Neuigkeiten

Neuigkeiten

Leid in Heimen & Psychiatrie

Frist für Entschädigung bis Ende 2020 verlängert


Logo der Stiftung Anerkennung und Hilfe

Logo der Stiftung Anerkennung und Hilfe

Bund, Länder und Kirchen als Träger der Stiftung "Anerkennung und Hilfe" haben die Frist zur Anmeldung einer Entschädigung um ein Jahr bis zum 31. Dezember 2020 verlängert. Die Stiftung unterstützt Menschen, die als Kinder und Jugendliche in einer stationären Einrichtung der Behindertenhilfe oder der Kinder- und Jugendpsychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben und heute noch unter den Folgen leiden. Die Betroffenen können eine einmalige Entschädigungs-Pauschale in Höhe von 9.000 Euro und einmalige Rentenersatzleistungen in Höhe von 3.000 oder 5.000 Euro erhalten.

Unrecht öffentlich anerkennen

Die Stiftung "Anerkennung und Hilfe" wurde 2017 ins Leben gerufen. Sie hat neben der materiellen Hilfe das Ziel, das Leid der Betroffenen öffentlich anzuerkennen und die Vorkommnisse wissenschaftlich aufzuarbeiten. Das erlebte Unrecht kann aus körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt, aus dem Ausschluss vom Schulbesuch oder einer Ausbildung, aus mangelhafter gesundheitlicher Versorgung und Ernährung oder aus erbrachter Arbeit ohne Lohn bzw. Sozialversicherungsbeiträge bestehen. Die Entschädigung kann erhalten, wem derartiges als Kind oder Jugendlicher zwischen 1949 und 1975 in der Bundesrepublik Deutschland bzw. zwischen 1949 und 1990 in der DDR in den genannten Einrichtungen widerfahren ist.

Bis zum 31. Dezember 2020 können Betroffene Kontakt mit der Anlauf- und Beratungsstelle desjenigen Bundeslandes aufnehmen, in dem sie wohnen, um einen Termin für ein Beratungsgespräch zu erhalten. Für Menschen in Hessen ist das Regierungspräsidium Gießen zuständig: Telefon 0641 303 - 2773, 0641 303 - 2774 oder 0641 303 - 2775, E-Mail anerkennung-hilfe@rpgi.hessen.de.

Persönliche Beratungsgespräche

Qualifizierte Beraterinnen und Berater unterstützen betroffene Personen in persönlichen Gesprächen bei der Aufarbeitung der Erlebnisse. Dabei wird festgestellt, ob die Voraussetzungen für eine materielle Entschädigung erfüllt sind. Familienangehörige oder Assistenzpersonen können beim Gespräch dabei sein.

Personen, die eine materielle Hilfe aus den Fonds "Heimerziehung West" und "Heimerziehung in der DDR" oder aus dem ergänzenden Fonds "Sexueller Missbrauch im familiären Bereich" (FSM) oder dem "EHS - institutioneller Bereich" erhalten haben, können keine weitere Entschädigungspauschale der Stiftung "Anerkennung und Hilfe" geltend machen.

Weitere Informationen unter www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de


< Vorheriger Artikel