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KOMMUNALVERBAND

Der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen wird als landesweiter Kommunalverband getragen von den Landkreisen und kreisfreien Städten.

In ihrem Auftrag finanziert er soziale Leistungen für behinderte, psychisch kranke sowie sozial benachteiligte Menschen und unterstützt diese in ihrem Alltag und im Beruf. Beschäftigte des LWV in Kassel, Darmstadt und Wiesbaden stellen das sicher.

SOZIALHILFETRÄGER

Eine wachsende Zahl von behinderten Menschen - zurzeit sind es rund 57.000 - haben in Hessen Anspruch auf Unterstützung bei der Alltagsbewältigung. Nach dem Gesetz ist es Aufgabe des LWV, diese Unterstützung zu finanzieren.

Dazu gehört zum Beispiel die Eingliederungshilfe. Ziel ist, dass Menschen möglichst selbstständig und selbstbestimmt leben können. Soweit möglich, sollen sie am gesellschaftlichen Leben in ihrer Gemeinde oder ihrem Stadtviertel teilnehmen und einer Beschäftigung nachgehen können.

Der LWV setzt sich seit langem dafür ein, dass behinderte Menschen in ihren eigenen vier Wänden Unterstützung erhalten (Betreutes Wohnen). Er finanziert außerdem Leistungen für Menschen, die in Wohnheimen leben, in Tagesstätten betreut werden oder in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten.

INTEGRATIONSAMT

Partner für über 90.000 berufstätige behinderte Menschen in Hessen und deren Arbeitgeber ist das Integrationsamt des LWV. Dessen Mitarbeiter/innen beraten Firmen, die Arbeitsplätze so umbauen lassen, dass Menschen trotz Einschränkung dort arbeiten können, und geben finanzielle Hilfen an behinderte Arbeitnehmer sowie deren Arbeitgeber. Hier unterstützt der LWV vorrangig Betriebe des ersten Arbeitsmarktes.

Integrationsfachdienste (IFD) begleiten und unterstützen hessenweit im Auftrag des LWV behinderte Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz. Finanziert werden diese Aufgaben über die so genannte Ausgleichsabgabe: Nach dem Gesetz sind Firmen mit 20 oder mehr Mitarbeiter/innen verpflichtet, mindestens fünf Prozent schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Tun sie das nicht, dann zahlen sie die Ausgleichsabgabe.

SOZIALE ENTSCHÄDIGUNG

Die Hauptfürsorgestelle betreut die in Hessen lebenden Kriegs- und Zivildienstbeschädigten sowie deren Familienmitglieder und Hinterbliebene. Sie berät diese Menschen und gibt finanzielle Hilfen.

Sie ist auch Ansprechpartner für Menschen mit Impfschäden, für Opfer von Gewalttaten, die nach dem Gesetz anerkannt sind, sowie für Opfer politisch motivierter Strafverfolgungsmaßnahmen oder hoheitlicher Maßnahmen einer DDR-Behörde.

SCHULTRÄGER

Der LWV ist Träger von sechs interdisziplinären Frühberatungsstellen und 14 Schulen in Hessen. An den Schulen werden Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten Sehen, Hören, emotionale und soziale Entwicklung, geistige Entwicklung sowie kranke Schülerinnen und Schüler unterrichtet. An vier Schulen mit den Förderschwerpunkten Hören oder Sehen können die Kinder im Internat wohnen. Sechs der Förderschulen sind zudem überregionale Beratungs- und Förderzentren.

Ziel ist es, Kinder und Jugendliche so zu fördern, dass behinderungsbedingte Nachteile so weit wie möglich ausgeglichen werden. Damit sehbehinderte und blinde Kinder eine Schule am Wohnort besuchen können, bezuschusst der LWV neue Spezialgeräte oder stellt Geräte aus einem Pool (Mediothek) zur Verfügung.

ALLEINGESELLSCHAFTER DER VITOS GMBH

Der LWV ist Alleingesellschafter der Vitos GmbH, einer Unternehmensholding, zu der psychiatrische Kliniken für Erwachsene, für Kinder und Jugendliche und Fachkliniken für Orthopädie, Neurologie sowie Psychosomatik gehören.

Vitos betreibt außerdem Kliniken für forensische Psychiatrie, in denen psychisch kranke oder suchtkranke Rechtsbrecher behandelt werden. Zu Vitos gehören auch Jugendhilfeeinrichtungen und Betreuungsangebote für geistige behinderte sowie für seelisch behinderte Menschen.

Vitos hat eine eigene Website: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.vitos.de

FINANZRAHMEN

Die Aufgaben des LWV werden in erster Linie von den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten finanziert. Über die sogenannte Verbandsumlage tragen sie die Unterstützungsleistungen für behinderte Menschen.

Weitere Einnahmen des LWV kommen aus dem Kommunalen Finanzausgleich, der Ausgleichsabgabe hessischer Unternehmen und der Kriegsopferfürsorge.

Einen kleinen Teil seiner Ausgaben für die überörtliche Sozialhilfe bekommt der LWV erstattet, etwa von Renten- und Unfallversicherungsträgern, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften.