PERSONENZENTRIERTE STEUERUNG DER
EINGLIEDERUNGSHILFE IN HESSEN (PerSEH)

PerSEH ist die Abkürzung für Personenzentrierte Steuerung der Eingliederungshilfe in Hessen. Es ist ein neues Verfahren, um die Unterstützung für erwachsene behinderte Menschen zu planen und Leistungen der Eingliederungshilfe zu bewilligen.

Dieses neue System der Eingliederungshilfe wird nach der Erprobung in den drei hessischen Projektregionen Wiesbaden, Fulda und Werra-Meißner-Kreis weitergeführt.

Hintergrund ist, dass der LWV Hessen die Eingliederungshilfe stärker an der Person des behinderten Menschen orientieren möchte. Dieses Ziel entspricht den Vorgaben des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung (VN-BRK).

Im Mittelpunkt steht die Forderung, dass behinderte Menschen in vollem Umfang am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Die Systematik und das Verfahren PerSEH entsprechen dieser Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe.

Behinderter Mensch hat Mitspracherecht

Neu an diesem Verfahren ist vor allem, dass der behinderte Mensch ein großes Mitspracherecht hat. Er kann seine Wünsche und Bedürfnisse äußern und darlegen, wie er sich die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben vorstellt. Danach richten sich dann Art und Umfang der Unterstützung. Dementsprechend flexibel ist auch die Finanzierung.

Integrierter Teilhabeplan (ITP)

Um zu erfahren, welche Unterstützung ein behinderter Mensch benötigt, werden alle Bereiche seines aktuellen Lebens wie Wohnen, Arbeit und Freizeit miteinbezogen. Für diese Hilfeplanung wurde ein einheitliches Instrument entwickelt: der Öffnet internen Link in aktuellem FensterIntegrierte Teilhabeplan (ITP) Hessen.

Neu ist, dass dieser Plan unabhängig von der Art der Behinderung und von den möglichen Leistungen der Eingliederungshilfe (Wohnheim, Betreutes Wohnen, Werkstatt für behinderte Menschen etc.) eingesetzt wird. Bisher gibt es je nach Behinderungsart oder Wohnform unterschiedliche Hilfepläne. Sie werden erst realisiert, nachdem die Entscheidung über die Art der Eingliederungshilfe getroffen wurde.

Das neue Planungs-Instrument ITP lässt erst mal alles offen: Es ermöglicht dem behinderten Menschen, seine Wünsche zu äußern, um dann mit ihm gemeinsam die für ihn geeignete Unterstützung zu finden.

Gemeinsames Gespräch

Um realistisch zu planen, auf welche Weise und in welchen Schritten der behinderte Mensch mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann, setzen sich alle zusammen, die den behinderten Menschen bei der Planung unterstützen sollen. Je nach Bedarf sind neben dem behinderten Menschen, gegebenenfalls auch sein gesetzlicher Betreuer, Mitarbeiter des LWV Hessen, des örtlichen Sozialamtes, der Einrichtungsträger der Behindertenhilfe oder des Sozialdienstes eines Krankenhauses beteiligt. Der behinderte Mensch kann auch eine Person seines Vertrauens zu seiner Unterstützung mitbringen.

Sie alle überlegen gemeinsam, mit welcher Art der Unterstützung die Ziele des behinderten Menschen erreicht werden können, wie die unterstützende Begleitung im Alltag organisiert werden soll und wer sie übernimmt. Zuletzt wird festgelegt, wie viel Zeit für die Eingliederungshilfe benötigt wird und wer die Unterstützung leistet. Das Ergebnis des Gesprächs wird im Integrierten Teilhabe-Plan schriftlich festgehalten. Unterschrieben wird es von dem behinderten Menschen und dem professionellen Gesprächspartner, der für die Erstellung des ITP verantwortlich ist.

Bescheid vom LWV Hessen

Die Sachbearbeiter des LWV Hessen entscheiden auf der Grundlage des Gesprächsergebnisses und eventuell anderer Informationen wie z. B. eines ärztlichen Gutachtens über den Umfang der Leistungen und erstellen einen Bescheid für den behinderten Menschen. Möglich ist es auch, diese Leistungen im Rahmen eines Öffnet internen Link in aktuellem Fensterträgerübergreifenden Persönlichen Budgets zu erhalten.

Planen, probieren und bewerten

PerSEH zeichnet sich auch nach diesem Bescheid durch sehr hohe Flexibilität aus. Ist beispielsweise gemeinsam mit dem behinderten Menschen vereinbart worden, dass er von einem Wohnheim in eine Betreute Wohngruppe in der Stadt wechselt und eine Ausbildung macht, so ist diese Art der Unterstützung nicht in Stein gemeißelt. Sollte der behinderte Mensch nach einiger Zeit das Gefühl haben, dass ihn die WG-Situation oder die Ausbildung doch überfordert, so wird mit ihm nach einer neuen Form der Unterstützung gesucht. Auch der umgekehrte Weg ist möglich.

Wenn der behinderte Mensch die Situation im Betreuten Wohnen bestens meistert und mit dem Stadtleben gut zurechtkommt, lässt sich als weiterer Schritt in die Selbstständigkeit auch eine eigene Wohnung planen. Der behinderte Mensch bestimmt den schrittweisen Aufbau und das Tempo, um am gesellschaftlichen Leben selbstbestimmt teilzunehmen.

Informationen für Anwender des DV-Verfahrens

Wenn Sie Mitarbeiter/in eines Trägers sind, der mit PerSEH arbeitet, und Sie Nutzer des DV-Verfahrens sind, können Sie über den Online-Zugang direkt ins Extranet des LWV Hessen gehen: Anmeldung im Extranet des LWV Hessen/Aufruf des DV-Verfahrens

Ansprechpartnerinnen

Bei übergreifenden Fragen zu PerSEH wenden Sie sich bitte an:

Barbara Oerder
Telefon 0561 1004 - 2698
E-Mail Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailbarbara.oerder@lwv-hessen.de

Angela Mall
Telefon 0561 1004 - 2780
E-Mail Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailangela.mall@lwv-hessen.de