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Neuigkeiten

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"Offenen Tür" in Gedenkstätte

Interesse an Geschichte und Neugestaltung


Eine Frau steht vor einer Besuchergruppe und erklärt. Sie hält ein Dokument mit Schwar-Weiß-Fotos in der Hand.

Birgit Sucke, Guide in der Gedenkstätte Hadamar, nahm die Besucherinnen und Besucher auf einen Rundgang zur Geschichte der NS-"Euthanasie" in Hadamar mit. Foto: Gedenkstätte Hadamar

08.09.2026

Hadamar (lwv): Mehr als 65 Menschen aus Hadamar und der näheren Umgebung haben am Freitag, 4. September, den Tag der offenen Tür in der Gedenkstätte Hadamar besucht. Eingeladen hatten die Gedenkstätte, die Stadt Hadamar und der Verein zur Förderung der Gedenkstätte Hadamar e. V. Zwischen 14 und 17 Uhr konnten die Besucherinnen und Besucher an Führungen, Vorträgen und Einblicken hinter die Kulissen teilnehmen.

Für viele Gäste war es der erste Besuch in der Gedenkstätte. Insbesondere das offene Format bot einen niedrigschwelligen Zugang: Interessierte benötigten keine Anmeldung, konnten einzelne Programmpunkte frei auswählen und sich in ihrem eigenen Tempo mit dem historischen Ort auseinandersetzen.  Im Mittelpunkt standen sowohl die Geschichte der ehemaligen Tötungsanstalt Hadamar als auch die zukünftige Entwicklung der Gedenkstätte. In thematischen Rundgängen erhielten die Teilnehmenden grundlegende Informationen zur NS-„Euthanasie“ in Hadamar. Weitere Angebote beschäftigten sich mit dem Verhältnis der Stadt Hadamar zur Tötungsanstaltanstalt und mit der Frage, wie die Verbrechen inmitten der Stadt organisiert, ermöglicht und wahrgenommen wurden.
 

Ein Mann steht hinter dem Rednerpult, rechts von ihm steht eine Frau, die erklärt und dabei gestikuliert

David Lindemann und Ulrike Rosemeier vom Gestaltungsbüro oblik identity design bzw. GfG/Gruppe für Gestaltung stellten erste Ideen und Gestaltungsprinzipien für die neue Dauerausstellung vor. 

Ein besonderes Interesse galt der geplanten Neugestaltung der Gedenkstätte. Diese wird in den kommenden Jahren umfassend modernisiert: Das historische Gebäude soll denkmalgerecht saniert und die Dauerausstellung vollständig neugestaltet werden. Beim Tag der offenen Tür konnten die Gäste erfahren, was sie künftig in der Gedenkstätte erwartet. Das Architekturbüro Ritz & Losacker gab Einblicke in die geplanten Baumaßnahmen. Die Gestaltungsbüros GfG/Gruppe für Gestaltung und oblik identity design stellten erste Ideen und Gestaltungsprinzipien für die neue Dauerausstellung vor.
 

 

Eine Frau steht vor einer Ausstellungsvitrine mit Dokumenten unter Glas. Drunherum stehen sechs weitere Personen, Frauen und Männer von jung bis alt, und hören zu.

Esther Abel von der Gedenkstätte zeigte Besucherinnen und Besuchern Objekte aus dem Archiv.  Fotos: Gedenkstätte Hadamar

Auch das Archiv der Gedenkstätte öffnete im Rahmen des Programms seine Türen. Dort erhielten Besucherinnen und Besucher Einblicke in die Arbeit mit historischen Dokumenten. In der Außenstelle des Archivs des Landeswohlfahrtsverbands Hessen werden unter anderem mehr als 7.000 Patientenakten der ehemaligen Landesheilanstalt Hadamar aufbewahrt. Ergänzt wird der Bestand durch Verwaltungs- und Personalakten sowie eine Sammlung dreidimensionaler Objekte.

Neugestaltung “wichtige Gelegenheit, die Verbindung zwischen Gedenkstätte, Stadt und Region zu stärken"

„Der Tag der offenen Tür hat gezeigt, wie groß das Interesse der Menschen vor Ort an der Gedenkstätte und ihrer Zukunft ist“, so die Gedenkstätte Hadamar. „Viele Besucherinnen und Besucher kamen erstmals zu uns. Das bestärkt uns darin, auch weiterhin offene und gut zugängliche Angebote für die Stadtgesellschaft und die Region zu schaffen.“

Mit dem Tag der offenen Tür verband die Gedenkstätte historische Information, Einblicke in die laufenden Planungen und den Austausch mit der Öffentlichkeit. Die Resonanz aus Hadamar und der Umgebung machte deutlich, dass die Neugestaltung der Gedenkstätte nicht nur ein bauliches und ausstellungsbezogenes Projekt ist, sondern auch eine wichtige Gelegenheit, die Verbindung zwischen Gedenkstätte, Stadt und Region weiter zu stärken.

Hintergrund

Die Gedenkstätte Hadamar erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“; fast 15.000 Menschen wurden zwischen 1941 und 1945 in der damaligen Landesheilanstalt getötet. Als Gedenkort, außerschulischer Lernort und Ort historisch-politischer Bildung verzeichnet die Gedenkstätte annähernd 25.000 Besucherinnen und Besucher im Jahr.

In den kommenden Jahren wird das historische Hauptgebäude der ehemaligen Anstalt auf dem Mönchberg denkmalgerecht saniert. Die Ausstellungsfläche wird erheblich erweitert und die Gedenkstätte erhält eine vollständig neu erarbeite Dauerausstellung. Die Baumaßnahmen erfolgen in einzelnen Abschnitten. Die Gedenkstätte bleibt nahezu während des gesamten Zeitraumes der Neugestaltung geöffnet.


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