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Jahrestag der Befreiung

Hadamar gedenkt der Opfer der NS-Euthanasie


Logo Gedenkstätte Hadamar

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16.03.2018

Hadamar (lwv): Anlässlich des Jahrestages der Befreiung Hadamars laden die Gedenkstätte und die Stadt Hadamar zur gemeinsam Gedenkveranstaltung am Donnerstag, 22. März, ein. Beginn ist um 18 Uhr in der Gedenkstätte.

Die Gedenkfeier blickt auf den 26. März 1945 zurück, als amerikanische Soldaten die Stadt und damit auch die überlebenden Patientinnen und Patienten der Tötungsanstalt Hadamar befreiten. Dies bedeutete das Ende des systematischen Krankenmords. Im Zentrum des Erinnerns und Gedenkens stehen die rund 15.000 Opfer der NS-Euthanasie, die von 1941 bis zur Befreiung Hadamars ermordet wurden. Darunter waren vor allem geistig behinderte und psychisch kranke Kinder und Erwachsene.

35 Jahre Gedenkstätte

Die Gedenkfeier ist in diesem Jahr auch Anlass, auf 35 Jahre Gedenkstätte Hadamar als Ort der historischen Aufklärung über die NS-Euthanasie-Verbrechen zurückzublicken: 1983 war die erste Ausstellung in den Kellerräumen, in denen sich die Mordeinrichtungen befunden hatten, an die Öffentlichkeit übergeben worden. Aus dieser bis heute fortgeführten Dokumentations- und Erinnerungsarbeit entwickelte sich die Gedenkstätte. Bei der Gedenkfeier werden die vier damaligen Kuratoren Dr. Peter Chroust, Herwig Groß, Dr. Matthias Hamann-Rot und Dr. Jan Sörensen auf die Anfänge eingehen.

Sonderausstellung

Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die Möglichkeit, die Sonderausstellung "Die hessische Landesärztekammer im Nationalsozialismus" zu besuchen, die bis zum 30. April in den Räumen der Gedenkstätte gezeigt wird. Dr. Siegmund Drexler, Mitglied des Ausstellungsbeirates, wird für Fragen zur Verfügung stehen.
Die Ausstellung kann außerdem zu den üblichen Öffnungszeiten der Gedenkstätte dienstags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 13 Uhr und an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr besichtig werden. An Feiertagen ist geschlossen.

Hintergrund: Gedenkstätte Hadamar

Die Gedenkstätte Hadamar erinnert an die rund 15.000 Menschen, die während der NS-Zeit als sogenanntes "unwertes Leben" stigmatisiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen in der damaligen Landesheilanstalt Hadamar ermordet wurden.
In Hadamar können noch die authentischen Kellerräume mit Gaskammer, Sezierraum und Fundament eines Krematoriumsofens sowie die Garage der Grauen Busse besichtigt werden. Über die Geschehnisse informiert die Dauerausstellung "Verlegt nach Hadamar". Auf dem Friedhof findet sich eine Gedenkstele für die Opfer der NS-Euthanasie.

Die Gedenkstätte Hadamar hatte in 2017 mehr als 20.000 Besucher, darunter viele Schülerinnen und Schüler. Führungen, Fortbildungen und Studientage dienen der politischen Bildung und sind Teil des pädagogischen Programms.

Weitere Informationen unter www.gedenkstaette-hadamar.de


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