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06 / Arbeitsassistenz für schwerbehinderte Arbeitnehmer

Eine Information für schwerbehinderte Menschen und deren Arbeitgeber






UNTERSTÜTZUNG IM BERUFLICHEN ALLTAG

Ein Teil der schwerbehinderten Menschen ist im beruflichen Alltag darauf angewiesen, dass andere für sie bestimmte Handgriffe übernehmen oder ihnen bei der Arbeit assistieren. Die Beschäftigung soll im Einzelfall nicht an solchen Problemen scheitern. Deshalb bekommen schwerbehinderte Arbeitnehmer die Kosten für eine selbst organisierte, notwendige Arbeitsassistenz erstattet. Hierauf haben Sie seit 2001 einen gesetzlichen Anspruch.


WAS IST ARBEITSASSISTENZ?
WER IST ZUSTÄNDIG?


Eine Arbeitsassistenzkraft unterstützt schwerbehinderte Menschen am Arbeitsplatz, indem sie Hilfstätigkeiten nach Anweisung erledigt. Der schwerbehinderte Mitarbeiter muss selbst über die am Arbeitsplatz geforderte fachliche Qualifikation verfügen, die Arbeitsassistenzkraft übernimmt nicht die Hauptinhalte der Arbeitsleistung. Eine Assistenzkraft kann eingesetzt werden, wenn die Arbeit des schwerbehinderten Mitarbeiters nicht nur gelegentlich, sondern regelmäßig unterstützt werden muss.
Zuständiger Rehabilitationsträger ist meist die Agentur für Arbeit, wenn ein Arbeitsverhältnis geschaffen werden soll. Das Integrationsamt ist zuständiger Leistungsträger, wenn es um ein bestehendes Arbeitsverhältnis geht. Die Leistung wird ab dem Monat der Antragstellung gewährt.


WER BEAUFTRAGT DIE ARBEITSASSISTENZ?

Der schwerbehinderte Arbeitnehmer ist als Auftraggeber selbst verantwortlich. Entweder stellt er die Assistenzkraft/-kräfte selbst ein (Arbeitgebermodell) oder er beauftragt einen Anbieter von Assistenzdienstleistungen auf eigene Rechnung (Dienstleistungsmodell). Beim Arbeitgebermodell müssen eine Reihe sozialversicherungs- und steuerrechtlicher Regelungen beachtet werden. Hierzu können Sie ein Merkblatt bei Ihrem Integrationsamt anfordern.
Tipps für die Suche von geeigneten Assistenzkräften gibt es unter: www.arbeitsassistenz.de


MUSS DER ARBEITGEBER BETEILIGT WERDEN?

Der Arbeitgeber des schwerbehinderten Mitarbeiters muss rechtzeitig beteiligt werden. Denn ein Rechtsanspruch auf Übernahme der Kosten für eine notwendige Arbeitsassistenz besteht nur dann, wenn alle innerbetrieblichen Maßnahmen im Verantwortungsbereich des Arbeitgebers bereits ausgeschöpft sind. Dazu gehört beispielsweise die behinderungsgerechte Auswahl bzw. Ausstattung des Arbeitsplatzes. Daran kann sich das Integrationsamt mit Leistungen der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben finanziell beteiligen. Bevor ein schwerbehinderter Mensch eine Arbeitsassistenz selbst organisiert, muss der Arbeitgeber in jedem Fall bestätigen, dass er mit einer Assistenzkraft, die nicht dem Betrieb angehört, einverstanden ist.


WELCHE WEITEREN VORAUSSETZUNGEN GIBT ES?

Leistungen für Arbeitsassistenz können für Arbeits- bzw. Ausbildungsplätze mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 15 Stunden gewährt werden. Bei befristeten Arbeitsverträgen muss eine Beschäftigungsdauer von mehr als acht Wochen vorgesehen sein. Die Leistungen des Integrationsamtes sollen zusammen mit Leistungen anderer Träger im vertretbaren Verhältnis zum Arbeitseinkommen stehen. Auch Selbstständige haben einen Anspruch auf Arbeitsassistenz.


WIE HOCH SIND DIE LEISTUNGEN?

