Begleitetes Wohnen in Familien

Begleitetes Wohnen in Familien

Menschen mit Behinderungen, die nicht selbstständig wohnen können, aber außerhalb einer besonderen Wohnform leben möchten, können sich für eine Gastfamilie entscheiden. Im Begleiteten Wohnen in Familien (BWF) wird die behinderte Person in den Tagesablauf der Gastfamilie integriert. Dies ermöglicht eine eigenständige Lebensführung, verbunden mit der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.

Ziele

Je nach persönlichen Fähigkeiten und Ressourcen kann das neue Familienmitglied im üblichen familiären Rahmen an hauswirtschaftlichen Arbeiten und alltäglichen Aufgaben beteiligt werden. Ziel ist, dass der behinderte Mensch seine Kompetenzen erweitert und eine selbstständigere Lebensführung entwickelt.

Der behinderte Mensch wie auch die Gastfamilie werden durch Fachkräfte des Trägers des Begleiteten Wohnens unterstützt. Diese beraten und begleiten im Rahmen von Hausbesuchen.

Gastfamilie werden

Familien, Paare und auch Einzelpersonen können Gastfamilie werden. Sie sollten dazu bereit sein, den/die Menschen mit Behinderungen in ihren Familienalltag einzubeziehen und zu unterstützen. Gastfamilien erhalten eine finanzielle Unterstützung.

Um Gastfamilie werden zu können, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Unter anderem sollen die Familien

  • Laien auf dem Gebiet der Unterstützung behinderter Menschen sein,
  • einen geeigneten Wohnraum (mindestens ein möbliertes Zimmer) zur Verfügung stellen,
  • keine rechtliche Betreuung (nach §§ 1896 ff. BGB) für den aufgenommenen Menschen mit Behinderungen ausüben,
  • die Kooperation und die Einhaltung von Absprachen zwischen dem aufgenommenen Menschen (bzw. seinem rechtlichen Betreuer oder Betreuerin) und den Fachkräften unterstützen,
  • Hausbesuche durch die Fachkräfte ermöglichen, so oft sie für erforderlich gehalten werden. Die Familie kann sich in Problemsituationen jederzeit an die Fachkräfte wenden.

Weitere Unterstützung

Für die Teilnahme am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben und/oder zur Freizeitgestaltung einschließlich sportlicher Aktivitäten kann zusätzlich eine Assistenz als Leistung zur sozialen Teilhabe beim LWV Hessen beantragt werden.

Schritte zur Leistung

  • Sind die Voraussetzungen erfüllt?

    Sind die Voraussetzungen erfüllt?

    Die Voraussetzungen sind erfüllt, wenn Sie durch eine wesentliche Behinderung wesentlich in der sozialen Teilhabe eingeschränkt sind.

  • Was ist eine wesentliche Behinderung?

    Was ist eine wesentliche Behinderung?

    Wenn Sie einen Antrag auf Leistungen der Eingliederungshilfe beim LWV stellen, muss der LWV prüfen, ob eine "wesentliche Behinderung" vorhanden ist.
    Dies ist der Fall, wenn zwei Voraussetzungen vorliegen:

    Erstens müssen Sie eine chronische Erkrankung haben, zum Beispiel

    • eine körperliche Erkrankung, auch Erkrankung des Gehirns, mit verschiedenartigen dauerhaften Folgen,
    • eine seelische Erkrankung und Abhängigkeitserkrankung,
    • eine geistige Beeinträchtigung,
    • eine Sinnesbeeinträchtigung wie Blindheit, Taubheit, fehlende Sprache oder andere Störungen der Wahrnehmung.

      Weitere Informationen erhalten Sie im Rahmen der Beratung durch den LWV Hessen oder den Träger der Rehabilitation, bei dem Sie einen Antrag gestellt haben.

    Zweitens muss Ihre Erkrankung Ihren Alltag so einschränken, dass eine selbstständige Lebensführung erschwert ist.

    Betroffen sein können die Bereiche

    • Haushaltsführung und Selbstversorgung,
    • Schulbesuch und Ausbildung,
    • Arbeitsleben,
    • Freizeitgestaltung,
    • Mobilität.

      Die Einschränkungen müssen länger als sechs Monate bestehen. Der Körper- und Gesundheitszustand muss zugleich von dem „für das Lebensalter typischen Zustand abweichen“.

    Leistungen der Eingliederungshilfe können auch Menschen in Anspruch nehmen, bei denen eine Behinderung droht. Dies wird in der Regel durch Ärztinnen und Ärzte im Rahmen einer Begutachtung festgestellt.

  • An wen kann ich mich wenden?

