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Neuigkeiten

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Für wohnungslose Menschen

Neues Diakoniezentrum "Gerber 15" eröffnet


Gruppenfoto vor dem neuen Diakoniezentrum "Gerber 15"

Freuen sich über das neu gebaute Diakoniezentrum: Katrin Mönnighoff (Bereichsleiterin Diakonische Dienste der Diakonie Frankfurt und Offenbach), Bauherrr Oliver Wiegand, Stadtrat Paul-Gerhard Weiß, Thomas Quiring, Monika de Bruijn (Leiter und stellv. Leiterin „Gerber 15“), LWV-Landesdirektorin Susanne Simmler, Sozialdezernent Martin Wilhelm, Diakoniepfarrer Markus Eisele (Foto: Claudine Kuschel)

Offenbach. Ein Haus für Frauen und Männer, die wohnungslos sind: Das Diakoniezentrum Gerber 15 im Offenbacher Mathildenviertel ist fertig. Neben 24 hellen und freundlichen Apartments mit eigenem Bad und Küchenzeile sowie elf Clearingbetten gibt es hier zahlreiche Angebote für Menschen in Not – von der Teestube über den Kleiderladen bis hin zu Beratungsstellen und dem Ambulant Betreuten Wohnen.

Die Kosten für die Unterbringung im Wohnheim mit 24 Apartments trägt der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen. „Wir freuen uns über das moderne Haus für von Wohnungslosigkeit betroffene oder bedrohte Menschen in Offenbach. Uns ist es ein besonderes Anliegen, dass der Neubau barrierefrei ist, damit auch wohnungslose Menschen mit gesundheitlichen Problemen hier nach heutigen Standards untergebracht werden können. Alle notwendigen Diskussionen dürfen nicht Notwendigkeiten ersetzen. Hier und heute zeigen wir alle gemeinsam, dass wir Menschen an dem Punkt begegnen, an dem sie gerade stehen – und das ist auch gut so“, sagt Susanne Simmler, Direktorin des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen.

Schutz für wohnungslose Frauen

Auch Martin Wilhelm, Stadtkämmerer und Sozialdezernent der Stadt Offenbach, freut sich über die Fertigstellung des Diakoniezentrums: „Die Stadt Offenbach leistet einen Beitrag, damit das Angebot für wohnungslose Menschen in Offenbach ausgebaut werden kann. Erstmals seit 2010 werden hier wieder Apartments für wohnungslose Frauen angeboten, sie sind besonders schutzlos und der Gewalt ausgesetzt.“  „Es ist uns ein besonderes Anliegen, diese Lücke zu schließen“, sagt Stadtrat Paul-Gerhard Weiß, der für die Wohnbauförderung zuständig ist. „Wir haben das Bauvorhaben mit einem zinslosen Darlehen unterstützt.“ Er hob zudem die seit Jahrzehnten bestehende gute Zusammenarbeit zwischen Stadt, LWV und der Diakonie Frankfurt und Offenbach hervor.

Ein barrierefreies Haus

Mieterin des Gebäudes ist die Diakonie Frankfurt und Offenbach. „Wir freuen uns über das gut ausgestattete barrierefreie Haus für wohnungslose Frauen und Männer in Offenbach. Es ist gut, wenn wir uns immer wieder daran erinnern, dass Wohnen ein grundlegendes Menschenrecht ist. Es ist gut, dass wir mit Projekten wie diesem Wohnungslosigkeit nicht einfach hinnehmen, sondern entschlossen handeln,“ sagt Diakoniepfarrer Markus Eisele. Er betont: „Die Arbeitsmöglichkeiten für das Diakoniezentrum haben sich im Neubau deutlich verbessert. Ich danke dem Landeswohlfahrtsverband, der Stadt Offenbach und dem Bauherrn Oliver Wiegand, die dazu beigetragen haben, dass wir hier nun ein modernes Betreuungskonzept umsetzen können.“

Im neuen Diakoniezentrum Gerber 15 finden nicht nur das Wohnheim für Männer und Frauen nach § 67 SGB XII und die elf Clearingbetten, die die Stadt Offenbach finanziert, ihren Platz, sondern auch die Teestube mit Duschen und Waschmaschinen, der Kleiderladen, die Fachberatung sowie die Büros des Ambulant Betreuten Wohnens. Ein Aufzug verbindet die fünf Geschosse.

