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800 Jahre Frauengeschichte

Klostermuseum Merx-
hausen wieder offen


Blick in die Dauerausstellung "Lebensbilder - Leidensbilder - Frauenbilder"

Blick in die Dauerausstellung "Lebensbilder - Leidensbilder - Frauenbilder" im Klostermuseum Bad Emstal-Merxhausen (Foto: Jan Richter)

Das Klostermuseum in Bad Emstal-Merxhausen hat nach langer Corona-Pause seit dem 27. Juni 2021 wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet: jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Es gibt keine Sommerpause.

Gruppen ab fünf Personen können telefonisch Termine für Führungen vereinbaren (Ernst Rogge, Telefon 0173 922291 oder per E-Mail roggeernst@gmail.com).

Auf das Kaffee- und Kuchenangebot muss noch verzichtet werden. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln (Mindestabstand, Maske tragen, Höchst-Besucherzahl, besondere Wegeführung, Besucher-Erfassung schriftlich und ggf. durch QR-Code-Scan mit Corona-App). 

Lebensbilder - Leidensbilder - Frauenbilder

Die Dauerausstellung zeigt 800 Jahre Frauengeschichte. Stets waren in der Kloster-, Hospitals- und Klinikgeschichte in Merxhausen Frauen als Nonnen, Patientinnen, Pflegerinnen und Angestellte im Ort nachweisbar. Die Ausstellung "Lebensbilder - Leidensbilder - Frauenbilder" im Klostermuseum wirft Schlaglichter auf einzelne dieser Frauen. Die Biographien erschließen die Medizin- und die Sozialgeschichte der Merxhäuser Einrichtung.

Für Konzeption und Präsentation der Ausstellung wurde das Klostermuseum im August 2020 als "Museum des Monats" von Wissenschaftsministerin Angela Dorn ausgezeichnet.  Schirmherrin der Dauerausstellung ist LWV-Landesdirektorin Susanne Selbert.

Werke von Gisela Petschner

Verlängert wurde die Sonderausstellung mit Werken von Gisela Petschner (1913 bis 2007), die bisher durch die Corona-Schließung des Museums kaum zu sehen war.  Gezeigt werden 17 ausdrucksstarke Druckwerke (Monotypen) zum 1935 entstandenen Bauernpsalm des flämischen Malers und Schriftstellers Felix Timmermanns sowie weitere Gemälde, Zeichnungen und Linolschnitte. Die Künstlerin wurde in Saaz (Sudentenland) geboren und fand in Dresden zur Kunst. In Rom und Mainz studierte sie Malerei und kam 1952 nach Wolfhagen.

1963 bis 1983 wirkte sie als Kunsttherapeutin im Psychiatrischen Krankenhaus Merxhausen. Dort entstanden rund 8.000 Patienten-Kunstwerke, die sie der Prinzhornsammlung in Heidelberg übergab. Die Sonderausstellung in Merxhausen wird bis zum 31. Oktober zu sehen sein.

Die mittelalterliche Klosteranlage in Bad Emstal-Merxhausen wurde im 16. Jahrhundert unter Landgraf Philipp von Hessen zu einem Hospital umfunktioniert und wird von Vitos Kurhessen, einer Einrichtung des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen, noch heute als psychiatrische Klinik genutzt.


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