
Im Kälbergrund wurden drei neue Kettenteiche angelegt und zwei bestehende Teiche ökologisch aufgewertet. (Foto: Regierungspräsidium Kassel)
Kassel/Haina (lwv): Ende August werden die Renaturierungsmaßnahmen an den beiden Wohrateichen (Stauteich 1 und 2) nördlich von Haina Kloster fortgesetzt, indem die Hauptdämme vollständig zurückgebaut werden und die Erde verteilt wird. So sehen es die Planungen von Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen und der Gesellschaft für Wasserwirtschaft, Gewässerökologie & Umweltplanung (WAGU GmbH) aus Kassel vor. „Damit kann sich die Wohra künftig selbstständig ihren Weg suchen“, so LWV-Beigeordneter Dieter Schütz, „und wir kommen der optimalen
Vernetzung des Gewässers mit der Aue so einen weiteren Schritt näher.“
In der ersten Januarhälfte startete die Rodung der auf dem Damm des oberen Teiches (Stauteich 2) gewachsenen Bäume. Danach wurde die künstliche Flussrinne abgebaut und die Wohra in die tiefste Stelle geleitet, wo sich das Wasser einen Ablauf sucht. Die Sohle des zukünftigen Bachbettes wurde so gestaltet, dass Fische dort passieren und laichen können. Zur Überbrückung der Höhenunterschiede wurden Querbänke und schiefe Ebenen eingezogen. Die Arbeiten wurden aber wegen des Einsetzens der Amphibienlaichwanderung aus Artenschutzgründen in Abstimmung mit den Fachbehörden sowie den beteiligten Fachbüros vorübergehend unterbrochen.
Parallel dazu wurden die Bauarbeiten im „Kälbergrund“ abgeschlossen. Hier wurden drei neue Kettenteiche angelegt und zwei bestehende Teiche ökologisch aufgewertet. Eine kontrollierte Ableitung aus dem Gehlinger Bach soll dem Austrocknen der Teiche in großen Trockenphasen entgegenwirken. Zeitgleich wurden an sechs ausgewählten Waldteichen bauliche Maßnahmen durchgeführt, um den Lebensraum für streng geschützte Tierarten zu sichern.
Nun werden die Arbeiten wieder aufgenommen und vollendet: am Stauteich 2 mit dem Rückbau des Dammes, der Verfüllung der Umlaufrinnen und der Fertigstellung der unteren Bachstrecke in diesem Bereich sowie am Stauteich 1, wo rund 12.000 Kubikmeter Boden gelöst werden, der umgesetzt und eingebaut oder abgefahren wird. Im Anschluss an die Arbeiten soll die Wohra innerhalb ihrer Aue naturnähere und gewässerökologisch wertvollere Strukturen entwickeln. Eine rund 6.000 Quadratmeter große Wasserfläche dient dann als Lebensraum und Jagdgebiet von Tieren, die auf Wasser angewiesen sind, wie beispielsweise Fische, Libellen, Amphibien und Wasserinsekten.
„Derzeit rechnen wir damit, dass ein großer Teil der Arbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen sein wird. Wir bitten um Verständnis, dass es bis dahin zeitweise kurzfristige Beeinträchtigungen des Verkehrs- und Lärmbelästigungen geben wird“, ergänzt Dieter Schütz.

