung sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Deshalb muss auch die Finanzierung dieser wichtigen Arbeit langfristig auf mehrere Schultern gestellt werden“, so Simmler weiter. Ein gemeinsames Ziel von LWV Hessen und Liga bleibe deshalb die verlässliche Sicherung und Weiterentwicklung der PSKB in allen Regionen Hessens, ergänzte Rita Henning von der Liga Hessen. Dazu gehöre auch, gemeinsam mit dem Land Hessen über eine langfristig tragfähige Finanzierungsperspektive für die niedrigschwelligen psychosozialen Angebote zu sprechen.
Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen e. V. ist der Zusammenschluss der sechs hessischen Wohlfahrtsverbände. Sie vertritt die Interessen der hilfebedürftigen und benachteiligten Menschen gegenüber der Politik ebenso wie die Interessen ihrer Mitgliedsverbände. Mit ca. 7.300 Einrichtungen und Diensten sind die Mitgliedsverbände ein bedeutender Faktor für die Menschen, für eine soziale Infrastruktur und für die Wirtschaft in Hessen. Nah an den Menschen und ihren Bedürfnissen, wissen die rund 113.000 beruflich Beschäftigten und rund 160.000 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in Pflegeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen, Werkstätten, Tagesstätten, Bildungsstätten, Beratungsstellen, in den Frühförderstellen, ambulanten Diensten und anderen Einrichtungen um die sozialen Belange und die realen Rahmenbedingungen in Hessen. Diese Kenntnisse bringt die Liga in die politischen Gespräche auf Landesebene und mit Verhandlungspartnern und Kostenträgern ein.
Die Treffpunkte machen Angebote für Menschen in seelischen Notlagen, für Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung.
Die Treffpunkte verstehen sich als ein soziales Dienstleistungsunternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die gemeindenahe, psychosoziale Versorgung im Landkreis Waldeck-Frankenberg sicherzustellen und zu verbessern. Dabei orientieren sie sich an den Bedürfnissen ihrer Klienten und fühlen sich dem Gedanken der Hilfe zur Selbsthilfe verpflichtet.