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Landeswohlfahrtsverband Hessen

19 / Außergewöhnliche Belastungen

Eine Information für schwerbehinderte Menschen und deren Arbeitgeber




AUSSERGEWÖHNLICHE BELASTUNGEN

Viele Behinderungen wirken sich nicht auf die Arbeitsleistung der Beschäftigten aus. Es gibt aber auch schwerbehinderte Menschen, die auf Grund ihrer Beeinträchtigung weniger leisten können als im Betrieb üblich ist oder sie benötigen regelmäßige Unterstützung durch Kollegen oder den Chef. Zu den damit verbundenen Kosten kann das Integrationsamt Zuschüsse gewähren. Hierbei unterscheidet man grundsätzlich zwei Leistungen: Personelle Unterstützung und einen Lohnkostenzuschuss wegen einer erheblichen Minderleistung.


PERSONELLE UNTERSTÜTZUNG

Fast alle Beschäftigten brauchen am Arbeitsplatz hin und wieder Unterstützung von anderen. Für den Betrieb ist es eine außergewöhnliche Belastung, wenn ein schwerbehinderter Mensch mehr Unterstützung braucht, als dies üblich ist. Zum Beispiel, wenn Kollegen ständig mithelfen müssen oder wenn der Meister häufiger anleiten muss. Zuschüsse für eine personelle Unterstützung können gewährt werden, wenn die Unterstützung bei der Arbeitsausführung durchschnittlich länger als 30 Minuten pro Arbeitstag dauert und mit einem besonderen Aufwand für den Arbeitgeber verbunden ist, z.B. für:
  • Tatigkeitsbezogene Handreichungen und Hilfestellungen

  • Unterstutzung bei der Kommunikation am Arbeitsplatz

  • Wiederkehrende fachliche bzw. arbeitspadagogische Unterweisung und Anleitung

  • Arbeitsbegleitende Betreuung und Motivation zur Arbeitsausfuhrung


ZUSCHUSS BEI LEISTUNGSEINSCHRÄNKUNGEN

In einem Arbeitsvertrag sind die Aufgaben und Anforderungen an einen Arbeitsplatz festgelegt. Daran lässt sich die Leistung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters messen. Die Arbeitsleistung wird auch mit der anderer Mitarbeiter verglichen. Wenn ein schwerbehinderter Mensch für längere Zeit -mindestens 30 Prozent - weniger leisten kann als gleichaltrige Mitarbeiter bei einer vergleichbaren Tätigkeit, nennt man das eine erhebliche Minderleistung. Dann kann das Integrationsamt einen Lohnkostenzuschuss gewähren.


VORAUSSETZUNGEN

Leistungen für eine personelle Unterstützung oder einen Lohnkostenzuschuss können nur bewilligt werden, wenn der Arbeitgeber hohe Belastungen wegen behinderungsbedingter Einschränkungen tragen muss.
Belastungen, die durch die gesetzliche oder tarifliche Lohnfortzahlungspflicht bei Arbeitsunfähigkeit entstehen, sind keine außergewöhnlichen Belastungen und können auch nicht finanziell ausgeglichen werden.

Um einen Zuschuss bewilligen zu können, muss ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 15 Stunden bestehen und ein tariflicher oder, soweit keine tarifliche Regelung besteht, ein ortsüblicher Lohn gezahlt werden.


VORRANGIGE MASSNAHMEN

Bevor ein Zuschuss gewährt wird, müssen vorab alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die den schwerbehinderten Menschen zu einer von einer fremden Unterstützung unabhängigen und dem Arbeitsgelt entsprechenden Arbeitsleistung befähigen, z.B. durch eine
  • Versetzung auf einen seinem Fähigkeitsprofil entsprechenden Arbeitsplatz,

  • behinderungsgerechte Einrichtung und Ausstattung des Arbeitsplatzes einschließlich Arbeitszeitgestaltung und Arbeitsorganisation
    und

  • eine auf die Fähigkeiten abgestimmte berufliche Bildung und Einarbeitung einschließlich innerbetrieblicher Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung.
Für diese Maßnahmen ist die aktive Mitwirkung des Arbeitgebers erforderlich.


ZIEL DER LEISTUNG

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, zahlt das Integrationsamt bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit des schwerbehinderten Beschäftigten einen finanziellen Ausgleich, damit das Arbeitsverhältnis für den Arbeitgeber wirtschaftlich ist oder der schwerbehinderte Mensch durch die personelle Unterstützung in die Lage versetzt wird, eine wirtschaftlich verwertbare Arbeitsleistung zu erbringen.


ZEITRAUM DER LEISTUNG

Außergewöhnliche Leistungen werden frühestens sechs Monate nach Beginn des Arbeitsverhältnisses gezahlt, wenn die Einarbeitung abgeschlossen ist.
Bei erstmaliger Bewilligung wird die Leistung für ein Jahr festgesetzt. In diesem Zeitraum müssen alle vorrangigen Maßnahmen ausgeschöpft werden, die den schwerbehinderten Menschen zu einer von einer fremden Unterstützung unabhängigen und dem Arbeitsgelt entsprechenden Arbeitsleistung befähigen.
Liegen die Voraussetzungen für eine außergewöhnliche Leistung nach diesem Jahr weiterhin vor, wird diese für bis zu drei Jahre bewilligt.
Danach erfolgt eine Reduzierung der Leistungshöhe auch bei unveränderten Leistungsvoraussetzungen, damit auch längerfristig Mittel der Ausgleichsabgabe für weitere Leistungsberechtigte verfügbar sind.


BITTE LEGEN SIE UNS VOR:
  • Antrag auf begleitende Hilfe im Arbeitsleben

  • Formular „Arbeitgeberangaben“

  • Formular „Persönliche Angaben“

  • Anlage „Ergänzende Angaben für einen Minderleistungszuschuss“

  • Anlage „Ergänzende Angaben für personelle Unterstützung“

  • Kopie des Arbeitsvertrages

  • Kopie des Feststellungsbescheides des Versorgungsamtes

  • Kopie des Schwerbehindertenausweises

  • Kopie einer aktuellen Gehaltsabrechnung


WEITERE AUSKÜNFTE

Wenn Sie weitergehende Fragen zum Thema außergewöhnliche Belastungen haben, rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.


KONTAKTE

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Integrationsamt

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Der Landeswohlfahrtsverband Hessen ist ein Zusammenschluss der Landkreise und kreisfreien Städte, dem soziale Aufgaben übertragen wurden.


  • Er unterstützt behinderte, psychisch kranke und sozial benachteiligte Menschen in ihrem Alltag und im Beruf.

  • Er betreut Kriegsbeschädigte, deren Angehörige und Hinterbliebene.

  • Er ist Träger von Förderschulen und Frühförderstellen.

  • Er ist Alleingesellschafter der Vitos GmbH, die einen wesentlichen Teil der psychiatrischen Versorgung in Hessen sicherstellt.
  • Er ist für die Schaffung von Arbeitsplätzen für ältere schwerbehinderte Menschen im Rahmen der Initiative Inklusion zuständig.






Impressum

Herausgeber
Landeswohlfahrtsverband Hessen
Ständeplatz 6-10, 34117 Kassel

Text
Integrationsamt

Redaktion
Marco Steinbach

Gestaltung
Heiko Horn

Druck
Druckerei des LWV Hessen

Stand
Januar 2015

Internet
www.lwv-hessen.de