GEDENKSTÄTTE HADAMAR

GEDENKSTÄTTE HADAMAR

1940 bauten die Nationalsozialisten die damalige Landesheilanstalt Hadamar zur Tötungsanstalt für kranke und behinderte Menschen um. Sie errichteten eine als Dusche getarnte Gaskammer und zwei Verbrennungsöfen. Eine eigens gegründete Verwaltungszentrale in der Berliner Tiergartenstraße 4 („Aktion T4“) plante und organisierte die als „Euthanasie“ bezeichneten Morde in sechs Einrichtungen.

Von Januar bis August 1941 wurden allein in Hadamar über 10.000 Menschen durch Kohlenmonoxid getötet. Nach einem Jahr wurden die Morde auf andere Weise fortgesetzt: Bis zum Kriegsende starben weitere 4.500 Menschen in Hadamar an überdosierten Medikamenten und Hungerkost.

Ehemalige Gaskammer zu besichtigen

1953 gedachte man erstmals in Deutschland der Opfer der NS-Euthanasie-Verbrechen mit einem Relief in der damaligen Landesheilanstalt Hadamar. In den Räumen der ehemaligen Tötungsanstalt und auf dem Außengelände entstand die Gedenkstätte Hadamar. Besichtigt werden können die authentischen Kellerräume mit Gaskammer, das Fundament eines Krematoriumsofens, die Dauerausstellung „Verlegt nach Hadamar“ sowie der Gedenkfriedhof mit Mahnmal und symbolischen Grabsteinen.

Der Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten e. V. stellte 1991 vor dem Gebäude eine Gedenkglocke auf. 2006 wieder aufgebaut wurde die ehemalige Garage für die so genannten Grauen Busse, mit denen die Menschen nach Hadamar deportiert wurden.

Denkmal der Grauen Busse

Zeitgleich entstand das Öffnet externen Link in neuem FensterDenkmal der Grauen Busse der Künstler Dr. Horst Hoheisel und Andreas Knitz, das seither an wechselnden Orten in Deutschland an diese Todesfahrten erinnert. Auf Initiative des LWV Hessen war das Kunstwerk 2013 und 2014 in Kassel zu sehen.

Die Gedenkstätte Hadamar umfasst als Zentrum für die wissenschaftliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen sowie für die pädagogische Arbeit mehr als 700 Quadratmeter. Hier finden Studientage, Projekte und Fortbildungen statt. Das Team der Gedenkstätte bearbeitet zahlreiche Anfragen pro Jahr und bietet Führungen an.

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