Budget für Ausbildung

Budget für Ausbildung

Mit dem Budget für Ausbildung wird in voller Höhe die Ausbildungsvergütung des privaten oder öffentlichen Arbeitgebers übernommen, wenn dieser einen behinderten Menschen in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder in einem Ausbildungsgang nach dem Berufsbildungsgesetz bzw. der Handwerksordnung sozialversicherungspflichtig beschäftigt und ausbildet. 

Zielgruppe

Das Budget für Ausbildung kann beanspruchen, wer einen Anspruch auf Leistungen im Eingangsverfahren bzw. Berufsbildungsbereich in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) hat. Voraussetzung ist der Abschluss eines Vertrages über ein Ausbildungsverhältnis mit einem privaten oder öffentlichen Arbeitgeber.

Ziele

Behinderten Menschen, die einen Anspruch auf berufliche Bildung in einer WfbM haben, soll die dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben des allgemeinen Arbeitsmarktes ermöglicht werden.

Ein inklusiver Arbeitsmarkt ist ein wichtiger Beitrag zur Verwirklichung gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen mit Behinderung und trägt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bei.

Leistungen

Private oder öffentliche Arbeitgeber, die ein sozialversicherungspflichtiges Ausbildungsverhältnis mit einem behinderten Menschen abschließen, erhalten

  • einen Zuschuss in Höhe der Ausbildungsvergütung als Geldleistung regelhaft von der Agentur für Arbeit oder Deutschen Rentenversicherung Land/Bund.
  • Einstellungsprämien aus dem Hessischen Perspektivprogramm HePAS vom LWV Hessen Integrationsamt.

Bei Bedarf können außerdem

  • die Kosten für die Anleitung und Begleitung am Ausbildungsplatz und in der Berufsschule,
  • die Kosten für den schulischen Teil in einer Einrichtung der beruflichen Rehabilitation, wenn der Besuch einer Berufsschule am Ort des Ausbildungsplatzes nicht möglich ist

übernommen werden.

Der behinderte Arbeitnehmer selbst erhält eine tarifliche Ausbildungsvergütung. 

Schritte zur Leistung

  • Sind die Voraussetzungen erfüllt?

    Sind die Voraussetzungen erfüllt?

    Die Voraussetzungen sind erfüllt, wenn Sie durch eine wesentliche Behinderung wesentlich an der Teilhabe am Arbeitsleben eingeschränkt sind und daher keiner anderen Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen können.

  • Was ist eine wesentliche Behinderung?

    Was ist eine wesentliche Behinderung?

    Wenn Sie einen Antrag auf Leistungen der Eingliederungshilfe beim LWV stellen, muss der LWV prüfen, ob eine "wesentliche Behinderung" vorhanden ist.
    Dies ist der Fall, wenn zwei Voraussetzungen vorliegen:

    Erstens müssen Sie eine chronische Erkrankung haben, zum Beispiel

    • eine körperliche Erkrankung, auch Erkrankung des Gehirns, mit verschiedenartigen dauerhaften Folgen,
    • eine seelische Erkrankung und Abhängigkeitserkrankung,
    • eine geistige Beeinträchtigung,
    • eine Sinnesbeeinträchtigung wie Blindheit, Taubheit, fehlende Sprache oder andere Störungen der Wahrnehmung.

      Weitere Informationen erhalten Sie im Rahmen der Beratung durch den LWV Hessen oder den Träger der Rehabilitation, bei dem Sie einen Antrag gestellt haben.

    Zweitens muss Ihre Erkrankung Ihren Alltag so einschränken, dass eine selbstständige Lebensführung erschwert ist.

    Betroffen sein können die Bereiche

    • Haushaltsführung und Selbstversorgung,
    • Schulbesuch und Ausbildung,
    • Arbeitsleben,
    • Freizeitgestaltung,
    • Mobilität.

      Die Einschränkungen müssen länger als sechs Monate bestehen. Der Körper- und Gesundheitszustand muss zugleich von dem „für das Lebensalter typischen Zustand abweichen“.

    Leistungen der Eingliederungshilfe können auch Menschen in Anspruch nehmen, bei denen eine Behinderung droht. Dies wird in der Regel durch Ärztinnen und Ärzte im Rahmen einer Begutachtung festgestellt.

  • An wen kann ich mich wenden?

    An wen kann ich mich wenden?

    Bei Fragen können Sie sich an die zuständigen Ansprechpartner bei der Agentur für Arbeit oder - wenn Sie mindestens 180 Beitragsmonate erworben haben - der Deutschen Rentenversicherung Land/Bund wenden. Diese beiden Rehabilitationsträger sind vorrangig für Sie zuständig.

  • Welche Formulare und Unterlagen?

    Welche Formulare und Unterlagen?

    Dies erfragen Sie bitte bei der Agentur für Arbeit bzw. der Deutschen Rentenversicherung.

  • Wie wird die Leistung erbracht?

    Wie wird die Leistung erbracht?

    Die Zahlung der Ausbildungsvergütung ist eine Geldleistung, die direkt an den Arbeitgeber gezahlt wird.

  • Muss ich mich an den Kosten beteiligen?

    Muss ich mich an den Kosten beteiligen?

    Nein.

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