Die Leistung wird als Geldleistung erbracht. Die Höhe richtet sich nach dem individuellen Bedarf und beträgt bis zu 12,60 € je Stunde. Welche Unterstützung durch eine Assistenzkraft notwendig und erforderlich ist, um ein Arbeitsverhältnis dauerhaft zu sichern, sollte in einem persönlichen Gespräch erarbeitet werden. Dafür stehen die Mitarbeiter/innen des Integrationsamtes gern zur Verfügung.


WELCHE RECHTSVORSCHRIFTEN SIND ZU BEACHTEN?

Rechtsgrundlagen für den Anspruch auf Übernahme der Kosten für eine notwendige Arbeitsassistenz sind
  • § 33 Abs. 8 Nr. 3 SGB IX
    (Erlangung eines Arbeitsplatzes)

  • § 102 Abs. 4 SGB IX
    (Sicherung eines Arbeitsverhaltnisses)


MÖGLICHKEITEN ARBEITSPLÄTZE BEHINDERUNGSGERECHT AUSZUSTATTEN?

Wenn schwerbehinderte Mitarbeiter/innen nicht in vollem Umfang am Arbeits- und Betriebsablauf teilhaben, liegt dies sehr oft an ihrem nicht behinderungsgerecht gestalteten Arbeitsplatz. Den Arbeitsplatz zu optimieren, ist häufig eine technische Frage. Lösungen findet meist der Technische Beratungsdienst des Integrationsamtes. Er kennt die Arbeitsplatzanforderungen und weiß, welche Arbeitsgeräte und Hilfsmittel bezuschusst werden können. Seriengeräte zu ändern oder anzupassen, ist für den Arbeitgeber oft eine Kostenfrage.

Für die Arbeitsplatzausstattung können attraktive Zuschüsse gezahlt werden. Investitionen in behinderungsgerechte Arbeitsplätze zahlen sich aus, weil schwerbehinderte Mitarbeiter/innen selbstständig, ohne die Hilfe von Kollegen/innen an einem solchen Arbeitsplatz gute Arbeitsleistungen erbringen. Aber auch, weil die Ausstattung häufig für nichtbehinderte Mitarbeiter/innen von Vorteil ist, z. B. wenn im Schichtbetrieb gearbeitet wird.

Häufig kann ein schwerbehinderter Mitarbeiter bereits durch innerbetriebliche Lösungen, z.B. durch Kollegen/innen, am Arbeitsplatz unterstützt werden. Wenn ihm dadurch finanzielle Belastungen entstehen, kann der Arbeitgeber einen laufenden Zuschuss erhalten.

Leistungen, die ein Unternehmen bereits für die personelle Unterstützung erhält, z. B. für Vorlesekräfte, fallen nicht weg, wenn gleichzeitig Leistungen für Arbeitsassistenz gewährt werden.


WEITERE AUSKÜNFTE

Wenn Sie weitergehende Fragen zur Einstellung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen haben, rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.


KONTAKTE

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Der Landeswohlfahrtsverband Hessen ist ein Zusammenschluss der Landkreise und kreisfreien Städte, dem soziale Aufgaben übertragen wurden.

  • Er unterstützt behinderte, psychisch kranke und sozial benachteiligte Menschen in ihrem Alltag und im Beruf.

  • Er betreut Kriegsbeschädigte, deren Angehörige und Hinterbliebene.

  • Er ist Träger von Förderschulen und Frühförderstellen.

  • Er ist Alleingesellschafter der Vitos GmbH, die einen wesentlichen Teil der psychiatrischen Versorgung in Hessen sicherstellt.

  • Er ist für die Schaffung von Arbeitsplätzen für ältere schwerbehinderte Menschen im Rahmen der Initiative Inklusion zuständig.







Impressum

Herausgeber
Landeswohlfahrtsverband Hessen
Ständeplatz 6-10, 34117 Kassel

Text
Integrationsamt

Redaktion
Marco Steinbach

Gestaltung
Heiko Horn

Druck
Druckerei des LWV Hessen

Stand
Dezember 2014

Internet
www.lwv-hessen.de