    An wen kann ich mich wenden?

    Bei Fragen wenden Sie sich an den LWV Hessen. Um zu dem/der für Sie regional zuständigen Ansprechpartner/in des LWV Hessen zu gelangen, gehen Sie wie folgt vor:

    • Für Unterstützung bei körperlicher Behinderung/Sinnesbehinderung klicken Sie bitte auf diesen Link und in der erscheinenden interaktiven Hessenkarte auf Ihren Landkreis bzw. auf Ihre kreisfreie Stadt.
    • Für Unterstützung bei geistiger Behinderung klicken Sie bitte auf diesen Link und in der erscheinenden interaktiven Hessenkarte auf Ihren Landkreis bzw. auf Ihre kreisfreie Stadt.
    • Für Unterstützung bei seelischer Behinderung/Abhängigkeitserkrankung klicken Sie bitte auf diesen Link und in der erscheinenden interaktiven Hessenkarte auf Ihren Landkreis bzw. auf Ihre kreisfreie Stadt.·       

    Wenn Sie im Rahmen der Kriegsopferfürsorge eine Beschädigten- oder Hinterbliebenenrente nach dem Bundesversorgungsgesetz erhalten oder zu folgenden geschädigten Personengruppen zählen:

    • Impfgeschädigte
    • Zivildienstleistende
    • Opfer von Gewalttaten
    • politische Gefangene in der ehemaligen DDR
    • Opfer politisch motivierter Strafverfolgungsmaßnahmen in der ehemaligen DDR
    • Opfer politisch motivierter Verwaltungsentscheidungen in der ehemaligen DDR,

    dann wenden Sie sich an die hessenweit zuständigen Ansprechpersonen:

    Regionalmanager
    Werner Puchinger

    Haupt- und Regionalverwaltung Kassel
    Kölnische Straße 30
    34117 Kassel
    Telefon 0561 1004 - 2212
    Fax 0561 1004 - 2836
    E-Mail hauptfuersorgestelle-info@lwv-hessen.de

    Stellv. Regionalmanagerin
    Ariane Kroll

    Haupt- und Regionalverwaltung Kassel
    Kölnische Straße 30
    34117 Kassel
    Telefon 0561 1004 - 2242
    Fax 0561 1004 - 2836
    E-Mail hauptfuersorgestelle-info@lwv-hessen.de

  • Welche Formulare und Unterlagen?

    Welche Formulare und Unterlagen?

    Bitte reichen Sie beim LWV Hessen ein:

    •  Formular zur Teilhabeplanung

      Unter der oben aufgeführten Frage „An wen kann ich mich wenden?“ finden Sie die für Sie zuständige Ansprechperson beim LWV Hessen. Diese gibt Ihnen Auskunft, welches Formular zur Teilhabeplanung in Ihrem Fall das richtige ist.

      Ggf. beauftragt der LWV Hessen ein amtsärztliches Gutachten beim zuständigen Gesundheitsamt. Dieses ist für Sie kostenfrei.

    Sie finden Formulare für Leistungen des LWV Hessen auch im Formular-Finder auf dieser Seite unten rechts. Die Formulare können Sie herunterladen, ausfüllen, lokal auf Ihrem Rechner speichern und ausdrucken. Bitte vergessen Sie nicht, die Unterlagen zu unterschreiben, ehe Sie sie dem LWV Hessen zusenden.

  • Wie wird die Leistung erbracht?

    Wie wird die Leistung erbracht?

    Der Fachdienst zur Bedarfsermittlung und Teilhabeplanung des LWV Hessen oder in bestimmten Regionen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Leistungserbringers erstellen gemeinsam mit dem behinderten Menschen einen individuellen Teilhabeplan. Die Bedarfe, Wünsche und Ziele des behinderten Menschen und die dafür benötigten Leistungen werden ermittelt und im Teilhabeplan festgehalten.

    Der behinderte Mensch lebt in einer vom LWV Hessen anerkannten Gastfamilie und wird, wie auch die Familie, durch pädagogische Fachkräfte des Trägers des Begleiteten Wohnens betreut.

  • Muss ich mich an den Kosten beteiligen?

    Muss ich mich an den Kosten beteiligen?

    Leistungsberechtigte müssen sich ggfs. finanziell an den Kosten beteiligen, wenn bestimmte Freigrenzen überschritten sind. Detaillierte Informationen dazu finden Sie hier

Formular-Finder

Von Blindengeld bis
Persönliches Budget

Hier finden Sie alle Formulare für Ihren Antrag auf Leistungen des LWV Hessen, aufgegliedert in Themengebiete.