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05.12.2012

Haushalt 2013: Mehr ambulante Betreuung beim Wohnen

| Bild: Haushaltsplanentwurf 2013 des LWV - Leistungen gem. SGB XII   Grafik: LWV-Controlling
 
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2013 werden erstmals mehr Menschen mit Behinderung ambulant statt stationär betreut: 50,51 Prozent der Menschen, die Leistungen vom LWV Hessen beim Wohnen erhalten, werden entweder das Angebot des Betreuten Wohnen oder das Begleitete Wohnen in Familien nutzen. Das zeigt der Haushaltsentwurf des LWV für 2013, den Landesdirektor und Kämmerer Uwe Brückmann heute in die Verbandsversammlung eingebracht hat. „Menschen mit Behinderung wollen so selbstständig wie möglich wohnen. Das geht am besten in den eigenen vier Wänden. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren unsere Steuerungs-möglichkeiten genutzt und die ambulanten Wohnformen verstärkt ausgebaut“, erklärt Brückmann. „Sie ermöglichen mehr Selbstbestimmung und sind kostengünstiger.“


2005, als der LWV die Zuständigkeit für das Betreute Wohnen übernahm, wurde nur jeder dritte Mensch mit Behinderung (rund 36 Prozent) in seiner eigenen Wohnung unterstützt.
Trotz einer Zunahme bei den ambulanten Unterstützungsangeboten steigen die Ausgaben im Bereich der Überörtlichen Sozialhilfe. Denn im kommenden Jahr werden voraussichtlich zusätzlich 1.518 Menschen in Hessen Anspruch auf Leistungen aus diesem Bereich haben. Die Zahl der Anspruchsberechtigten wird damit bei insgesamt 54.000 liegen. Sie nutzen im kommenden Jahr voraussichtlich 66.235 Leistungsangebote, zum Beispiel Plätze in Werkstätten, Tagesstätten, Wohnheimen oder dem Betreuten Wohnen (teilweise auch mehrere Angebote parallel).
Die meisten Leistungsangebote (25.188) nehmen die Menschen mit einer geistigen Behinderung in Anspruch. Bei ihnen wird auch die Zahl älterer Menschen aufgrund der demografischen Entwicklung steigen. Für sie, wie für jüngere Menschen mit schweren und schwersten Behinderungen werden mehr Plätze im Bereich der tagesstrukturierenden Angebote nötig sein. Die größte Steigerung gibt es bei den Angeboten für Menschen mit einer seelischen Behinderung: Die Zahl steigt im Vergleich zu 2012 voraussichtlich um 928 auf 21.077.

Die Ausgaben des LWV, der neben der überörtlichen Sozialhilfe unter anderem für die Kriegsopferfürsorge und die Unterstützung schwerbehinderter Menschen im Beruf zuständig ist, werden sich voraussichtlich auf rund 1.649.873.100 Euro belaufen. Der größte Posten ist die überörtliche Sozialhilfe mit 1.347.387.000 Euro.

Die Umlage, die von den hessischen Kreisen und kreisfreien Städten gezahlt wird und die einen wesentlichen Teil der Ausgaben des Kommunalverbandes deckt, wird steigen: Sie liegt in 2013 voraussichtlich bei 1.141.881.400 Euro und damit um rund 59,3 Mio. Euro höher als im laufenden Jahr (1.082.625.700 Euro). Der Hebesatz, nach dem die Umlage berechnet wird, liegt bei 13,86 Prozent.

Weitere Zahlen, Daten, Fakten zum Haushalt 2013

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