Umzug aus verschiedenen Übergangsquartieren

In den Apartments lassen Fenster, die bis zum Boden reichen, viel Licht herein, manche der Bäder sind mit Rollstühlen befahrbar. Die Inneneinrichtung wurde in der Schreinerwerkstatt des Evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit gefertigt.

Mitte Juni hatten 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Sommer 2023 aus dem alten Haus an der Gerberstraße 15 in verschiedene Übergangsquartiere gezogen waren, Dutzende Kartons gepackt, um in den Neubau am alten Ort zu ziehen. Nach und nach beziehen nun Bewohnerinnen und Bewohner die Apartments.

Eckdaten des Bauprojekts

  • Baubeginn: Herbst 2023
  • Bauvolumen: 2000 Quadratmeter Nutzfläche in fünf Geschossen mit Aufzug
  • Baukosten: Rund acht Millionen Euro
  • Förderung: Stadt Offenbach und Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) sowie die Otto Georg Dinges Stiftung, die Stiftung Wohnhilfe, die Share Value Stiftung,
  • die Dr. Herbert Münzer Stiftung und die Johann Wilhelm Schreiber Stiftung
  • Bauherr: Oliver Wiegand OWF Grundbesitz GmbH
  • Fertigstellung: Frühsommer 2025

Die Angebote im neuen Diakoniezentrum

Erdgeschoss: 

Teestube mit Getränken zum Selbstkostenpreis, internetfähigen PCs und kostenfreien Backwaren vom Vortag. Ausgabe von Briefen und Päckchen für Menschen ohne Postadresse.

Kulturelle Angebote wie Lesungen, Musik, Teestuben-Chor sind in Planung

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag: 8.30-16 Uhr. Donnerstag: 13-18 Uhr

Kleiderladen für Offenbacherinnen und Offenbacher mit wenig Einkommen

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag: 9-15 Uhr. Donnerstag: 13-18 Uhr

Empfang, täglich 24 Stunden besetzt

1. Obergeschoss:

Fachberatung: Offene Sprechzeiten Montag und Mittwoch 8.30-12 Uhr, Dienstag 13-16 Uhr, Donnerstag 15-18 Uhr sowie nach Terminvereinbarung.

Verwaltungsbüros

Vier Apartments für Frauen in einem separaten Bereich, eines davon barrierefrei, drei Clearingbetten für Frauen, Einzelzimmer, gemeinsame Küche, Waschmaschine und sanitäre Anlage

Konferenz- und Sozialraum

2. bis 5. Obergeschoss:

Einzelapartments für Männer, teilweise barrierefrei, Clearingbetten für Männer in Einzelzimmern, gemeinsamer großer heller Ess- und Wohnbereich

  • Apartments gesamt: 24, Verweildauer bis zu zwei Jahre
  • Clearingbetten gesamt: 11, Verweildauer zehn Tage

Keller:

Duschen, Waschmaschinen und Trockner für Gäste der Teestube

Das Ambulant Betreute Wohnen hat Büros im Neubau. Es unterstützt Menschen in Krisen, die noch in einer eigenen Wohnung leben oder vor einem Neueinzug in eine eigene Wohnung stehen.

Historie

Das Diakoniezentrum Gerber 15 startete vor 52 Jahren an der Bismarckstraße als erste Beratungsstelle für „Gefährdete und Nichtsesshafte“ in Offenbach. Es ist heute die zentrale Anlaufstelle für Menschen in Not mit geringem oder gar keinem Einkommen in der Mainmetropole.


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