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Trägerwechsel zum LWV

Hermann-Herzog-Schule an neuem Standort


Schulleiterin Tanja Marquardt vor dem neuen Schulgebäude

Im Fokus: Schulleiterin Tanja Marquardt vor der Hermann-Herzog-Schule mit dem Förderschwerpunkt Sehen. Am 17. August startet der Schulbetrieb im neuen Gebäude in der Gutleutstraße 295 - 301 in Frankfurt. (Foto: Elke Bockhorst)

14.08.2020

Frankfurt (lwv): Für die Schülerinnen und Schüler der Hermann-Herzog-Schule (HHS) ist nach den Ferien alles anders - vor allem Schulweg und Klassenräume sind neu. Denn ihre Schule ist vom Dornbusch umgezogen ins Gutleutviertel. Direkt neben der Schule am Sommerhoffpark (SamS) haben sie in der Gutleutstraße 295 - 301 einen Neubau bezogen. Über 1.336 Quadratmeter erstrecken sich die neun Klassenräume und vier Differenzierungsräume, die Verwaltung, das Lehrerzimmer und die Fachräume. Mit dem Umzug ist auch ein Trägerwechsel verbunden: Seit 1. August ist die Schule mit dem Förderschwerpunkt Sehen, die früher zur Stadt Frankfurt gehörte, eine Schule des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen.

„Wir freuen uns, die Schülerinnen und Schüler am 17. August in dem neu errichteten Gebäude begrüßen zu können“, betont Dieter Schütz, der für Schulen zuständige LWV-Beigeordnete. „Mit einem guten Leitsystem und freundlichen geräumigen und hellen Klassen finden sie bei uns optimale Lernbedingungen.“ Rund 24 Millionen Euro kostet der Neubau, in dem sich auch eine Mensa, ein Schülercafé, ein Kunst- und Kreativraum, ein Musikraum, eine Bibliothek und eine große Lehrküche befinden, die sich die Herzog-Schüler mit den Jungen und Mädchen der SamS teilen. Für die Schülerinnen und Schüler der HHS gibt es zwei speziell auf den Förderschwerpunkt Sehen abgestimmte Räume für Naturwissenschaften. Auch die Sekundarstufe 1 der SamS und die Fachberatungsstellen beider Schulen nutzen den Neubau. Das neue Gebäude hat insgesamt eine Nutzfläche von gut 4.000 Quadratmetern.

„Wir sind alle sehr gespannt auf unsere neue Schule und haben den Umzug nach der langen Zeit des Wartens herbeigesehnt“, sagt Schulleiterin Tanja Marquardt. „Jetzt gilt es den Neubau mit Leben zu füllen und ihn zu einem Ort des Wohlfühlens und zum guten Gelingen des Lernens werden zu lassen.“ Und sie ergänzt: „Wir sehen unsere Schule mit den Worten von Antoine de Saint-Exupéry: ‚Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen – denn Zukunft kann man bauen.‘ Somit blicken wir in die Zukunft auf ein tolles Haus für eine tolle Schule!“

Hintergrund

Bereits 2006 hatte der LWV auf Wunsch des Kultusministeriums mit dem Hessischen Landkreistag und dem Städtetag vereinbart, die Trägerschaft für alle Schulen mit dem Förderschwerpunkt Sehen bis zum Abschluss der Mittelstufe zu übernehmen. Die Hermann-Herzog-Schule ist die dritte LWV-Schule mit diesem Schwerpunkt (nach der Johann-Peter-Schäfer-Schule Friedberg und der Hermann-Schafft-Schule Homberg/Efze). Insgesamt ist der LWV Träger von 15 Förderschulen.

Der Neubau des Schulgebäudes hat sich mehrfach verzögert. Die Standortsuche in Frankfurt war zunächst nicht einfach. Nach einer Machbarkeitsstudie beschloss der LWV, am jetzigen Ort neu zu bauen. Ein Gebäude der SamS war bereits abgerissen, um Platz für den Neubau zu schaffen, als das Genehmigungsverfahren ins Stocken geriet. Denn durch Änderungen rechtlicher Vorgaben (Richtlinie Seveso II) wurde ein größerer Abstand zum Mainova-Kraftwerk gefordert, auf dessen Gelände sich ein Ammoniak-Tank befindet. Schließlich (2017) einigte sich der Energieversorger Mainova mit einem Investor, der auf dem Grundstück zwischen Schule und Kraftwerk Wohnungen baut, auf die Aufteilung der Kosten für die Konstruktion einer Schutzhülle für den Ammoniak-Tank. Nach drei Jahren Bauzeit konnten die HHS und die SamS das Gebäude jetzt in Besitz nehmen.

Die Hermann-Herzog-Schule ist 1956 gegründet worden. Sie ist nach einem Frankfurter Pädagogen benannt, der schon 1919 in Berlin die erste Schule für sehbehinderte und blinde Jungen und Mädchen in Deutschland eröffnete. Unterrichtet werden 80 Kinder und Jugendliche, an der Schule arbeiten rund 35 Lehrkräfte, auch im überregionalen Beratungs- und Förderzentrum (üBFZ), das rund 390 sehbehinderte Schülerinnen, Schüler und ihre Lehrerinnen und Lehrer an Regelschulen berät und unterstützt. Die HHS ist eine Ganztagsschule mit gebundenen Nachmittags-Anboten an vier Wochentagen.


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